Abraham und Isaak einmal musikalisch und kreativ

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Friedrich Hog

Ein sichtlich gerührter Pfarrer Jochen Reusch hat am Freitag mit einem großen „Wow“ ein noch größeres Publikum begrüßt, das die eng bestuhlte Halle in Rottenacker komplett ausfüllte. Dieses Jahr brachte das Musical Adonia das Stück „Isaak – so sehr geliebt“ auf die Bühne. Mit Tanz, Gesang, Musik und Schauspiel begeisterten 70 Jugendliche, die innerhalb weniger Tage im Musicalcamp auf den Auftritt vorbereitet wurden.

Wenn Abraham und Isaak mit dem Fahrrad in die bekannte biblische Geschichte einsteigen, ist der Spaßfaktor garantiert. Abwechselnd setzte das Ensemble dem Schauspiel kommentierend selbstverfassten Gesang und ansprechend umgesetzten Tanz entgegen. Eine Liveband knüpfte den musikalischen Teppich. Das war von Anfang an mitreißend, das Publikum klatschte mit und hatte beste Laune. Mit diesem Unterhaltungswert versehen konnten jung und alt der an Dramatik kaum zu überbietenden Geschichte auch bestens folgen.

Abraham bricht mit seinem Sohn Isaak auf, um „Quality Time“ zu erleben, wäre da nicht der Wunsch Gottes an Abraham, ihm den lange ersehnten Sohn zu opfern. „Wir bringen ein Opfer, um Gott zu zeigen, dass wir ihn lieben und ihm dienen.“ So klärt der ernst wirkende Abraham seinen fragenden Sohn auf, und beschwichtigt: „Das Opfertier wird der Herr uns geben.“

Auch die Geschichte des Einzug der Israeliten nach Kanaan, dem südlichen Teil des heutigen Syrien, wo Milch und Honig fließen, wurde eingeflochten und schauspielerisch in die Gegenwart übertragen. Dargestellt wurde die Ablehnung, mit der die Gäste empfangen wurden. Flüchtlingsströme gab es in der Zeit vor Christus ebenso wie heute, und die Angst der Menschen vor dem Unbekannten bedurfte auch damals der Überwindung, ehe Positives entstehen konnte. Im Lied „Niemand hat auf mich gewartet in diesem fremden Land, die Menschen sind so anders, hat die Reise sich gelohnt?“ wurde dies kommentiert. „Abraham hat gesagt, der Streit muss enden, wir sind doch Brüder. Die Konflikte müssen gut ausgetragen werden“, lautete das Fazit. Lot ging dann, da Abraham ihm die Wahl ließ, in die Jordanebene. Auch den Einwand Isaaks, Onkel Lot habe das gute Land erhalten, entkräftet Abraham mit dem Hinweis auf Gottes Führung.

Kleine Szenen mit großer Wirkung

Diese führt Vater und Sohn auf den Berg, wo Gott Abraham eingibt, dem Sohn das Leben zu schenken, nachdem er sich von Abrahams bedingungsloser Liebe und seinem Gehorsam überzeugt hat. Nicht nur die Geschichte war es, die das Publikum in bester Erinnerung behalten wird, sondern die kleinen Szenen, wie Abraham Isaak erklärt, dass Gott durch die Natur zu den Menschen spricht, zum Beispiel durch den Sternenhimmel. Garniert wurde die Szene durch einen singenden Abraham „Weißt Du wieviel Sternlein stehen?“, das Publikum zückte die Taschenlampen. Auch der verzweifelte Abraham („Es bricht mir das Herz“) und die immer wiederkehrenden Schattenspiele verfehlten nicht ihre Wirkung. Die Freude über Sarahs Schwangerschaft mit Isaak wurde durch tanzende Cowboys und Cowgirls, begleitet von einer Fiddle, einprägsam wie ein Befreiungsschlag inszeniert. Am Ende hieß es „Yeah!“ und der Daumen war zu Recht bei allen oben.

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