Heavy Metal im Industriegebiet: Hier zeigen Bands, was sie drauf haben

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Melodischen Folk Metal bot die Band „Skytale“.
Melodischen Folk Metal bot die Band „Skytale“. (Foto: sz- beißner)
Grischa Beißner

Nach dem Auftakt am Mittwoch mit der Disco des Jugendhauses Öpfingen ist das 6. Burrenfestival am Donnerstagabend mit Rock und Metal durchgestartet.

Den Einstieg im Festzelt machen die Jungs von „Remember your Scars“, die alle aus dem Raum Ulm/Biberach stammen. Mit harten Riffs und einer abwechslungsreichen Mischung aus Melodic Metal und Growl laden sie die Besucher zum Headbangen ein.

Als dann um 19 Uhr „Skytale“, die zweite Band des Abends, die Bühne betritt, ist das Zelt schon ordentlich voll. Das Publikum reicht von 4 bis 70 Jahren und allen sieht man an, dass sie für Rock und Metal brennen.

„Skytale“ bietet melodischen Folk Metal, den sie mit Cello und Flöte kombinieren. Auch die Gitarrensoli und das Schlagzeug gehen gut ab, und gegen Ende wird noch die kurz vor dem Festival erschienene Single „A thousand Words“ präsentiert.

Zwischen jeder Band gibt es eine viertelstündige Umbaupause, die bei der dritten Band des Abends, „Battlefly“, ein wenig komplizierter verläuft. Aber die Ulmer nehmen es mit Humor und spätestens nach dem ersten markigen Schrei des Frontmanns ist die Stimmung wieder voll da.

Das Zelt bebt

Beim vierten Auftritt sind bereits 200 Leute im Festzelt und es wird immer voller. Die Stimmung ist gut, alle haben Spaß. Da tritt ein Mann im adretten Anzug auf die Bühne und warnt das Publikum mit einem Augenzwinkern, dass nun der Auftritt der Horror-Punk-Band „Horror Vision“ bevorstünde.

Kurz danach stehen die drei auf der Bühne. Alle aufwendig bemalt und geschminkt, wie es sich für eine Horror-Band gehört. Nun ist auch die Moshpit des Burrenfestivals endgültig eröffnet.

Es folgen weitere Auftritte, von Bands wie den aggressiv-melancholischen „Call of Insanity“, der Ulmer Trash-Metal-Band „Raw Ensemble“ und dem krönenden Abschluss des Abends „Legacy of Ashes“, die mit ihrer abwechslungsreichen, aber stilsicheren Musik das Zelt nochmal zum Beben bringen.

Das Burrenfestival ist ein gemeinsames Projekt der gut 40 Bands, die alle im Probenzentrum „Im Burren“ ihre Songs und Auftritte einstudieren. Alle, die hier auftreten, stammen aus der Region, ob aus Ulm, Biberach oder Günzburg.

Vor sechs Jahren kam die Idee auf, ein gemeinsames Festival von Bands für Bands zu machen, erzählt Ian Hofmann, Sänger von Skytale und Vorsitzender des eigens für das Festival gegründeten Burrenfestivalvereins.

Alle Bands treten hier ehrenamtlich auf und packen gemeinsam mit an. Jede Band übernimmt gleichzeitig eine Helferschicht – ob bei Bühnenbetreuung, Aufbau und Abbau oder am Pizzaofen. Wenn es Erlöse gibt, dann wird davon Equipment für die Bandgemeinde gekauft.

„Die Burren-Bands sind alle freundschaftlich verbunden, helfen sich oft gegenseitig und geben auch gemeinsam Konzerte. Aber da viele oft auswärts unterwegs sind, ist das Burrenfestival der Ort, an dem sich alle Bands treffen“, sagt Ian Hofmann. So steht auch Sängerin Yasmin von der Rock-Coverband „Gnatbite“ hinter der Bar und schenkt Drinks aus.

Ihren Auftritt hat sie am Samstag um Mitternacht. „Wir sind seit dem ersten Festival dabei und es ist jedes Jahr richtig toll“, erzählt Yasmin. Der Rest der Bar ist allerdings fest in der Hand der Handballerinnen vom FC Strass, die an den vier Tagen hinter dem Tresen stehen. Die 20 Mädels des Teams haben sich die Abende nach ihrem Musikgeschmack aufgeteilt, damit jede ihren Einsatz musikalisch genießen kann.

Eine Sache haben sich die Bands für das Burrenfestival 2019 allerdings noch ausgedacht: Einen Cover-Wettbewerb, bei dem jede Band bei ihrem Auftritt das Lied „Bloodstream“ von Ed Sheeran auf ihre eigene Art spielen wird. Die Besucher können dann auf der Website abstimmen, welche Version ihnen am besten gefallen hat.

Gesucht: die Stimme des Schwabenlandes

Das 6. Burrenfestival läuft noch bis einschließlich Sonntag im Gewerbegebiet „Im Burren“ bei Öpfingen. Von Metal über Rock bis Soul und Reggae wird eine Menge geboten, bevor es dann mit einem ökumenischen Gottesdienst, gemeinsamem Mittagessen und dem Karaoke-Wettbewerb „Voice of Schwobaländle“ zu Ende geht – zumindest bis zum siebten Mal.

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