Brauchtumsabend der Schmiechener Burahexa verzaubert mit fantastischem Programm

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Marion Schweitzer tanzte zur Musik der Münsinger Hexakapelle, und Willi Girner kam beim Singen sein ausgewölbter Resonanzkörper
Marion Schweitzer tanzte zur Musik der Münsinger Hexakapelle, und Willi Girner kam beim Singen sein ausgewölbter Resonanzkörper zugute. (Foto: SZ- ef)
Kurt Efinger

Mit einem fantastischen Brauchtumsabend hat die Schmiechener Narrenzunft am Samstag in der gedrängt vollen Gemeindehalle Jung und Alt unterhalten. Burrahexa und Schdoiböck hatten wieder alles aufgeboten, nur das Beste an jahreszeitgemäßem Entertainment zu engagieren.

„Ier send scho en ganz saudolla Haufa, da reinschda Wahnsinn!“,entfuhr es dem Schmiechener Narrenzunftmeister Willi Girner ganz spontan, als er die Münsinger Kinderhexa, Sprunghexa und Hexakapelle nach beinahe ganzstündiger Show von der Bühne verabschiedete. Zuvor hatten er und seine Kassiererin Marion Schweitzer noch Gelegenheit bekommen, sich zu den Klängen der Münsinger Hexamusik, tänzerisch und vokal von ihrer besten Seite zu zeigen. Nicht zuletzt der daraus resultierende Applaus veranlasste ihn zu dem für einen Schwaben doch außergewöhnlich überschwänglichen Kompliment.

Zwei Monate Probe

Das aber hatten sich die Münsinger redlich verdient. Wirbelten schon die unmaskierten Kinderhexa unermüdlich durch die Luft, so verblüfften die Sprunghexen mit atemberaubender Akrobatik und türmten sich stellenweise bis zur Hallendecke in die Höhe. In nur zwei Monaten hatten die fröhlichen Kinder ihr Programm einstudiert, die Erwachsenen brauchten angeblich doppelt so lang.

Die Anstrengung hatte sich in jedem Fall gelohnt. Dabei muss man wissen, dass die Fasnet in Münsingen gar nicht so alt ist. Vor 60 Jahren ungefähr belebte dort ein als „Paradies-guschdl“ bekannter Wirt in der Hauptstraße mit seiner Drehorgel und hinter ihm drein ziehenden Kindern eine angeblich alte Tradition neu. Die aufglimmende Glut entfachte sich zu einem Feuerwerk der guten Laune, als sich vor 25 Jahren die Hungerberghexen als Narrenzunft etablierten. Das Besondere an ihrer Blaskapelle ist, dass sie es versteht, ein Schalmeienorchester so zu imitieren, dass sich ein Original im Vergleich schwer tut. Den scheuten die Schalmeien der Interessengemeinschaft Fasnet Westerheim (IGF) danach keineswegs. Sogar ein flotter Walzer kam in ihrer mehrsätzigen Sinfonie vor. Die Schönheit ihrer Nachwuchsgarde hier zu würdigen würde jeden Rahmen sprengen.

Die Tanzweible des Faschings- und Brauchtumsvereins Ohmenheim bei Neresheim hatten es aber auch in sich, das heißt faustdick im Häs, und hätten die Hallendecke fast nach oben abgehoben. Mit einer Bierkrugpolka erfreuten die Narrenfreunde Münzdorf. Zum Zunftmeisterempfang auf der Bühne vereinten sich 30 Obernarren. Willi empfing sie im Unterhemd und langer Unterhose , ehe die Allmendinger Zigeiner das große Narrenfestprogramm zimpftig beschlossen.

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