Schnelles Internet für jedes Haus in Rechtenstein

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Mit dem Spatenstich geht es nun auch offiziell los.
Mit dem Spatenstich geht es nun auch offiziell los. (Foto: Sz- eis)

Der Breitband-Internetausbau in Rechtenstein hat begonnen. Am Donnerstag hat in der Gemeinde der offizielle Spatenstich für die Verlegung der Glasfaserleitungen im Ort stattgefunden. Anders als in den übrigen Gemeinden des Alb-Donau-Kreises wird in Rechtenstein nicht nur die Backbone-Leitung, also die kreisweite Haupttrasse, verlegt, sondern direkt nahezu jedes Haus erschlossen.

Rechtenstein wird damit zur „Cybercity“, sagte Bürgermeisterin Romy Wurm am Donnerstag, bevor sie gemeinsam mit Landrat Heiner Scheffold, VG-Geschäftsführer Markus Mussotter, Klaus Härle von der EnBW, Klaus Zoller vom ausführenden Bauunternehmen und einigen anderen symbolisch zum Spaten griff. „Das ist für Rechtenstein ein besonderer Tag und ein wichtiger Schritt für die Zukunft der Gemeinde“, so die Bürgermeisterin weiter.

Zum Spatenstich gekommen waren auch ihre Kollegen Bernhard Ritzler und Martin Krämer aus Lauterach und Obermarchtal. Schließlich kann das Signal Rechtenstein nur erreichen, wenn der Ringschluss geschaffen und die Backboneleitung auch in den Nachbargemeinden verlegt ist.

Gewerbebetriebe machen Förderung möglich

Der komplette Ausbau in der Gemeinde sei zum einen durch die geografische Begebenheit möglich und zum anderen, weil es in Rechtenstein mehr als 20 Gewerbebetriebe gibt, die sehr gut auf dem Gemeindegebiet verteilt sind. Denn die Anschlüsse für die Gewerbetreibenden machen den Ausbau in der Form erst förderfähig. Rund 1,4 Millionen Euro wird der Glasfaserausbau in Rechtenstein kosten. Dafür hat die Gemeinde Zuschüsse in Höhe von rund 550 000 Euro erhalten. „Angesichts der stark gestiegenen Baukosten könnte das Land seine Förderung aber gern noch anpassen“, sagte Romy Wurm.

Denn ohne eine enorme Verschuldung könne die Gemeinde, die derzeit eine Nullverschuldung aufweist, das Projekt nicht realisieren. „So eine große Investition hat Rechtenstein zuvor noch nie auf einen Schlag getätigt“, betonte die Bürgermeisterin. Sie geht davon aus, dass die sechs Kilometer lange Leitung bis Ende 2019 fertig sein wird.

Landesweites Pilotprojekt

Obwohl derzeit in vielen der 55 Gemeinden im Alb-Donau-Kreis Spatenstiche für den Breitbandausbau erfolgen, hat es sich Landrat Heiner Scheffold nicht nehmen lassen, in den kleinen Ort zu kommen. „Schließlich ist Rechtenstein in Sachen Breitbandausbau pilothaft landes- wenn nicht sogar bundesweit“, so der Landrat, der auch betonte, dass Glasfaserinternet enorm wichtig für die Infrastruktur einer Gemeinde sei. „Hier entscheidet sich, wo die Arbeitsplätze in zehn, 15 Jahren sind“, so Heiner Scheffold. Er lobte daher das Vorgehen von Bürgermeisterin Romy Wurm als mutig und vorausschauend. Sie habe gemeinsam mit ihrem Gemeinderat den Grundstein für eine gute Zukunft der Gemeinde gelegt.

Mit einem Glasfaseranschluss für jedes Haus erreiche Rechtenstein nach Abschluss der Arbeiten, was andere Kommunen erst in den kommenden Jahren erreichen werden, erklärte Landrat Scheffold, der noch als Erster Landesbeamter den Verband Komm.Pakt.Net ins Leben gerufen hatte, der maßgeblich dafür ist, dass der Internetausbau in der Region auch ohne die Unterstützung der Telekommunikationsunternehmen vorangeht.

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