Donau-Ratzen und ihre Gäste juckt der Regen nicht

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Wer gut beschirmt war, wie die Gebrazhofer Dickköpf, hatte Vorteile beim Öpfinger Umzug.
Wer gut beschirmt war, wie die Gebrazhofer Dickköpf, hatte Vorteile beim Öpfinger Umzug. (Foto: SZ-Fotos: Burghart)

Mit lauten „Ratza samma – Jucka damma“-Rufen hat Claudia Burkhardtsmayer am Samstagnachmittag die angereisten Narren und ihre Zuschauer zum Tag-in-Nacht-Umzug in Öpfingen begrüßt. Und schnell betonte die Öpfinger Zunftmeisterin, dass die Donau-Ratzen und ihre Gäste dem heftigen Regen trotzen werden.

Und das taten die Narren und Zuschauer auch. Petrus hatte es nicht gut gemeint mit den Öpfinger Donau-Ratzen. Als sie am Mittag alle Narrenoberhäupter zum Empfang geladen hatten, schien über der Donau noch die Sonne. Als die Zunftmeister aber ihre „Ratza-Supp“ verspeist hatten, öffnete der Himmel wenige Minuten vor Umzugsbeginn derart seine Schleusen, dass Bürgermeister Andreas Braun seinen Ratzenschirm öffnete und froh war, „Schirmherr des Umzugs“ zu sein.

Trotz des Regens eröffneten lachende Kinder in der bunten Schar der Mäschgerla der Mutter-Kind-Gruppe und vom SG-Kinderturnen den närrischen Gaudiwurm, zu dem sich 76 Gruppen angemeldet hatten. Unter den Klängen des Öpfinger Musikvereins zeigten sich die Narrennachbarn der Wallental-Hexen und die Schelklinger Waldhutzla als „ANR-Patenkinder“ der Donauratzen anschließend im ersten Umzugsteil. Schloßberghexa aus Oberstadion, Schlösslespfeifer aus Erbach, Nesselweiber aus Nasgenstadt, Druden aus Griesingen sowie Deich-Uschla, Rauhried-Weibla, Brugga-Goischdr, Babeles Buaba und Spittl-Goischdr hielten die närrischen Fahnen der Region hoch.

Schwerpunkt der Narrengäste waren aber wie jedes Jahr die Ringzünfte des Alemannischen Narrenrings, die den Donau-Ratzen, seit vielen Jahren Mitglied des Alemannischen Narrenrings, ihre Aufwartung machten. Und die ANR-Zünfte kamen aus dem Oberschwäbischen, wie die Höllteufel aus Alttann, Schussentäler aus Reute oder die Bockstall-Zunft aus Weingarten, aber auch vom Bodensee, wie die Narren aus Salem, aus dem Allgäu, wie die Gebrazhofer Dickköpf, oder „von dr Alb ra“, wie die Zunft der Schlaggawäscher aus Oberkochen. „D’Affa schteiget“ rief die Affenfamilie aus Ankenreute den Zuschauern zu, die Reinstetter Rottumtalhexen verrieten, dass „dr Frosch über dr Gosch hocket“ und der Bobohle aus Rot an der Rot kam der Aufforderung des Publikums „Kei’s Hai ra“ nach und verteilte Heu statt Papierschnipsel.

Party bis in die Nacht

Rund die Hälfte der Narrengruppen zog bei Tageslicht an den Zuschauern vorbei und mit seiner zweiten Hälfte mündete der Öpfinger Narrensprung, wie von den Donau-Ratzen gewollt, in einen Nachtumzug. Als nach rund zwei Stunden der Tag-in-Nacht-Gaudiwurm durch Öpfingen gezogen war, war der Narrentag der Donauratzen aber noch lange nicht vorbei. Im geheizten, aber vor allem trockenen Partybereich in und rund um die Mehrzweckhalle wurde die Öpfinger Fasnet bis weit in die Nacht hinein gefeiert.

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