Live beim Baumfällen mit dabei

Lesedauer: 3 Min
Die Kinder durften auch selbst mit anpacken.
Die Kinder durften auch selbst mit anpacken. (Foto: SZ- Sommer)
Elisabeth Sommer
Freie Mitarbeiterin

Sehr selten können Normalbürger die Fällung eines Baumes im Wirtschaftsforst live mit ansehen. Genau dieses Erlebnis gehörte aber zur dreiteiligen Veranstaltungsreihe „Holz – Ein geniales Material“, die am Freitag im Staatswald bei Schelklingen startete. Waldpädagoge Alexander Rothenbacher richtet die Veranstaltung im Auftrag des Landratsamtes aus. Kinder und Erwachsene lernten in diesem ersten Teil mit dem Titel „Baumleben und Holzernte“ die Stadien des Wachstums und die Arbeit der Förster und deren Werkzeuge kennen.

Bäume im Nutzwald verjüngen sich auf natürliche Weise oder werden von Menschenhand per Pflanzung an ihren Platz im Wald gebracht. Im Idealfall erfolgt nach vielen Jahrzehnten die Fällung eines gerade gewachsenen Stammes. Doch Wild hat mit Verbiss und dem Wetzen der Hörner, dem sogenannten Fegen, Einfluss auf das Wachstum, auch das Überleben. Immer mehr wirken sich auch der Klimawandel mit Trockenphasen und Unwetterereignisse auf den Wald aus, schilderte Förster Matthias Bechler, der zur Veranstaltung im Waldgebiet „Bewinde“ an der Lindenhütte auf Ingstetter Gemarkung forstwirtschaftliche Aspekte einbrachte.

Die Kinder wissen nun, dass eine sogenannte Waldarbeiterpartie aus Sicherheitsgründen aus drei Personen besteht, wie sich eine Schnittschutzhose anfühlt und welche Arbeitsgeräte die Forstmänner bei sich tragen. Ein Alarm gehört auch dazu, um die Kollegen bei Verletzungen zu informieren. Bisher sind Motorsägen der Privatbesitz jedes Waldarbeiters, der die Kette auch täglich feilen muss, damit diese gut schneidet. Beobachter müssen beim Fällen eines Baums die geschätzte doppelte Baumlänge Abstand nehmen. Den Forstmännern müssen zehn Meter Rückweiche reichen, die vorab zu planen und notfalls freizuschneiden sind. Als 37 Meter lang erwies sich die Fichte, die von der Waldarbeiterpartie Heinz Hirschle, Gerhard Neumann und Samuel Schüle zu Fall gebracht wurde. Stammholz darf für den Transport maximal noch 19 Meter lang sein.

Auch die Verwendung des Holzes besprach der Waldpädagoge mit den Teilnehmern. Die Verwendungsweisen anschauen kann man sich in den weiteren Seminarteilen. Am 23. März wird das Ehinger Sägewerk Ochs besucht und am 30. März die Schreinerei Rothenbacher in Justingen, in der die Kinder auch etwas Nützliches aus Holz selbst herstellen dürfen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen