Gebäude am Ende der Färbergasse wird abgerissen

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Seit dem Frühjahr wurde spekuliert, jetzt ist es raus: Das Gebäude am Ende der Färbergasse, häufig als „Schandfleck von Schelkl
Seit dem Frühjahr wurde spekuliert, jetzt ist es raus: Das Gebäude am Ende der Färbergasse, häufig als „Schandfleck von Schelklingen“ bezeichnet, soll noch in diesem Jahr abgerissen werden, damit ab dem Frühjahr 2019 das neue Gebäude gebaut we (Foto: Archiv: Johannes Nuß)
Johannes Nuß
Redakteur

Das Gebäude am Ende der Färbergasse (Hausnummer 20/22/24) in der Schelklinger Altstadt soll abgerissen und durch ein neues Mehrfamilienhaus ersetzt werden (die „Schwäbische Zeitung“ berichtete ausführlich). Dafür hat der Technik- und Umweltausschuss des Gemeinderats am Mittwochabend den Weg frei gemacht. Damit ist die Diskussion um den „Schelklinger Schandfleck“ vorbei und ein leidiges Kapitel im Zuge der Stadtkernsanierung so gut wie abgeschlossen.

Gleich zu Beginn der Beratung musste Stadtrat Michael Strobl von den Freien Wählern den Tisch verlassen. Grund: Befangenheit. War in der Vergangenheit noch häufig gerätselt worden, wer der Bauherr des Neubaus in der Färbergasse sein wird, ist inzwischen alles klar. Strobl hatte in diesem Jahr die nördliche Hälfte des Hauses erworben, der südliche Teil gehört seiner Schwiegermutter. Nach einer abschließenden Begehung des Gebäudes gemeinsam mit dem Landesdenkmalamt, bei dem dieses Mal auch die nördliche Seite besichtigt werden konnte, stünde einem Abriss nun nichts mehr im Wege, wie Strobl am Rande der Sitzung verlauten ließ.

Im Herbst rollen die Bagger an

Bereits im Herbst sollen nun die Bagger rollen, um das Gebäude dem Erdboden gleich zu machen. „Dann können wir im Frühjahr loslegen, dann sollte das Haus Mitte oder Ende des Jahres fertig sein“, so Strobl im Gespräch. Gebaut werden soll das Gebäude in Niedrigenergiebauweise, entstehen sollen sechs bis sieben Mietwohnungen, jeweils zwischen 40 und 80 Quadratmetern groß. Eine Wohnung soll so gebaut werden, dass sie mit einer anderen zusammengelegt werden kann, damit so eine 120-Quadratmeter-Wohnung entstehen kann. Hinzu kommen noch sechs Stellplätze für Autos.

Obwohl das Haus nicht unter Denkmalschutz steht, ist sich Bauherr Michael Strobl seiner Verantwortung ob der Geschichte bewusst. Schließlich gibt es unter anderem mehrere Hinweise darauf, dass das Haus früher als Badehaus genutzt wurde. Ursprünglich hatten die Experten sogar vermutet, dass eine Wand des Gebäudes einen Teil der alten Stadtmauer beinhalten könnte. Da aber laut einer Urkarte die Stadtmauer südlich am Gebäude entlang führte, und nicht wie gedacht südwestlich, hatte sich dieser Gedankengang bereits frühzeitig verabschiedet mit Blick auf den Denkmalschutz. Bis vor kurzem war das Gebäude noch ein so genannter Prüffall in den Unterlagen der Landesbehörde. Derzeit stellt Strobl Überlegungen an, im Neubau kleine Tafeln anzubringen, die auf die historische Nutzung des Gebäudes hinweisen.

Archöologisches Kulturdenkmal

Bei dem Anwesen handelt es sich nämlich um ein archäologisches Kulturdenkmal, wie das Landesdenkmalamt bei früheren Recherchen der SZ bestätigt hatte. „Mit Ausnahme eines Kriechkellers im Südwesten ist der Südteil des Hauses nicht unterkellert. Im Boden sind daher gut erhaltene archäologische Überreste älterer Vorgängerbauten des bestehenden Baus zu erwarten, die Auskunft über die Baugeschichte und einstige Ausstattung der 1356 erstmals erwähnten Badstube geben könnten. Auf der Parzelle ist – südlich vor dem Haus – außerdem mit den Fundamenten der Stadtmauer zu rechnen“ , hatte es damals aus dem Landesdenkmalamt geheißen.

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