DRK will Schelklingern die Scheu vor Wiederbelebung nehmen

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DRK-Bereitschaftsleiter Horst Klingberg (r.) zeigt den richtigen Umgang mit dem Defibrillator, Sparkassen-Kundenberater Manfred
DRK-Bereitschaftsleiter Horst Klingberg (r.) zeigt den richtigen Umgang mit dem Defibrillator, Sparkassen-Kundenberater Manfred Claaß lauscht gespannt und probiert es danach selbst aus. (Foto: SZ-Fotos: kou)
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Das kleine Gerät, das Leben rettet, hängt seit Ende Juli im Eingangsbereich der Sparkassenfiliale in Schelklingen – rund um die Uhr für dein Einsatz bereit. „Doch hoffen wir, das der Defibrillator nie eingesetzt werden muss. Aber wenn es zu einem Notfall kommt, dann ist er da“, sagt der Bereitschaftsleiter des DRK-Kreisverbands Ulm, Horst Klingberg. Weil viele den Umgang mit dem lebensrettenden Gerät scheuen oder gar nicht wissen, was im Notfall tatsächlich zu tun ist, hat er sich am Freitag zweieinhalb Stunden Zeit genommen, Interessierte zu schulen.

Mit Knopfdruck geht´s los

„Auch ohne Vorkenntnisse kann mit dem Gerät jeder richtig umgehen, es ist recht einfach“, sagt Klingberg und beugt sich zum Testobjekt, einer menschenähnlichen Puppe, um dem Sparkassen-Kundenberater Manfred Claaß zu zeigen, wie der kleine Kasten, der an einen Werkzeug- oder Verbandskasten erinnert, richtig funktioniert. Mit einem Knopfdruck öffnet sich das Gehäuse des Defibrillators, direkt ertönt eine Stimme, die erste Anweisungen gibt. „Was viele in der Hektik vielleicht vergessen, ist den Notruf zu wählen“, erklärt Klingberg, während gleichzeitig der externe Defibrillator den Benutzer beim Test in der Filiale genau daran erinnert.

Die eingebaute Sprachfunktion gibt an, welche Handgriffe wann zu tätigen sind. Beim Schelklinger Modell helfen zusätzlich kleine aufgedruckte Zeichnungen. „Der Defibrillator zeichnet eine Art Mini-EKG auf“, erklärt der Experte. Das Gerät gibt bei Kammerflimmern an, die beiden Elektroden am Körper anzubringen: eine sollte unterhalb des rechten Schlüsselbeins aufgeklebt werden, die andere an der linken Brustkorbseite unterhalb der Achselhöhle. Der eigentliche Schockimpuls ist weit weniger spektakulär, als man das aus Filmen kennt, Klingberg sagt: „Das ist nicht wie in Hollywood, dass es den ganze Körper nach oben schleudert. Es ist höchstens ein Muskelzucken zu sehen.“

Stromstöße und Herzdruckmassage wichtig

Auslöser für den Einsatz des Geräts können zwei Gründe sein. Bei Kammerflimmern hilft der kontrollierte Stromstoß, dass das Herz wieder in einen regelmäßigen Rhythmus schlägt. Bei einer sogenannten Asystolie, wenn das Herz gar nicht mehr schlägt, hilft nicht der Stromstoß, sondern eine Herzdruckmassage – auch dabei unterstützt die Sprachausgabe des Defibrillators.

Klingberg rät, und so erklärt es auch das Gerät, direkt nach dem Absetzen des Notrufs mit der Herzdruckmassage (Handballen mitten auf das Brustbein) zu beginnen und zwar nach dem Schema „30 zu 2“: Auf 30 Druckbewegungen folgt das zweimalige beatmen. Der Defibrillator, den die Sparkasse Ulm gespendet hat, ist rund um die Uhr im Eingangsbereich der Filiale zugänglich, nachts auch beleuchtet. Wird er aus der Halterung genommen, ertönt ein Warnsignal, so dass auch umstehende Passanten auf den Notfall reagieren können. „Denn die ersten fünf Minuten sind entscheidend“, sagt Klingberg, der vor allem die Scheu vor der Wiederbelebung nehmen möchte. Viele Schelklinger haben das Angebot des DRK am Freitag angenommen.

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