Nach tödlichem Unfall: Ermittler kommen nicht an Unglücksstelle

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Bei Heidelberg Cement in Schelklingen hat sich am Freitagmittag ein tödlicher Unfall ereignet. Die Ursache konnte noch nicht ab
Bei Heidelberg Cement in Schelklingen hat sich am Freitagmittag ein tödlicher Unfall ereignet. Die Ursache konnte noch nicht abschließend geklärt werden. (Foto: Thomas Warnack)

Auch vier Tage nach dem tödlichen Betriebsunfall bei Heidelberg Cement in Schelklingen kann die Polizei noch nichts zur Unfallursache sagen. Aufgrund akuter Einsturzgefahr, sei es über das Wochenende noch nicht möglich gewesen, den Unfallbereich zu begehen, sagte Polizeisprecher Wolfgang Jürgens. Die Polizei hat derzeit ihre Ermittlungsarbeiten in Schelklingen vorerst ausgesetzt.

„Derzeit müssen wir prüfen, wie ein Gutachter ungefährdet an die Unfallstelle gelangen kann“, so Polizeisprecher Wolfgang Jürgens im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“. Es sei sehr schwierig, den Unfallbereich gefahrlos zu erreichen, so Jürgens weiter. Der Sprecher machte am Montagvormittag wenig Hoffnung, dass es noch in dieser Woche zu einer Begehung kommen könnte. „Wir schicken unsere Kollegen erst da rein, wenn es wirklich ungefährlich ist“, so Jürgens.

Unfallbereich gesichert

Derzeit wird die Baustelle in dem etwa 40 Meter hohen Silo gesichert, unterstrich Werksleiter Stephan Wehning auf Nachfrage der „Schwäbischen Zeitung“. „Ein Teilbereich ist komplett gesperrt, da muss nun alles durch einen Gutachter aufgenommen werden, um die Ursache für den Unfall zu erörtern.“


Im Schelklinger Zementwerk von HeidelbergCement ist es am Freitagmittag zu einem schweren Unfall gekommen.
Im Schelklinger Zementwerk von HeidelbergCement ist es am Freitagmittag zu einem schweren Unfall gekommen. (Foto: Archiv: Martina Dach)

Am Freitag hatten mehrere Arbeiter auf dem Gerüst gestanden, das in einem leeren Silo aufgebaut war. Als es zusammenkrachte, fiel ein 40-Jähriger aus 30 bis 40 Metern Höhe in die Tiefe und starb. Ein 20-Jähriger stürzte aus zehn Metern Höhe herab und wurde lebensgefährlich verletzt. Er starb später im Krankenhaus.

Wir schicken unsere Kollegen erst da rein, wenn es wirklich ungefährlich ist“

Ein weiterer Arbeiter verletzte sich leicht. Normalerweise dient ein Silo als Speicher für Schüttgüter. Zur Bergung waren Feuerwehren samt Höhenrettung, Rettungsdienste und Notarzt im Einsatz. Das Landratsamt und die Gewerbeaufsicht im Regierungspräsidium verschafften sich einen Überblick an der Unfallstelle.

Mitarbeiter von Subunternehmen

Laut der Unternehmenszentrale von HeidelbergCement in Heidelberg handelt es sich bei den verunglückten Männern um Mitarbeiter von einem Subunternehmen von Thyssen Krupp, das unter anderem derzeit mit dem Neubau der rund 140 Meter hohen neuen Ofenalage betraut ist.

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