Feuerwehr ist stark gefordert

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Bürgermeister Karl Hauler (l.) und Kommandant Gerd Grözinger (r.) mit den vier anwesenden Beförderten sowie Siegfried Borchardt
Bürgermeister Karl Hauler (l.) und Kommandant Gerd Grözinger (r.) mit den vier anwesenden Beförderten sowie Siegfried Borchardt und Wolfgang Schwarzer. (Foto: Sz- Hog)
Friedrich Hog

Die Feuerwehr Rottenacker hat ihre diesjährige Hauptversammlung im örtlichen Gerätehaus abgehalten. Dabei blickten die Kameraden auch auf das zurückliegende Einsatzjahr. Beim größten Brandeinsatz des Jahres hatte eine Katze wohl vier Menschenleben gerettet, ehe die Feuerwehr eingetroffen war. Den Beförderungen folgte eine Verabschiedung in die Altersabteilung.

Kommandant Gerd Grözinger begrüßte die rund 40 Anwesenden. In seinem Jahresbericht ging Schriftführer Stefan Stoll auf alle Ereignisse ein, bei denen die Feuerwehr beteiligt war. Die meisten Einsätze betrafen das Entfernen von Stechinsektennestern. Auch das Beseitigen von Ölspuren und Sturmschäden sowie das Helfen bei Verkehrsunfällen. Zudem gehörten sieben Brandeinsätze zu den bisher 71 Einsätzen der Feuerwehr im ablaufenden Jahr. Hinzu kamen 13 Übungen.

Bei verschiedenen Aktionen dabei

Kassier Michael Walter stellte die Einnahmen und Ausgaben im ablaufenden Jahr dar. Die Kassenprüfer Benjamin Rommel und Andreas Mayer erklärten, die Kasse sei in Ordnung. Der Leiter der Altersabteilung Hermann Stoll vermeldete für 2018 drei Neuzugänge, acht Kameraden gehören aktuell der Altersabteilung an. Weil im Januar ein weiteres Mitglied hinzukomme, habe sich die Einrichtung eines festen Abends bewährt, an dem man sich einmal pro Monat trifft. Jugendwart Michael Stoll berichtete von 24 Übungsabenden, bei denen Löscheinsätze geprobt wurden und es aber auch um Geselligkeit gegangen sei. So habe man an der Dorfputzete teilgenommen und beim Ferienprogramm mitgewirkt. Auch habe es 2018 eine Neuaufnahme gegeben, ein Mitglied könne demnächst an seinem 18. Geburtstag zur aktiven Feuerwehr übertreten. Insgesamt umfasse die Jugendfeuerwehr zehn Jungs und vier Mädels.

Kommandant Gerd Grözinger berichtete von 31 aktiven Mitgliedern, zwei Kameraden seien ausgetreten. Gruppenführer Wolfgang Schwarzer wechselt nach 19 Jahren in der aktiven Wehr in die Altersabteilung. Die Jugendfeuerwehr, so Grözinger, stelle den künftigen Fortbestand der Feuerwehr sicher. Auch lobte er die Kameraden, die Lehrgänge abgeschlossen haben. Mit 71 Einsätzen habe es deutlich mehr als im Vorjahr gegeben. Der Einbruch im Feuerwehrgerätehaus habe mehr Schaden verursacht, als Sachen mitgenommen werden konnte. Erfreut zeigte sich Grözinger über die erfolgte Bestellung eines neuen Feuerwehrfahrzeugs. Beim Brand in der Neumühle habe eine Katze durch das Wecken ihres Herrchens eine vierköpfige Familie vor dem Ersticken bewahrt, und das Rufen der Feuerwehr ermöglicht.

Guter Fortbildungsstand

Bürgermeister Hauler nahm mit den Worten „alles ist im Lot, alle haben es gut gemacht“ die Entlastung aller Verantwortlichen vor, die einstimmig erfolgte. In seiner Ansprache rief er die Feuerwehrkameraden dazu auf, ihre Partnerinnen in die Wehr einzubeziehen, da es derzeit keine Feuerwehrfrau in Rottenacker gäbe. Er verwies darauf, dass die Feuerwehr eine Einrichtung der Gemeinde ist, kein Verein und lobte die Bereitschaft der Kameraden zur Fortbildung. Ab 2019 könnten aufgrund der erfolgten Fortbildungsmaßnahmen Lehrgänge für Atemschutzträger sogar in Rottenacker angeboten werden. Er lobte die Kameraden als engagierte Feuerwehr und stellte fest, dass die Hälfte der heute aktiven Feuerwehrleute aus der Jugendfeuerwehr kommt. Da es zunehmend schwieriger werde, Fahrer für Feuerwehrfahrzeuge zu bekommen, bezuschusse die Gemeinde LKW-Führerscheine und bezahle sie „ohne Anhänger“ sogar komplett.

Bürgermeister Hauler dankte Gerd Grözinger für 20 aktive Jahre als Kommandant, 1998 habe dieser als stellvertretender Kommandant begonnen, seit 2003 sei er Kommandant. Grözinger stehe für Kompetenz, Fortbildung und Erfahrung und sei stets am Puls der Zeit. Anstelle eines Ordens überreichte er ihm einen Gutschein. Gerd Grözinger scherzte, ihm sei ein neues Feuerwehrfahrzeug lieber als ein Orden. Er beförderte abschließend Andreas Stoll und in Abwesenheit Dominik Schneider zum Feuerwehrmann. Alexander Lämmle und Kevin Maier wurden vom Oberfeuerwehrmann zum Hauptfeuerwehrmann befördert, Joachim Bopp zum Löschmeister.

Für 40 Jahre Mitgliedschaft bei der aktiven Feuerwehr wurde Hauptlöschmeister Siegfried Borchardt von Innenminister Thomas Strobl geehrt, Bürgermeister Hauler übergab ihm Urkunde und Ehrenmedaille. Kommandant Grözinger überreichte ihm ein Weinpräsent und freute sich, dass der Geehrte aktiv bliebe. Schließlich dankte er den Firmen, die die Feuerwehrleute bei Einsätzen freistellten.

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