Diese Schelklingerin ist unermüdlich im Einsatz für ihr Dorf

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Brigitte Baumeister erhielt die Landesehrennadel, die Bürgermeister Ulrich Ruckh (r.) und Ortsvorsteher Jürgen Glökler überreich
Brigitte Baumeister erhielt die Landesehrennadel, die Bürgermeister Ulrich Ruckh und Ortsvorsteher Jürgen Glökler (links) überreichten. (Foto: SZ- Elisabeth Sommer)
Schwäbische Zeitung

Eingebettet in die Hauptversammlung der Landfrauen in Hausen ob Urspring hat die geheim vorbereitete Ehrung von Brigitte Baumeister mit der Landesehrennadel stattgefunden. Vereinsehrenmitglied ist Brigitte Baumeister seit vergangenem Jahr. Aufgrund ihrer Verdienste über den Verein hinaus bekam sie aus den Händen von Bürgermeister Ulrich Ruckh und Ortsvorsteher Jürgen Glökler die Landesehrennadel überreicht mit Urkunde und Präsenten.

Brigitte Baumeister gründete vor 20 Jahren den bis heute sehr regen Landfrauenverein und machte den Frauen ein umfangreiches Informations- und auch Unterhaltungsangebot. Sie leitete die Landfrauen bis 2014. Dann folgte eine Doppelspitze, um den Verein 2017 bei Sylvia Kast in jüngere Hände zu legen. „Wir machen nicht nur Kuchen“, hieß es in der Hauptversammlung. Aber was wären Feste schon ohne Kuchen?

Handeln statt reden

„Ihre Verdienste sind außerordentlich und nachhaltig“, sagte der Bürgermeister. Brigitte Baumeister beherzige den Leitspruch: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“. Der Landfrauenverein sei nach wie vor eine tragende Säule in der aktiven Dorfgemeinschaft in Hausen. „Sie haben stets viel Zeit, Energie und Ideen für die Landfrauen investiert und sich als Schriftführerin im Sozialverein Hausen eingebracht. Sie reden nicht nur, sondern handeln“, sagte Ruckh.

Brigitte Baumeister habe sich stets so eingebracht, dass ein aktives Dorfleben entstand. Ihre Vereinskolleginnen erinnern sich, dass sie in ihrem ehemaligen Amt das gemeinsame Maibaumkranzen im Ort einführte, Kuchen für Feste organisierte und auch die Waldweihnacht ins Leben rief. Inzwischen ist die Veranstaltung „Advent im Dorf“ zum Gemeinschaftsprojekt der Vereine geworden.

Noch heute im Ehrenamt aktiv

Vor wenigen Tagen erst konnte Brigitte Baumeister einen runden Geburtstag feiern. Sie wurde, obwohl es ihr nicht anzusehen ist, 80 Jahre alt. Sie ist 1939 in Rostock geboren, lebte dort bis zu ihrem 19. Lebensjahr. Sie erlernte in der DDR den Beruf der Restaurantfachfrau und wollte später zur See fahren.

In Hamburg versuchte sie, eine Anstellung als Steward zu bekommen. Aber in der jungen Bundesrepublik Deutschland war es Ende der 1950er-Jahre mit der Gleichberechtigung noch nicht so weit her. „Die nahmen mich nicht, weil ich ein Mädchen war.“

Daraufhin ging sie nach Friedrichshafen. Ihr Vater, ein Berufsmusiker, führte die Familie mit Mutter und zwei Schwestern in Bad Waldsee wieder zusammen. Die Liebe führte Brigitte Baumeister schließlich auf die Schwäbische Alb nach Hausen, wo sie eine Familie gründete und seit 30 Jahren lebt. Allerdings ist ihr Ehemann vor einigen Jahren verstorben.

Sie bringt sich weiterhin aktiv in die Dorfgemeinschaft ein. Noch heute ist sie Schriftführerin im Heimat- und Kulturverein, Beisitzerin in der katholischen Fördergemeinschaft und aktive Sängerin im Hausener Gesangverein.

Ihre Ehrung am Montagabend im Gasthof „Rössle“ quittierte sie trocken mit folgenden Worten: „Ich bin freudig überrascht, aber was habe ich eigentlich getan?“ Der Erfolg mit den Landfrauen sei ein Gemeinschaftsprojekt gewesen, berichtete Baumeister und schloss mit den Worten: „Ich freu mich sehr, aber war das ‚naidig‘?“

Verein steht gut da

Der herausragenden Ehrung mit der Landesehrennadel war der offizielle Teil der Hauptversammlung vorausgegangen. Schriftführerin Tanja Gassmann zeigte in ihrem Bericht auf, wie umfangreich das Programm im Landfrauenverein ist. Von der Kappensitzung über Basteltreffen, Produktvorstellungen, einen Vortrag über Sicherheit, Spieleabende, Ausflüge, Maibaumkranzen, Maibaumhock bis zum Advent im Dorf reichen die Unternehmungen, die teilweise in Zusammenarbeit mit anderen Vereinen stattfinden.

Der Maibaumhock brachte zum Beispiel einen Gewinn in Höhe von rund 600 Euro ein, berichtete Kassiererin Ulrika Vogelaar. Mehrausgaben seit der vorherigen Hauptversammlung im Herbst 2018 in Höhe von 200 Euro wurden gemacht, wobei die abschließende Abrechnung zum Advent im Dorf noch ausstehe.

Demnächst findet ein Gesundheitsvortrag statt. Die Hausener Landfrauen basteln derzeit fleißig Engel zum Schmücken der beiden Weihnachtsbäume im Landratsamt. Das Dorfgemeinschaftsprojekt „Advent im Dorf“ ist auch nicht mehr all zu weit entfernt. Die Mitgliedsbeiträge werden noch abgebucht, nachdem ein technischer Fehler das bisher verhinderte, erklärte Sylvia Kast.

Vereinsjubiläum gefeiert

Vor wenigen Tagen erst haben die Hausener Landfrauen das 20-jährige Bestehen ihres Vereins intern groß gefeiert. Heidi Nothacker vom Kreislandfrauenvorstand gab jetzt noch eine Würdigung auf das Vereinsjubiläum ab. 16 Ortsvorvereine mit derzeit 1056 Mitgliedern gibt es zwischen Laichingen und Obermarchtal.

Hausen ist übrigens der jüngste, sieht man von der Wiedergründung in Altheim ab. Mitgliedszuwachs stelle sich ein, lobte Nothacker. So auch in Hausen. In der Spitze zu Baumeisters Zeiten waren es 52 Mitglieder, derzeit sind es sogar 55, die teilweise auch in umliegenden Orten wohnen. „Landfrau kann jede werden, es ist an keine Vorbedingungen geknüpft“, erinnerte Heidi Nothacker. Für 20-jährige Mitgliedschaft wurde in der Hauptversammlung noch Gründungsmitglied Sieglinde Habart ehrend erwähnt, die aber urlaubsbedingt nicht anwesend war.

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