Vikar rechnet private Ausgaben über Pfarrkasse ab

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Pfarrvikar hat Geld für private Ausgaben aus Pfarrkasse genommen.
Pfarrvikar hat Geld für private Ausgaben aus Pfarrkasse genommen. (Foto: Federico Gambarini)

Private Ausgaben hat der örtliche Pfarrvikar über die Pfarramtskasse der Kirchengemeinde Oberstadion abgerechnet. Das hat die Diözese Rottenburg-Stuttgart am Donnerstag auf Nachfrage bestätigt. Öffentlich geworden ist der Vorfall durch ein anonymes Schreiben, das aktuell in der Gemeinde und den Nachbarorten die Runde macht.

Bereits im Frühjahr dieses Jahres habe es Anzeichen von Unklarheiten bei den Ausgaben der Pfarramtskasse gegeben, teilt die Diözese mit, daraufhin wurde eine Sonderprüfung der Pfarramtskasse veranlasst. Ende September ist dann der Kirchengemeinderat Oberstadion über das Ergebnis des Prüfberichts informiert worden. Der Pfarrvikar hatte demnach tatsächlich private Ausgaben über die Pfarramtskasse abgerechnet, später dann aber in voller Höhe erstattet. Der anonyme Briefschreiber spricht von einer mittleren vierstelligen Summe, die wohl erst nach Bekanntwerden der Unstimmigkeiten erstattet wurde.

Ein Personalgespräch mit dem Geistlichen, Dekan Ulrich Kloos und einem Personalreferenten der Diözese sei Anfang Oktober erfolgt. Zudem sei ihm bereits die Bewirtschaftungsbefugnis entzogen worden, teilt die Diözese mit. Das bedeutet, dass er weder Rechnungen unterschreiben noch Entnahmen aus der Pfarramtskasse vornehmen kann. Derzeit erfolge durch die Diözese eine kirchenrechtliche Prüfung hinsichtlich des Verhaltens des Pfarrvikars. Nach dessen Abschluss können weitere Aussagen getroffen werden.

Der anonyme Briefschreiber behauptet zudem, dass der Kirchengemeinderat den Vorfall verschweigen wollte, weshalb der Schreiber jetzt die Briefe verteilt habe. Diesen Vorwurf könne die Diözese insofern „zurechtrücken“, als dass für jeden zunächst eine Unschuldsvermutung gelten muss, bis zum Beweis des Gegenteils, heißt es von der Sprecherin. Fakt ist aber: Der Prüfbericht hat ein Fehlverhalten belegt, aus diesem Grund erfolge nun eben die Konsequenz einer kirchenrechtlichen Prüfung des Verhaltens des Geistlichen. Dieses sei mit einem Disziplinarverfahren vergleichbar.

Aufgrund des anonymen Briefes ist am Donnerstagabend eine außerordentliche Sitzung des Kirchengemeinderates in Oberstadion einberufen worden. Bei dieser ist das Gremium über die weitere Vorgehensweise in dem Fall informiert worden.

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