Hohle Fels wird zum beliebten Ziel am 1. Mai

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Die Vereinsmitglieder hatten für Ausflügler am 1. Mai den Hohle Fels geöffnet.
Die Vereinsmitglieder hatten für Ausflügler am 1. Mai den Hohle Fels geöffnet. (Foto: SZ- Sisa)
Schwäbische Zeitung

Für die meisten Menschen ist der erste Mai ein Feiertag und wird genutzt, um gemeinsame Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen, oder um sich im Garten auszuruhen – nicht so für die begeisterten Vereinsmitglieder der Museumsgesellschaft Schelklingen. Diese sorgten für einen ganz besonderen Feiertag einiger zufällig vorbeigefahrener Fahrradfahrer sowie für waschechte Höhlenfreunde unter den Besuchern. Drei Mitglieder der Museumsgesellschaft eröffneten für die am Tag rund 180 anwesenden Erwachsenen und 50 Kinder ab 14 Uhr die neue Führungssaison des Hohle Fels. Darunter waren der Vorsitzende Reiner Blumentritt, Vereinsmitglied Winfried Hanold sowie Barbara Rüd, die mit mit ihrem Titel „Archäologie-Guide“ noch einige weitere Fakten rund um die Steinzeit zu bieten hatte.

Schon allein in der Kuppelhalle gab es für die Begeisterten einiges zu bestaunen. Vereinsmitglied Otto Schwabe, der in der Museumsgesellschaft auch als „Höhlenfoscher“ bekannt ist, hielt am ersten Mai ganze sechs Führungen durch den Hohle Fels ab. Von vielen Schätzen, die es für Steinzeitliebhaber zu kaufen gibt, berichtete Winfried Hanold: „Die großen Calcit sind beinahe ausverkauft. Diese Sammlung bestand nur aus echten Schelklingern.“ Diese hatte er selbst rund um die Region Schelklingens gefunden. Des Weiteren bot die Museumsgesellschaft aber auch Fossilien an. Die Nachahmungen des beeindruckendsten Funds des Hohle Fels in Form einer Umhängekette sprach die zahlreichen Besucher dabei besonders an. „Es handelt sich hier um die Venus. Wir bieten sie hier als Replik für Besucher an. Das Original ist aus Elfenbein, um die 42 000 bis 43 000 Jahre alt und wurde 2008 im Hohle Fels entdeckt. Einige erkennen in der Schnitzerei eine Frau, die aufgrund ihrer großen Brust gerade entbunden haben könnte, wieder andere sehen darin die Darstellung einer Begleiterin für eine einsame Jagd“, erklärte Barbara Rüd. Doch nicht nur das bleibt ein Rätsel, denn auch über die die Anzahl der immer wieder vorübergehend in der Höhle lebenden Fledermäuse spekulieren die Schelklinger.

Kurioses Wissen über den Hohle Fels

Wichtig ist, dass der Hohle Fels alljährlich von Anfang November bis Ende April des Naturschutzes zu Liebe geschlossen bleibt und die Fledermäuse so einen Platz zum Überwintern haben. Auch einige kuriose Informationen hatte Barbara Rüd zu bieten: „Seit dem 19.Jahrhundert ist der Hohle Fels ein sogenanntes Fledermausquartier. Damals gab es so viele von ihnen, dass der Fledermausmist gewerblich abgebaut wurde.“ In der aktuell neun Grad warmen Tropfsteinhöhle wird auch bald wieder musiziert werden. Karten gibt es hier beispielsweise für den 15. Mai, bei dem ab 19 Uhr mit Musik von „Frank Heinkel und Guests“ für einzigartige Höhlenklänge gesorgt werden wird. Generell stiegen die Besucherzahlen jedoch seit dem der Hohle Fels vergangenes Jahr ins Weltkulturerbe aufgenommen wurde, erheblich an und so werden wohl noch einige Vereine der Region einen Ausflug in die größte Höhle der Umgebung fokussieren.

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