Drei Kapellen sorgen für gelungenes Jahreskonzert

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 Moderne Titel offerierte die Hauptkapelle unter Dirigent Markus Bucher, um Klassiker für die Zugaben aufzubewahren.
Moderne Titel offerierte die Hauptkapelle unter Dirigent Markus Bucher, um Klassiker für die Zugaben aufzubewahren. (Foto: Sz- Elisabeth Sommer)
Elisabeth Sommer
Freie Mitarbeiterin

Nach einigen Jahren der Pause ist beim Musikverein Schmiechen zum Jahreskonzert wieder einmal ein Vororchester auf die Bühne gestiegen. Die Jüngsten haben zwei Eigengewächse als Dirigenten. Julia Meixner und Marcel Spothelfer teilen sich die Aufgabe am Taktstock und bekamen bei ihrer Vorstellung in der fast vollständig besetzten Turn- und Festhalle den verdienten Extraapplaus.

Das Vororchester zeigte sich stark bestückt mit jüngeren Musikanten aus der Hauptkapelle, um mit den Neulingen ein klingendes Orchester auf die Beine zu stellen. Sehr gut vorgetragen waren die beiden modernen Titel („Happy“, „Die Schöne und das Biest“) und die Zugabe („Shake it off“ von Taylor Swift).

Beschwingter Abschluss

40 Musikanten vereint die Gemeinschaftsjugendkapelle Schmiechen-Schelklingen mit Dirigent Volker Frank, und 60 Akteure sind es in der Hauptkapelle bei Orchesterleiter Markus Bucher. Dem Rezept der vergangenen Jahre folgend, bewahrte Bucher mit seinen Musikern die Klassiker Marsch und Polka für die Zugaben auf. So durfte sich das Publikum zum Abschluss über den beschwingten und zum Mitklatschen anregenden Marsch „Die Berliner Luft“ freuen und mit der Polka „A miigeliger Sound“ noch ein neues Wort in den Sprachschatz aufnehmen. Es handelt sich nicht um einen englischen Titel, sondern um ein Stück aus dem Allgäu, wobei das Adjektiv für das in unserer Region noch bekannte schwäbische Wort „meegig“, also etwas oder jemanden gerne mögen, steht.

Bei der Hauptkapelle und auch der GJK dominierten moderne Klänge, in denen es immer wieder auch um Kampf ging. Bei „Awakening“ (Erwachen) von Bert Appermont wurde der Kampf von Gut gegen Böse, Licht gegen Dunkelheit, musikalisch dargestellt. Im Titel „Tintin“, der Erkennungsmusik von Tim und Struppi, ging es für die „Gefangenen der Sonne“, so der Untertitel, um den Kampf gegen Machtmissbrauch. Auch „Der Herr der Ringe“ thematisiert den Kampf, und zwar gegen die Gier um den goldenen Ring. Die Gemeinschaftsjugendkapelle trug das Stück „Schlacht von Varlar“ vor, wobei es um die musikalische Verarbeitung der Schlacht nahe Coesfeld im Jahr 1454 geht, deren Anlass ein Streit um die Besetzung des Bischofsstuhls im westfälischen Münster war.

Gelungenes Konzert

Die drei Kapellen sorgten, wie man es von ihnen gewohnt ist, für den gelungenen Vortrag ihrer Stücke. Aber ein Instrument tat dem diesjährigen Konzert einen Abbruch, und zwar ein Schlaginstrument. Zu hören war dieses schon bei der GJK als „Ruf zur Schlacht“. Das müsse so sein und sei von ihm auch so gewollt, erklärte Dirigent Volker Frank auf Nachfrage. Beim Eisen schmieden gehe es so laut zu. Dirigent Frank räumte aber ein, dass die Musikerin und die Akteure um sie herum Gehörschutz tragen. Nach zweieinhalb Stunden ging somit ein fast perfekter Konzertabend zu Ende. Der Dank des Vorsitzenden Hubert Stoll galt den Dirigenten, den Ansagern und Gabi Schauber mit ihren Helferinnen für die weihnachtliche Dekoration der Halle. Die Hauptkapelle kündigte verschiedene Termine auf dem Programmblatt an und wird dementsprechend an Heiligabend in der Schmiechener Kirche ein kleines Weihnachtskonzert geben.

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