Wechsel im zweiten Anlauf: Das hat der neue Ortsvorsteher vor

Lesedauer: 7 Min
Freut sich auf die neue Aufgabe in seinem Leben: Ralf Schrodi. Er ist als Nachfolger von Georg Baur neuer Ortsvorsteher von Reut
Freut sich auf die neue Aufgabe in seinem Leben: Ralf Schrodi. Er ist als Nachfolger von Georg Baur neuer Ortsvorsteher von Reutlingendorf. (Foto: hog)
Friedrich Hog

Zum Nachfolger des bisherigen Ortsvorstehers Georg Baur ist Ralf Schrodi vor wenigen Wochen gewählt worden. Dabei hätte die Übergabe bereits vor fünf Jahren stattfinden können. Jetzt freut sich Schrodi auf seine neue Aufgabe – und hat bereits einzelne Baustellen im Blick.

In der Ortschaftsratssitzung vom 18. Juli wurde Ralf Schrodi einstimmig zum neuen Ortsvorsteher gewählt. Die Bestätigung durch den Gemeinderat Obermarchtal erfolgte ebenfalls einstimmig am 23. Juli. Der 43-jährige Industriekaufmann hat ein offenes Ohr für alle Anliegen seiner Mitbürger, und hofft auf ein faires Miteinander.

Seit 15 Jahren ist Ralf Schrodi Ortschaftsrat in Reutlingendorf, nun ist er auch der Ortsvorsteher. Vor fünf Jahren war die Frage bereits an ihn herangetragen worden, ob er das Amt übernehmen möchte. Aus familiären Gründen hatte er damals abgesagt. Das Amt war bei Georg Baur seinerzeit weiterhin in guten Händen. Als es dieses Jahr wieder um die Frage der Übernahme des Amts ging, hat Ralf Schrodi zugesagt. „Der Ort soll nicht ohne Führung sein“, sagt der neue Ortsvorsteher, und ergänzt „der Ortsvorsteher ist das Bindeglied zur Gemeinde Obermarchtal.“

Ralf Schrodi ist 43 Jahr alt, verheiratet, und hat zwei Töchter im Alter von fünf und zwei Jahren. In Riedlingen hat er bei der Firma Gairing seine Ausbildung zum Industriekaufmann absolviert. Nach der Bundeswehr kehrte er ein Jahr zu seiner Firma zurück, ehe er zu Schwörer Haus in Oberstetten gewechselt hat. Das ist nun 22 Jahre her, und er fühlt sich sichtlich wohl in seiner Aufgabe im Rundholzeinkauf, also in der Verwaltung. Da hat er mit Waldbesitzern im Umkreis von 60 Kilometern zu tun, von Biberach bis Tübingen.

Ehrenamtlich engagiert

Mit 16 Jahren war Schrodi der Landjugend beigetreten, der er zwölf Jahre lang die Treue hielt. Dort hatte er die ersten Ämter übernommen, Schriftführer, dann Kassierer, dann Vorstand. „Ich übernehme gerne Verantwortung“, sagt Schrodi, und bedauert, dass es oft schwierig ist, Leute zu finden, die zur Übernahme von Ehrenämtern bereit sind. Parallel wurde er im Alter von 20 Jahren für fünf Jahre Mitglied im Kirchengemeinderat, vor 15 Jahren erfolgte der Einzug in den Ortschaftsrat. „Ich habe bewusst auf eine Kandidatur in den Gemeinderat verzichtet, zumal wir dort zwei erfahrene Leute aus Reutlingendorf sitzen haben“, sagt Schrodi, der die Sitzungen des Gemeinderats aber persönlich verfolgt.

Sein Vorgänger Georg Baur wird Ralf Schrodi im alsbald anstehenden Urlaub einarbeiten. „Die großen Projekte wie Ortskernsanierung, neuer Wasserhochbehälter oder Spielplatz haben Georg Baur als Ortsvorsteher und ich als Ortschaftsrat in den letzten Jahren gemeinsam auf den Weg gebracht“, sagt Schrodi, und geht davon aus, dass auch das Baugebiet auf Jahre hinaus vorbereitet sein dürfte. Daher wird er sich den laufenden Dingen intensiv widmen können wie den Anliegen der Landwirte, die beispielsweise auf gut gerichtete Feldwege angewiesen sind.

Im Musikverein Frohsinn spielt Ralf Schrodi Tenorhorn, bei der örtlichen Feuerwehr ist er Schriftführer. Beim jährlichen Feuerwehrfest konnte man ihn am vergangenen Sonntag als Bedienung erleben. „Ja, das ist immer schon mein Ding“, sagt er dazu. Große Reisen hingegen sind nicht das Ding von Ralf Schrodi und seiner Frau, es geht eher mal zum Bodensee oder nach Bayern. Das Zeitverbringen mit der Familie steht dabei im Vordergrund. Da im Ortschaftsrat alles gut zusammengeht, und es keine Komplikationen gibt, freut sich Schrodi auf die neue Aufgabe als Ortsvorsteher. „Die Chemie passt“, sagt er und er hat ein offenes Ohr für alle Anliegen der Mitbürger. Diese dürften gerne direkt mit ihren Problemen auf ihn zugehen, und ihre Wünsche äußern. Ein faires Miteinander ist ihm wichtig. Auch der Kontakt zum Obermarchtaler Bürgermeister Martin Krämer sei hervorragend, betont Schrodi, er sei immer ansprechbar und man erhalte Rückmeldung.

Einweihung steht bevor

Besonders freut sich Schrodi auf die Einweihung des neues Feldkreuzes beim Hochbehälter. Die Gemeinde habe beim ursprünglichen Hochbehälter ein Feldkreuz aufgestellt, zum Schutz des Trinkwassers. Da es verwittert sei, stellten Ortschaftsrat Franz Maikler als Zimmermann und Gemeinderat Karl Laut jr. als Schreiner derzeit ein neues Feldkreuz her. Der dazugehörige Christus hänge derzeit im Sitzungssaal des Reutlingendorfer Rathauses, Georg Baur als Ortsvorsteher habe das Projekt sehr gut in die Wege geleitet, und wird selbstverständlich als zentrale Figur beim anstehenden Fest zur Einweihung mit dabei sein. Der Termin steht aber noch nicht fest.

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen