Ministerpräsident zu Gast bei Kaufmann

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Peter Kaufmann, Geschäftsführer des Oberstadioner Holzbauunternehmens, erklärt Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Dübelh
Peter Kaufmann, Geschäftsführer des Oberstadioner Holzbauunternehmens, erklärt Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Dübelholzbauweise. (Foto: Sz- Thomas Warnack)
Schwäbische Zeitung

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat sich am Montag beim Oberstadioner Holzbauunternehmen Kaufmann über deren Passivhäuser in Dübelholzbauweise informiert. Geschäftsführer Peter Kaufmann, sein Vater und Unternehmensgründer Günther Kaufmann sowie sein Bruder Maximilian Kaufmann haben die Gelegenheit genutzt, einige Anliegen an den Landesvater zu richten.

„Ich bin schwer beeindruckt. Was sie hier machen, ist sehr innovativ und nachhaltig“, sagte Kretschmann nach dem Firmenrundgang bei der Kaufmann GmbH und fügt hinzu: „Von Mittelständlern wie Ihnen lebt Baden-Württemberg.“ Von den Kaufmanns wollte Kretschmann wissen, welche Wünsche sie an die Politik haben. „Wir wünschen uns eine Überarbeitung der aktuellen Vergabeverfahren bei öffentlichen Bauvorhaben“, sagte Günther Kaufmann. Nicht immer sei der günstigste Bieter auch der wirtschaftlichste, gerade wenn man den anschließenden Energieverbrauch im Auge behalte. Dazu fügt Peter Kaufmann, dass bei öffentlichen Gebäuden noch strikter auf Energieeffizienz geachtet werden solle.

Der Geschäftsführer des Holzbauunternehmens forderte zudem wieder eine höhere Wertschätzung des Handwerks. Er selbst sei das beste Beispiel, dass es auch im Handwerk viele Möglichkeiten gibt, sich weiterzubilden, erklärte Peter Kaufmann. Der auf seinen Hauptschulabschluss über eine Lehre als Zimmermann letztlich den Bauingenieur draufgesattelt habe. Um den Fachkräftebedarf in den drei familieneigenen Unternehmen sichern zu können, bieten die Kaufmanns künftigen Lehrlingen aktuell Anreize, wie das Finanzieren des Führerscheins.

Ministerpräsident Kretschmann erfuhr in Oberstadion, dass das Unternehmen Wert auf eine gesunde Bauweise lege. So werden die Massivholzelemente beispielsweise nicht geleimt, sondern mit Buchenholz gedübelt. „Das Fichtenholz wird auf einen Feuchtigkeitsgrad von 15 Prozent getrocknet, weil die Buchenholzdübel übernatürlich auf acht Prozent Restholzfeuchte getrocknet werden, nehmen sie Feuchtigkeit aus dem Fichtenholz auf und dehnen sich dann aus“, erklärt Peter Kaufmann. So könne der Naturstoff Holz auch im verbauten Zustand weiter arbeiten. Die Verbindung von Holzelementen mit Dübeln sei keine neuartige Erfindung, betonte Günther Kaufmann. „Dabei handelt es sich um ein ganz ursprüngliches Verfahren.“ Das Holz für die Passivhäuser beziehe da Unternehmen aus Wäldern aus der Region.

Ob es Probleme mit Ungeziefer oder Pilzen gäbe, wollte Kretschmann wissen. Das können Kaufmanns aber komplett ausschließen. „Durch die technische Trocknung wird dem Holz das Eiweiß entzogen und das braucht jedes Lebewesen“, erklärt Peter Kaufmann.

Das Oberstadioner Unternehmen verwerte auch die Holzabfälle, erklärte der Geschäftsführer. So geht ein Teil der Holzabfälle in die Hackschnitzelanlage, die die Gebäude mit Wärme versorgt. „Die Sägespäne werden beispielsweise in der Produktion von bestimmten Medikamenten und Zahnpasta weiter verwendet. Also haben sie vielleicht beim Zähneputzen etwas Kaufmann aus Oberstadion im Mund“, scherzt Peter Kaufmann in Richtung Minsterpräsidenten-Tross.

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