Wie die Stadtwerke Ulm den Kahlschlag am Öpfinger Damm erklären

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Die SWU veranstaltete in Öpfingen ein Treffen zur Bürgerbeteiligung: Bürgermeister Andreas Braun (l.) hörte ebenfalls wie viele
Die SWU veranstaltete in Öpfingen ein Treffen zur Bürgerbeteiligung: Bürgermeister Andreas Braun (l.) hörte ebenfalls wie viele Bürger SWU-Mitarbeiter Ingo Geißelhart (r.) zu. (Foto: Elisabeth Sommer)
Schwäbische Zeitung

Im Jahr 2023 kann das 100-jährige Bestehen des Öpfinger Kraftwerkes gefeiert werden. In der Veranstaltung zur Bürgerbeteiligung am Dienstagabend dominierte aber das Thema Ersatzpflanzungen. Vor sechs Jahren war im Auftrag der Stadtwerke Ulm (SWU) der Damm von Bäumen befreit worden, deren Ersatzpflanzung aber immer noch auf sich warten lasse. Der kahle Anblick ärgert zahlreiche Öpfinger bis heute, die in der Versammlung im Kulturraum daraus auch keinen Hehl machten.

Angeregte Diskussion

Mehr als 100 Bäume sollen damals abgeholzt worden sein. Sträucher seien als Ersatz versprochen worden, hieß es. Verärgert reagierten jetzt verschiedene Teilnehmer wegen der Vermutung, dass der damalige SWU-Mitarbeiter solche Zusagen nur gegeben haben könnte, um in der damaligen Bürgerinformationsveranstaltung die Diskussion abzuwürgen.

Als Nachfolger des damaligen SWU-Vertreters war nun Ingo Geißelhart anwesend, der sich gesprächsbereit zeigte, aber auch nicht auf alle Fragen gewünschte Antworten hatte. Aus Gründen des Dammschutzes seien die Bäume beseitigt worden, damit der Damm einsehbar und bei Bedarf stets sofort zugänglich ist, betonte Geißelhart. Mehrfach meldete sich Bürgermeister Andreas Braun zu Wort, um sich erklärend und beschwichtigend einzubringen. Auf die unnachgiebige Frage nach Ersatzpflanzungen teilte Geißelhart mit, dass es zwei geplante Ausgleichsflächen mit Größen von 2200 und 2740 Quadratmetern gebe.

Anregungen aufnehmen

Auf den Flurstücken 169, 169/1 und 367 sollen heimische Gehölze gepflanzt werden: Rotbuche, Hainbuche, Bergahorn, Feldahorn, Stieleiche, Sommerlinde, Bergulme und Grauerle. Außerdem werden Sträucher (Haselnuss, Hartriegel, Liguster, Kornelkirsche, Pfaffenhütchen, Schwarzer Holunder, Wolliger Schneeball und Weißdorn) gepflanzt. Die SWU nutzt den BUND als Berater. Aus der Bürgerschaft kam jetzt der Wunsch, die gewachsenen Blühpflanzen wegen des Insektenschutzes nicht gerade in der Blüte zu mähen. Andererseits wurde gebeten, dem Springkraut durch verstärktes Mähen Einhalt zu gebieten. Er wolle diese Anregungen aufnehmen, und Bürger könnten sich bei Hinweisen und Fragen auch direkt an die SWU wenden, sicherte Ingo Geißelhart zu.

Der Bau der sogenannten Restwasseranlage mit Bau eines Fischaufstiegs soll im kommenden Sommer beginnen und im Frühjahr 2021 abgeschlossen werden (wir berichteten). Damit sinkt der Geräuschpegel, weil in der Regel kein Wasser mehr über das Wehr abgegeben werden muss, außer an Tagen mit Hochwasser, was schätzungsweise an 35 Tagen im Jahr der Fall sein könne.

Mit Einschränkungen zu rechnen

Ein Versammlungsteilnehmer stellte fest, dass aufgrund des Wegfalls des monotonen Wassergeräuschs, dann der Verkehrslärm stärker wahrgenommen wird. SWU-Vertreter Geißelhart schilderte, dass die nur wenige Quadratmeter benötigende Wasserkraftanlage Strom für 275 Haushalt erzeugen kann. Vergleichsweise würde dagegen eine PV-Anlage seiner Meinung nach 8000 Quadratmeter benötigen. Genutzt wird eine vorhandene 35Kw-Leitung der SWU in Richtung Donaustetten. Es werde an einzelnen Tagen des Baus zu Einschränkungen beim Zugang zu den Gärten kommen, sagte Geißelhart.

Bürgermeister Andreas Braun informierte, dass im Dezember ein Gespräch mit dem Landratsamt wegen des gleichzeitigen Brückenbaus über die Donau stattfinden wird, um anschließend Details zum Verlauf bekanntgeben zu können. Außerdem werde sich der Gemeinderat noch mit der Thematik befassen. Bürgermeister Braun bekam die Zusage, dass sich die SWU an der nächsten Gemarkungsputzete auch wieder beteiligen werde.

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