Vor dem Ulmer Landgericht ist am Donnerstag der Prozess gegen einen ehemaligen Schelklinger Finanzberater zu Ende gegangen.
Vor dem Ulmer Landgericht ist am Donnerstag der Prozess gegen einen ehemaligen Schelklinger Finanzberater zu Ende gegangen. (Foto: Scholz)

Mit der Urteilsverkündung ist am Donnerstag der Prozess gegen einen ehemaligen Schelklinger Finanzberater vor dem Ulmer Landgericht zu Ende gegangen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte Anleger in 15 Fällen um insgesamt 1,8 Millionen Euro gebracht hat. Hinzu kommt ein versuchter Betrug in Tateinheit mit Urkundenfälschung. Der Angeklagte muss für drei Jahre in Haft. Das Urteil ist noch nichts rechtskräftig.

Nach drei Verhandlungstagen war auch schon wieder Schluss vor dem Ulmer Landgericht. Dort musste sich ein ehemaliger Schelklinger Finanzberater wegen Anlagebetrugs in Millionenhöhe verantworten. Der ausgebildete Bankkaufmann hatte in den Jahren zwischen 2008 und 2016 in insgesamt 15 Fällen Anleger um gut 1,8 Millionen Euro geprellt. An das Geld war er gekommen, in dem er Freunden, Bekannten und guten Kunden Zinserträge in schwindelerregender Höhe versprochen hatte, unter anderem wollte er das Geld in einen Autoteilelieferanten investieren.

Weiterer versuchter Betrug

Darüber hinaus musste der Angeklagte sich für einen weiteren versuchten Betrug in Tateinheit mit Urkundenfälschung verantworten. Er hatte angeblich im Kundenauftrag ein Aktiendepot bei der Augsburger Aktienbank AG aufgelöst. Dies hatte er mithilfe einer gefälschten Unterschrift in Auftrag gegeben.

Aufgefallen war der Betrug und die Urkundenfälschung bei der Bank erst, als der Angeklagte versuchte, den Geldbetrag aus dem Aktiendepot auf sein privates Girokonto zu transferieren. Das Geld wollte er dazu nutzen, um Rückzahlungsforderungen von anderen Kunden auszugleichen. „Der Angeklagte war immer auf der Jagd nach dem großen Geld“, sagte der Vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung.

Unter der Forderung der Staatsanwaltschaft

Mit der Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren blieb das Gericht fünf Monate unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Positiv legte ihm das Gericht die Tatsache aus, dass er in vollem Umfang geständig war, Selbstanzeige erstattet hatte und sich inzwischen wieder eine Arbeitsstelle besorgt hat. „Andere hätten hier den Kopf in den Sand gesteckt“, so der Richter.

Aufgrund der Tatsache, dass der Angeklagte nicht zu mehr als drei Jahren verurteilt wurde, hat er nun die Möglichkeit, als Freigänger weiter seiner Arbeit nachzugehen – falls dies bewilligt wird. Zusätzlich zur Haftstrafe verurteilte das Gericht den Angeklagten zur Rückzahlung der Gelder: 1,5 Millionen Euro an ehemalige Kunden und rund 3100 Euro an die Augsburger Aktienbank. Die Kosten des Verfahrens muss er ebenso tragen.

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