Oberstadion entwickelt Alarmplan für Wehr bei Hochwasser

Lesedauer: 5 Min
Trotz hoher Pegelstände ist die Fußgängerbrücke bei Mundeldingen keine Gefahrenstelle gewesen.
Trotz hoher Pegelstände ist die Fußgängerbrücke bei Mundeldingen keine Gefahrenstelle gewesen. (Foto: Archiv khb)
Karl-Heinz Burghart

„Unsere Bachputzete am Stehenbach hat sich in der vergangenen Woche ausgezahlt“, betont Oberstadions Bürgermeister Kevin Wiest, „wir sind vom Hochwasser verschont geblieben. Aber die geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen führen wir natürlich trotzdem konsequent weiter“. Auch die neue Mundeldinger Fußgängerbrücke sei nicht zum Grund für Überschwemmungen geworden, fügt der Schultes hinzu.

Weil die bisherige Holzbrücke morsch geworden war, wurde sie vor Kurzem durch eine Holz-Stahl-Brücke ersetzt. Die örtlichen Firmen Eggert und Kaufmann haben die Fußgängerbrücke angefertigt und von den Gemeindemitarbeitern wurde sie beplankt. Als die neue Brücke montiert war, hatten Anwohner befürchtet, dass sie zu niedrig ist und sich das Wasser des Stehenbachs an ihr stauen könnte.

Wiest erklärt: „Die neue Brücke ist so hoch, wie die wenige Meter daneben verlaufende Straßenbrücke. Es hätte keinen Sinn gemacht die Fußgängerbrücke für viel Geld höher zu bauen, das Wasser würde sich an der Straßenbrücke ohnehin stauen“. Das war aber beim Starkregen der vergangenen Woche nicht der Fall.

Weil laufend steigende Pegelwerte gemeldet wurden, fuhr der Bürgermeister Donnerstagnacht zu den beiden „kritischen Stellen“ des Stehenbachs in der Nähe des Containerplatzes in Moosbeuren und beim Spielplatz, eben an den beiden Brücken bei Mundeldingen. „Als ich ankam stand das Wasser nur noch knapp 50 Zentimeter unter dem Böschungsrand und stieg immer weiter“, so Wiest. Gemeinsam mit Feuerwehrkommandant Jochen Steinle, der ebenfalls in der Nacht vor Ort war, legte der Bürgermeister „Marken“ fest, bei deren erreichen sie die Oberstadioner Wehr alarmieren wollten. „Wir waren uns einig, die Wehr frühzeitig zu alarmieren, bevor das Wasser über die Ufer tritt, um das Schlimmste zu verhindern”, so Wiest. Rund tausend gefüllte Sandsäcke sind dazu seit vergangenem Jahr in Oberstadion und seinen Teilorten für den Hochwasserschutz vorhanden.

Zur Alarmierung der Wehr kam es aber vergangene Woche nicht, weil die Wasserstände gegen Morgen zu sinken begannen. „In dieser Nacht haben Kommandant Steinle und ich beschlossen einen Hochwasser-Alarmplan für den Notfall zu erstellen, um unsere Wehr bei drohendem Hochwasser vor die Lage zu bringen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, bevor das Wasser fließt“, so der Bürgermeister.

So sollen Maßnahmen festgelegt werden, die von der Feuerwehr bei verschieden hohen Pegelständen ergriffen werden. Kommandant Jochen Steinle erklärt: „Die Feuerwehr braucht genügend Vorlaufzeit, um etwa Sandsack-Barrieren aufbauen zu können. Deshalb werden wir verschiedenen Alarmierungsstufen je nach Pegelstand festlegen“. So sollen auf der ersten Stufe Schultes und Kommandant früh alarmiert werden, um die Lage vor Ort zu sichten. „Auf der nächsten Stufe wird dann ein sogenannter Bereitschaftsalarm ausgelöst, um Pumpen oder Sandsäcke an den kritischen Stellen bereitzustellen.

Ziel des Alarmplans ist Zeit zu gewinnen, um das Hochwasser frühzeitig bekämpfen zu können“, sagt Jochen Steinle. Noch im ersten Quartal des Jahres, so der Feuerwehrkommandant, soll der Hochwasser-Alarmplan in Kraft gesetzt werden.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen