Abwasserverband besichtigt Kläranlage

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Die Verbandsmitglieder erfuhren, dass bestimmte Bakterien bei der Reinigung des Abwasser helfen.
Die Verbandsmitglieder erfuhren, dass bestimmte Bakterien bei der Reinigung des Abwasser helfen. (Foto: Sz- eis)
Eileen Kircheis

Die Mitglieder des Abwasserverbands Winkel, zu dem die Gemeinden Oberstadion, Unterstadion und Grundsheim sowie die Attenweiler Teilorte Oggelsbeuren und Rupertshofen gehören, haben am Dienstag die Kläranlage in Rottenacker besichtigt. In dieser wird das Abwasser der gesamten Raumschaft aufbereitet. Bei der anschließenden Beratung hat das Gremium zudem beschlossen, bestimmte Messgeräte für die Regenüberlaufbecken im Winkel anzuschaffen.

Bei der Besichtigung der Kläranlage erfuhren die Verbandsmitglieder von den Klärwärtern Wolfgang Gemmi und Roland Butz, dass jährlich rund 2,5 Millionen Kubikmeter Wasser in der Kläranlage in Rottenacker gereinigt werden. „Es ist schon eine Riesenaktion, das Abwasser aus der ganzen Region hier herzubringen“, berichtet Gemmi mit Blick auf eine entsprechende Landkarte. Rund 700000 Kubikmeter sind davon gebührenpflichtiges Abwasser aus den Haushalten der Raumschaft Munderkingen. Weitere 700000 Kubikmeter sind Fremdwasser und rund eine Million Kubikmeter sind Regenwasser. Dafür werden jährlich rund 900000 Kilowattstunden Strom benötigt.

Rund anderthalb Tage werde das Abwasser in der Anlage aufbereitet, bis es so sauber ist, dass es in die Donau eingeleitet werden darf. Das Abwasser durchläuft nach verschiedenen Rechen, an denen der grobe Dreck herausgefiltert wird, zwei große Becken, in denen Bakterien das Wasser reinigen. Die Schmutzpartikel setzen sich als Schlamm am Boden der Becken ab. „Der Klärschlamm, der immer noch rund 75 Prozent Wasser enthält, wird dann zur Verbrennung ins Klärwerk Steinhäule gebracht“, erklärt Butz.

Im Anschluss an die Besichtigung folgte eine Beratung. Der Abwasserverband ist vom Landratsamt angehalten worden, die Regenüberlaufbecken mit bestimmten Messeinrichtungen auszustatten, berichtete der Vorsitzende des Abwasserverbandes, Uwe Handgrätinger, Bürgermeister von Unterstadion und Grundsheim. Die Lieferung dieser hat das Gremium am Dienstag an die Firma Pannach vergeben. Diese wird die Messeinrichtungen, die ihre Daten über Handynetz an das Klärwerk liefern und keine Stromanschlüsse mehr benötigen, für die Überlaufbecken in Grundsheim, Moosbeuren, Mühlhausen, Rettinghofen und Hundersingen zum Preis von 19139 Euro liefern. Zudem werden vorerst jährlich rund 1600 Euro zur Datenübertragung fällig. „Die Datenübertragung funktioniert trotz teilweise schlechtem Handynetz problemlos, das haben wir bereits getestet“, erklärt Roland Butz.

Für die Becken in Mundeldingen und Oberstadion sind andere Messeinrichtungen nötig, diese senden ihre Daten über bestehende Kabelleitungen zum Klärwerk. Diese Messgeräte kosten nochmal rund 6000 Euro und werden von den Klärwärtern selbst eingebaut.

Mit den Messanlagen könne künftig kontrolliert werden, ob die Becken richtig arbeiten oder ob zu viel Abwasser eingeleitet wird, erklärt Uwe Handgrätinger. „Sie dienen zum einen zur Selbstkontrolle und zum anderen will die Gewässeraufsicht diese Daten einsehen“, erklärt der Verbandsvorsitzende.

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