Nach Giebeleinsturz: Kaputtes Gebäude muss saniert werden

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So sah das Haus kurz nach dem Einsturz aus.
So sah das Haus kurz nach dem Einsturz aus. (Foto: Sz- kou)
Schwäbische Zeitung

Der Giebel eines leerstehenden Hauses ist in der vergangenen Woche in Moosbeuren zusammengestürzt. Den tatsächlichen Schaden an dem angrenzenden Privatgebäude, das durch den Einsturz beschädigt wurde, sah sich am Montag nun ein Statiker an. Der machte deutlich: Das Gebäude ist einsturzgefährdet.

Durch die vom Landratsamt beauftragten Sicherungsmaßnahmen des THW Weingarten konnte am vergangenen Freitag das Gebäude zunächst vorläufig stabilisiert werden. Am Montag wurde nun das weitere Vorgehen besprochen.

Die Eigentümerin muss umgehend substanzsichernde Maßnahmen beim Gebäude veranlassen. Dazu gehört vor allem, dass der noch offene Giebel des Hauses durch eine wetterfeste Plane geschlossen wird und dafür eine entsprechende Konstruktion errichtet wird.

 Mit einem hochmodernen Laserscanner wird das Gebäude vermessen und geprüft, ob sich weitere Verschiebungen ergeben. Derweil sic
Mit einem hochmodernen Laserscanner wird das Gebäude vermessen und geprüft, ob sich weitere Verschiebungen ergeben. Derweil sichert das THW mit Gerüsten das Gebäude ab. (Foto: kou)

Der Statiker war dazu beratend tätig. Die Plane dient vor allem dazu, den offenen Giebel provisorisch vor weiterem Windeintrag zu schützen. Denn der könnte das Dach weiter beschädigen.

Arbeiten müssen abgestimmt werden

Alle Arbeiten, die von jetzt an im Inneren des Gebäudes vorgenommen werden, sind laut Landratsamt mit dem THW abzustimmen. Das Stützgerüst des THW, das allerdings kein Arbeitsgerüst ist, bleibt zunächst einmal zur Stabilisierung des Gebäudes bestehen. Mit der vorzunehmenden Absicherung des offenen Giebels ist die Standsicherheit der Konstruktion dann vorerst gegeben.

Die Eigentümerin muss jetzt umgehend die weitere Sanierung des Gebäudes unter Beiziehung eines Statikers veranlassen. Das Landratsamt wird dies nach eigenen Angaben regelmäßig kontrollieren. Dazu müssen auch Sachstandsberichte von der Eigentumsseite eingereicht werden.

Für den Zustand sind die Eigentümer selbst verantwortlich

Gerade bei älteren, verputzten Gebäuden ist der tatsächliche Zustand der tragenden Konstruktion vielfach nicht auf Anhieb von außen erkennbar. Die Baubehörde im Landrastamt rät deshalb, dass Eigentümer gerade von älteren Wohn- oder Wirtschaftsgebäuden den Zustand der inneren Konstruktion von derartigen Bauten im Auge behalten und bei Bedarf auch kontrollieren lassen sollten. Für den Zustand ihrer Gebäude sind zunächst die Eigentümer selbst verantwortlich.

Wind und Wetter hatten die Wand wohl dermaßen belastet, dass mehrere Ziegelsteine und Balken sich lösten und beim Nachbarn landeten. „Der finanzielle Schaden ist verschmerzbar, ärgerlich ist es aber, weil wir die Wand schon länger im Blick hatten und auch deswegen schon mit dem Landratsamt im Kontakt standen“, erklärt der betroffene Anwohner Karl Ege damals.

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