Gemeinde will Bäume vor Bibern schützen

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Samuel Pflug (vorne) und Bürgermeister Karl Hauler bergen einen Eimer aus dem Bach.
Samuel Pflug (vorne) und Bürgermeister Karl Hauler bergen einen Eimer aus dem Bach. (Foto: Hog)
Friedrich Hog

Bei der Gewässerschau am Stähebach und Tobelbach in und um Rottenacker haben Vertreter der Gemeinde und des Landratsamts am Dienstag keine gravierenden Mängel festgestellt. Einige Gegenstände muss der Bauhof einsammeln, einige Bäume geringfügig zuschneiden. Aufgefallen war der sehr geringe Wasserstand der Bäche.

Bürgermeister Karl Hauler hatte Bernhard Egle vom Hauptamt und den neuen Leiter des Bauhofs, Samuel Pflug, mitgebracht. Vom Landratsamt waren der Naturschutzbeauftragte Josef Stauber, Hannah Gerstlauer von der Abteilung Gewässernachbarschaft und Christian Schütz von der Unteren Naturschutzbehörde dabei. Gemeinsam besichtigte das Team die knapp zwei Kilometer entlang des Stähebachs sowie die rund 500 Meter entlang des Tobelbachs.

Das Wassergesetz Baden-Württemberg verpflichtet Gemeinden, in regelmäßigen Abständen eine Gewässerschau an den in ihrer Verantwortung liegenden Gewässern durchzuführen. Für Rottenacker zählt der Stähebach und Tobelbach dazu. Bei der gemeinsamen Begehung bezog das Team die Ufer sowie das für den Hochwasserschutz und für die ökologische Funktion notwendige Umfeld mit ein. Die dabei festgestellten Probleme und Gefahren wurden besprochen.

Stämme bleiben stehen

Zunächst ging es um Bäume im eingetragenen Biotop, die laut Gemeinde durch Biber angefressen oder gefällt wurden. Wenngleich der Biber das Holz frisst, und etliches davon auch als Baumeister weiterverarbeitet, blieben doch auch Stämme stehen oder liegen. Angefressene Stämme könnten zur Gefahr werden, sollen künftig vom Bauhof jedoch in Rücksprache mit dem Landratsamt beseitigt werden.

Dass der Biber nachhaltig aktiv wird, indem er in einer Höhe nagt, wo Bäume neu ausschlagen können, schützte ihn nicht vor dem Seitenhieb von Bürgermeister Hauler, der fragte, ob auch der Biber die Anordnungen erhalte. Da Biber zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen, sind sie streng geschützt. Bei toten Bäumen ist die Wegnahme unproblematisch, soweit sie nicht speziell geschützt sind. Sie können aber auch verbleiben, wo sie im Sinne der Verkehrssicherungspflicht keine Gefahr darstellen, zumal ab diesem Jahr fünf Meter Gewässerstreifen grün einzusäen sind. Drahtgeflechte um die Stämme von Bäumen schützen diese vor dem Biber, etliche Bäume waren bereits entsprechend geschützt, die Gemeinde wird diesen Schutz noch ausweiten.

Eine Esche, die vom Eschentriebsterben möglicherweise nicht betroffen ist, wurde bei der Gewässerschau gesichtet, was positiv vermerkt wurde. Die Baumkrankheit gefährdet den Bestand der Esche stark, und hat dazu geführt, dass diese nicht mehr angepflanzt wird. Zu den entdeckten Mängeln zählte eine von Erde und Bewuchs betroffene Brücke, die gereinigt werden muss. „Das ist der Tod jeder Brücke“, unterstrich Josef Stauber, der zudem empfahl, einen Altarm der Donau an diese anzuschließen, um Wasser zuzuführen. „Das ergibt eine riesige Belebung für die Landschaft, ein stehender Altarm hat für die Natur nichts übrig“, so Stauber.

Einige in die Bäche hineinragende Äste müssen beseitigt werden, Bürgermeister Hauler hat unter Zuhilfenahme eines Asts einen Plastikeimer aus dem Wasser gezogen, eine errichtete Treppe in den Bach ist zu entfernen, ebenso wie im alten Flussbett der Donau abgelegtes Reisig, sowie ein herumliegendes Stahlseil. Etliche Kunststoffrohre unterhalb eines Jägerstands sind ebenfalls zu beseitigen. Hannah Gerstlauer fiel das Niedrigwasser auf, wobei anderenorts bereits Mittelwasser herrsche. Am Ende konnte nichts gravierendes festgestellt werden, Hauler freute sich, dass entlang der Bäche relativ wenig Müll entsorgt wurde. Der durch das Schneiden einiger Pappeln entstandene Holzhaufen am Straßenrand werde zeitnah beseitigt.

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