SG Öpfingen: Die Meisterschaft ist fix, der Erfolgshunger bleibt

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 Meisterlich auf und neben dem Platz: Dem 2:1 in Ertingen ließ die SG Öpfingen eine große Feier folgen.
Meisterlich auf und neben dem Platz: Dem 2:1 in Ertingen ließ die SG Öpfingen eine große Feier folgen. (Foto: SGÖ)
Schwäbische Zeitung

Die Meisterschaft der SG Öpfingen in der Fußball-Kreisliga A ist nicht nur deshalb bemerkenswert, weil die Mannschaft den Meisterwimpel bereits fünf Spieltage vor Saisonende beim Staffelleiter in Auftrag gab. Es war außerdem der erste Titelgewinn der Öpfinger Fußballer nach 24 Jahren. Der bisher letzte Aufstieg liegt noch nicht so lange zurück, doch ging es 2012 als Zweiter der Kreisliga A über die Relegation hoch ins Bezirksoberhaus. Einen Meisterwimpel gab es damals nicht, sondern zuletzt 1994/95, als im Jahr nach dem Aufstieg aus der Kreisliga A der Durchmarsch in die Landesliga gelang.

Die Spieler von damals sind inzwischen im AH-Alter und einige der früheren Aufstiegshelden ließen es sich nicht nehmen, mit der neuen Generation am Sonntagabend die Kreisliga-Meisterschaft zu feiern. SGÖ-Torhüter und -Abteilungsleiter Steffen Lehmann berichtete davon, wie Stephan „Kurte“ Rechtsteiner dem Aufsteiger von 2019 ein Meisterschafts-T-Shirt vom Kreisliga-Titelgewinn 1993/94 überreichte. Es war eines der Höhepunkte eines Festtags für die SG Öpfingen, der am Nachmittag in Ertingen begonnen hatte.

Mit 2:1 hatten die Öpfinger bei der SGM Ertingen/Binzwangen gewonnen – dort, wo sie in der Vorsaison ebenfalls nach 2:0-Führung noch verloren hatten. Als diesmal der Anschlusstreffer fiel, habe man schon ein wenig gebangt, sagte Torwart Lehmann. „Wir hatten schon seit Jahren in Ertingen Probleme.“ Doch diesmal ließ sich die Mannschaft den Sieg nicht mehr nehmen in einem Spiel, das die Öpfinger konzentriert angegangen waren. „Wir waren sehr motiviert, sehr fokussiert“, hatte Trainer Felix Gralla bereits vor dem Anpfiff in der Kabine festgestellt. Es sei leiser gewesen als sonst, ergänzte Lehmann. Die Öpfinger wollten die Meisterschaft an diesem Tag unbedingt – zumal sie auch von vielen Fans begleitet worden waren. Die „Zweite“ war vor Ort, das Team der SGÖ-Frauen, das sich selbst morgens mit dem Sieg im Bezirksliga-Schlager gegen Unlingen in Jubelstimmung versetzt hatte, die A-Junioren, Alte Herren, jede Menge Fans. Wer Zeit hatte, war dabei.

Die „Erste“ gewann und im Autocorso ging es zurück nach Öpfingen und „eine Dreiviertelstunde“ durch den Ort, so Felix Gralla. Die erste Einkehr erfolgte im Landgasthof „Ochsen“ und von dort ging es weiter ins Vereinsheim, wohin man sich das Essen liefern ließ und feierte – der Trainer, der am nächsten Tag arbeiten musste und einen Geschäftstermin in Hamburg hatte, bis kurz vor Mitternacht, andere bis in die frühen Morgenstunden. Manche hätten vermutlich sogar am Montag noch ausgeharrt, sagte Lehmann, der selbst nicht lange vor Sonnenaufgang aufgebrochen war. „Es waren sehr viele Leute bei der Feier“, so Gralla.

Womöglich war es nicht der letzte Grund für eine Sause in Öpfingen. Die SG ist noch im Bezirkspokalwettbewerb vertreten und spielt am Donnerstagabend beim A2-Ligisten Renhardsweiler um den Einzug ins Endspiel. Genau das will die Mannschaft auch erreichen. Für Dienstag gab es noch trainingsfrei, aber am Mittwoch versammelt Felix Gralla seine Spieler wieder um sich. „Es vielleicht ganz gut, dass jetzt schon das Pokalspiel kommt“, so der Trainer, für den trotz vorzeitiger Meisterschaft auch die restlichen Kreisliga-Spiele noch wichtig sind. „Für ein frühes Ausklingenlassen der Saison bin ich der falsche Trainer“, sagt Gralla. Den Pokal will er holen, auch um in der kommenden Saison im Verbandspokalwettbewerb mitzuspielen. Und aus den verbleibenden fünf Ligaspielen sollen 15 Punkte her, die maximale Ausbeute. Geht es nach Felix Gralla, wird sein Team die Kreisliga-Saison mit 77 Punkten aus 30 Punkten abschließen und damit die Marke des TSV Riedlingen erreichen, der 2017/18 die Kreisliga A1 genauso dominiert hat wie die SG Öpfingen 2018/19. (aw)

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