Bahnhalt Rottenacker: Ein Fahrplan „so gut wie nie“

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Mit viel Prominenz, darunter waren der Landtagsabgeordnete Manuel Hagel (links) und die Bundestagsabgeordnete Ronja Kemmer, hat
Mit viel Prominenz, darunter waren der Landtagsabgeordnete Manuel Hagel (links) und die Bundestagsabgeordnete Ronja Kemmer, hat Rottenackers Bürgermeister Karl Hauler (Mitte) den Bahnhalt in seiner Gemeinde gefeiert. (Foto: SZ- KHB)
Karl-Heinz Burghart

Rund 160 Bahnfahrer haben sich am Pfingstsonntag morgens am Rottenacker Bahnhof getroffen, um mit einem Zug der Südwestdeutschen Landesverkehrs-AG SWEG in Richtung Schelklingen zu fahren.

Gut eine halbe Stunde bevor der Zug einfuhr, eröffnete Bürgermeister Karl Hauler „das kleine Fest“ mit den Worten: „Heute ist ein ganz besonderer Tag für Rottenacker, wir haben mehrere Gründe zu feiern.“

Neben 150 Jahre Donaubahn und fünf Jahre reaktivierter Bahnhalt in Rottenacker, betonte der Schultes, dass die SWEG mit dem Pfingstsonntag den Bahnverkehr auf der Linie Ulm-Munderkingen übernommen habe und dadurch „der Bahnhalt in Rottenacker aufgewertet“ worden sei. „Wir haben jetzt einen vollwertigen, durchgetakteten Fahrplan, auch am Wochenende, wie in Rottenacker noch nie hatte“, freute sich Hauler.

Die „Jubiläums-Fahrgäste“ erfuhren, dass ab sofort Züge ab sechs Uhr morgens in Rottenacker losfahren und selbst nach 23 Uhr noch die Möglichkeit von Um aus nach Rottenacker zu fahren. „Zwischen 9 Uhr und 20 Uhr fährt jede Stunde zur Minute 20 ein Zug in Richtung Munderkingen und zur Minute 34 nach Ulm“, erklärte Bahn-Experte Gerhard Schnaitmann.

Weil es „Rottenacker geschafft habe immer einen Zug voraus zu sein“, scherzte Bürgermeister Hauler, stehe der Tag unter dem Motto „Rottenacker ist jetzt am Zug“. „Und das ist der Hartnäckigkeit des Bürgermeisters zu verdanken“, sagte der Landtagsabgeordnete Manuel Hagel, der mit der Bundestagsabgeordneten Ronja Kemmer zur „Jubiläumsfahrt“ gekommen war. Für den ländlichen Raum sei ein „guter Mix der Verkehrsmittel“ wichtig. „Und dabei spielt der Zugverkehr eine wichtige Rolle“, sagte Hagel.

„Die Schiene ist ein Lebensachse für den ländlichen Raum“, betonte Markus Möller, Erster Landesbeamter im Alb-Donau-Kreis und Stellvertreter von Landrat Heiner Scheffold. Wer von einer „nachhaltigen Verkehrswende“ spreche, müsse auch konsequent handeln, sagte Möller. Bei der Donaubahn sei nicht nur geplant und geprüft, sondern vor allem entschieden und ausgebaut worden, so der Vize-Landrat.

„Und zum neuen Fahrplan gibt es für Rottenacker noch ein besonderes Bonbon“, freute sich Bürgermeister Hauler: „Einer der neuen und modernen Lint 54-Züge wurde auf den Namen ‚Rottenacker‘ getauft“. Hauler habe den Schriftzug „Rottenacker“ vor Kurzem in Immendingen „blasen- und faltenfrei“ auf den Triebwagen geklebt, sagte Tobias Harms von der SWEG. „Nach Heidenheim ist Rottenacker damit der zweite Bahnhalt, nach dem einer unserer Züge benannt ist“.

Die Lint 54-Züge sind 54 Meter lang, bieten 150 Sitz- und 18 Fahrradplätze, WLAN sowie Steckdosen an jedem Sitzplatz und sind seit Kurzem auf der Donautalbahn und der Brenzbahn unterwegs, erfuhren die Fahrgäste.

Mit einem schmissigen Marsch empfing der Musikverein „Edelweiß“ den Lint-Zug „Rottenacker“ fast pünktlich am Rottenacker Bahnsteig, der die „Jubiläums-Fahrgäste“ zur Freifahrt nach Schelklingen und möglicher Weiterfahrt nach Münsingen und Marbach einsteigen ließ. „Der Weg bis hierher war weit und steinig, aber jetzt ist Rottenacker am Zug und auf der Schiene“, sagte Bürgermeister Hauler bevor er in „seinen Rottenacker-Zug“ stieg.

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