Hundestaffel übt Menschenrettung am Baggersee

Lesedauer: 4 Min
Clover setzt zum Sprung an, weil sie Witterung aufgenommen hat.
Clover setzt zum Sprung an, weil sie Witterung aufgenommen hat. (Foto: Sz- HOg)
Friedrich Hog

Trotz des Regens am Samstagvormittag hat am Baggersee in Richtung Volkersheim die geplante Rettungshundeübung stattgefunden. Hierzu waren 40 Feuerwehrleute der 16. Abteilung der Ulmer Feuerwehr sowie der Feuerwehren Rottenacker, Munderkingen und erstmals auch Erbach am Ufer des Sees zusammengekommen, um gemeinsam mit 20 geprüften Suchhunden das Aufspüren vermisster Personen am und im Wasser zu trainieren.

Mit drei Booten aus Rottenacker, Munderkingen und Erbach ging es den ganzen Vormittag über aufs Wasser. Holger Oellermann, stellvertretender Vorsitzender der BRH-Rettungshundestaffel Ulm berichtete: „Unsere Staffel ist seit über 25 Jahren Teil der Feuerwehr Ulm.

Die Idee zur gemeinsamen jährlichen Übung mit der Feuerwehr Rottenacker an diesem Badesee war vor einigen Jahren aufgrund eines Realeinsatzes entstanden. Unsere größten Erfolge sind jene Einsätze, bei denen die Hunde Personen lebend finden, wie der am Ostermontag in Ulm, als eine unserer Hündinnen eine demenzkranke 93-jährige Frau im Wald lebend fand, die sich beim Spaziergang verlaufen hatte.“

Ein Feuerwehrmann hat auf die Hündin schon gewartet.
Ein Feuerwehrmann hat auf die Hündin schon gewartet. (Foto: SZ- HOg)

Weiter erläuterte er: „Wir haben heute zwei Personenspürhunde dabei, die die Fährte einer konkreten Person aufnehmen können. Die anderen Tiere sind Flächensuchhunde, die darauf spezialisiert sind, jegliche Menschen zu finden.“ Dabei gelang das aus Entfernungen bis zu mehreren hundert Metern. „Alle Hunderassen mit langen Nasen sind geeignet“, ergänzte Oellermann: „Unter anderem Schäferhund, Labrador oder Dobermann, männlich und weiblich.“

Auf dem Boot über den Baggersee

Gemeinsam mit seiner dreieinhalb Jahre alten weißen Schäferhunddame „Clover“ und einer Rettungsweste ausgestattet ging es dann auch schon auf eines der Boote, und ab in den Baggersee. Kurz vor dem gegenüberliegenden Ufer sprang Hündin Clover unvermittelt ins Wasser und schwamm zum Ufer.

Dort musste sie nicht lange suchen, bis sie den im Gebüsch auf sie wartenden Feuerwehrkameraden gefunden hatte. Die Belohnung für Clover fiel ganz im Sinne der Hündin aus. Mit Belohnungen werden die Tiere auch auf das Aufspüren von Menschen trainiert.

Nach wenigen Minuten der Freude durfte Clover bei der Weiterfahrt nach einem im Wasser schwimmenden Feuerwehrkameraden suchen. Als sie seine Witterung aufgenommen hatte, war die Entfernung noch recht groß, weshalb die Führerin sie gar nicht gleich springen lassen wollte, doch Clover setzte sich durch, um dann aber unverrichteter Dinge wieder an Bord zu kommen.

Nach einem kräftigen Ausschütteln ihres Felles und einer kleinen Weiterfahrt sprang sie erneut, um diesmal den Mann im Wasser, von dem nur der Kopf sichtbar war, erfolgreich zu retten. Die Übung am Samstag hat gezeigt, wie wichtig und sinnvoll Rettungshunde bei der Suche am und im Wasser sein können. Durch das gemeinsame Training mit den örtlichen Feuerwehren lernten die Kameraden die Ausführung optimal abgestimmter Einsätze.

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen