So feiert Rottenacker seinen letzten Rosenmontagsball

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Viele Besucher beim letzten Rosenmontagsball
Viele Besucher beim letzten Rosenmontagsball (Foto: sisa)
Stefanie Müllerschön

Zum vorerst letzten Rosenmontagsball des Vereins „Brauchtum in eiserm Rottenacker“ kurz B.i.e.R. e.V., wurde die Festhalle von Rottenacker noch einmal voll. Der Verein soll jedoch weiterhin bestehen bleiben, betonen die Mitglieder.

Für den Vorsitzenden Achim Walter war es entscheidend, dass sich jeder rundum wohlfühlte. Mit den Worten „Schön, dass ihr alle in eurem Lieblingshäs erschienen seid. Lasst uns heute, wie die letzten Male ,was Geiles machen“, brachte er die Narren gleich zu Beginn in Stimmung. Den Auftakt machten die zwei als Seemänner verkleideten Musiker Frank am Mikrofon und Andreas am Akkordion. Mit allbekannten Hits schickten sie das Publikum nach Rio de Janeiro, auf hoher See bis in die Heimat zurück.

Hauseigene Tuschkapelle

Zwischendurch erfolgte der Einmarsch der selbsternannten „Rosenmontagsball-Tusch-Kapelle“. Als kleiner Gag betrat die aus sieben Männern und einer Frau bestehende Kapelle zuerst als Mainzer Urgesteine die Bühne. Mit der „Fischerin vom Bodensee“, „Lende von Marion“ und „Country Roads“ rockten Frank und Andreas ein letztes Mal die Rottenacker Bühne. Gleich darauf folgte die Mainzer Kapelle, die nun in ihrer eigentlichen Gestalt auftrat. Mit dabeiwaren Tubist Mansche, Trommler Markus, Stephan am Tenorhorn, Stefan an der Posaune, Simon am Saxophon und Achim sowie Michael ebenso an Blasinstrumenten. Als einzige Frau überzeugte Dagmar am Saxophon.

Die Golden Boys (rechts) waren mit dabei.
Die Golden Boys (rechts) waren mit dabei. (Foto: sisa)

Doch nicht nur mit einem musischen Talent brillierte die kleine aber feine Kapelle –mit Michael Striebel hatten sie auch einen wahrer Dichter im Team. Dieser witzelte mit Klauseln über den Brexit als auch über nicht erschienene Gäste, sondern lobte auch Bürgermeister Karl Hauler und sorgte mit Sprüchen wie „...B.i.e.R. e.V. first and second, we don't know“ für Lachkrämpfe. Im Anschluss daran verzauberten die „Zirkusperlen“ mit weiblichem Charme und Witz die Halle.

 Viele Gäste beim letzten Rosenmontagsball in Rottenacker.
Viele Gäste beim letzten Rosenmontagsball in Rottenacker. (Foto: sisa)

Die vier Sängerinnen erinnerten an deutschsingende Kabarettisten. Mit Harfe, Gitarre, Trompete und Trommel bewiesen Achim Walter, Stefan von Sybel und Markus Gemmi als feurige Mexikaner vielschichtiges Talent. Anschließend betraten die zwei selbstironischen Magier mit „Ab jetzt sinkt für sie das Niveau“, die Festbühne. Mit Kartentricks und Telekinese brachten Lukas Walther und Matthias Beck die Stimmung der Feiergäste noch einmal auf Hochtouren.

 Achim, Frank und Andreas auf der Bühne.
Achim, Frank und Andreas auf der Bühne. (Foto: sisa)

Spätestens mit Charlie Rothenbacher, Thomas Lahm, Horst Brugger, Dietmar und Manfred Walter wurde allen Anwesenden klar, wie akrobatisch und rhythmisch reife Männer sind. Sie tanzten als „Golden Boys“ unter anderem zu „Rock mi“ von Andreas Gabalier wie auch „You Can Leave Your Hat On“ von Joe Cocker. Zum großen Finale lief auf Leinwand ein emotionales Best-Of der vergangenen Jahre, bei dem bei manch einem die Augen feucht wurden. Musikalisch begleitet wurde der tragende Moment von Salon-Prinzessin Sandra Striebel mit dem Hit „I Have a Dream“ von ABBA. Mit dem Satz „B.i.e.R. e.V. hat mit diesen achtJahren ein Stück Rottenacker Geschichte geschrieben“, fand das offizielle Programm seinen emotionalen Höhepunkt und die After-Show-Party im Foyer konnte beginnen.

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