Begegnungsabend in Rottenacker kommt gut an

Lesedauer: 3 Min
Bei einem Kennenlernspiel konnte mehr über die Anwesenden beim Begegnungsabend erfahren werden.
Bei einem Kennenlernspiel konnte mehr über die Anwesenden beim Begegnungsabend erfahren werden. (Foto: Sz- vara)
Schwäbische Zeitung
Vanressa Rapp

Bei einem Begegnungsabend sind am Sonntag Mitglieder der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde Rottenacker im evangelischen Gemeindehaus mit Flüchtlingsfamilien aus dem Ort zusammengekommen, um sich auszutauschen.

Den ganzen Abend über herrschte in lockerer Atmosphäre beste Stimmung bei Gesprächen und syrischem und deutschem Essen. Getreu dem Lebensmotto von Pfarrer Gustav Werner, „Alles was nicht zur Tat wird, hat keinen Wert“, nahmen ein paar Bürger aus Rottenacker die Vorbereitungen für das erste große Treffen in die Hand und gaben den Teilnehmern dabei Raum und Zeit, anregende Gespräche miteinander führen zu können. „Wir sollten unsere guten Gedanken und Ideen nicht im Kopf behalten, sondern in die Tat umsetzen und handeln“, bekräftigte Angelika Reusch, Ehefrau von Pfarrer Jochen Reusch, ihren Wunsch auf ein gutes Zusammenleben mit den Flüchtlingsfamilien und wies auch darauf hin, dass dafür viele kleine Schritte nötig seien.

Musikalisch eröffnet wurde der Abend mit einem kleinen Klaviervorspiel von Angelika Reusch und ihrer Tochter Elisabeth, die ein paar Stücke zum Besten gaben. Pfarrer Reusch begrüßte die zahlreich erschienenen Bürger und gab anschließend das Wort an seine Frau weiter, die jene einlud, an einem gemeinsamen Kennenlernspiel teilzunehmen. Dabei konnten sich Flüchtlinge und Einheimische näher kennenlernen.

Heimat auf Weltkarte markiert

Besonders interessiert waren die Gemeindemitglieder an den Geschichten über die Herkunft der Geflohenen. Auf einer Weltkarte konnten diese mit einem Fähnchen markieren, wo sie geboren sind oder die Vorfahren gelebt haben, um einen Überblick zu bekommen, wer woher kommt. „Ich bin in Damaskus geboren und vor eineinhalb Jahren nach Deutschland geflüchtet“, erzählte die kleine Sidra aus Syrien, die nun in Rottenacker lebt und dort die zweite Klasse besucht. „Innerhalb von acht Tagen sind wir mit dem Boot und dem Zug über die Türkei nach Deutschland gekommen“, berichtet die Zehnjährige in sehr gutem Deutsch.

Durch weitere solche Treffen und Gespräche soll in naher Zukunft aus einem Nebeneinander ein Miteinander entstehen und Vorurteile und Konflikte endgültig beseitigt werden, hofft Mitorganisatorin Angelika Reusch.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen