Wechsel an Spitze der CDU Obermarchtal

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 Der Vorstand der CDU mit Ronja Kemmer und Manuel Hagel.
Der Vorstand der CDU mit Ronja Kemmer und Manuel Hagel. (Foto: Friedrich Hog)
Friedrich Hog

Bei der Mitgliederversammlung des CDU-Ortsverbands Obermarchtal-Reutlingendorf fand am Montag im Gasthaus Adler ein Wechsel an der Spitze statt, wenngleich noch kein ganzer Generationswechsel. Auf den langjährigen Vorsitzenden Anton Röller folgt der bisherige Stellvertreter Wilhelm Schrodi. Das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden übernimmt der 24-jährige Student Michael Klocker.

Im Beisein von Bundestagsabgeordneter Ronja Kemmer und Landtagsabgeordneten Manuel Hagel, sowie vier der sechs Kreistagskandidaten der CDU vollzog sich der Wechsel an der Spitze des Ortsverbands nach anfänglichen Schwierigkeiten reibungslos. Anton Röller hatte in Nachfolge von Bernhard Raab vor 27 Jahren das Amt des Vorsitzenden übernommen, und nunmehr abgegeben. Er schlug seinen Stellvertreter Wilhelm Schrodi als Nachfolger vor, der betonte, den Verband nicht hängen lassen zu wollen.

Michael Klocker ist Stellvertreter

Der aus der Mitte der Mitglieder ebenfalls vorgeschlagene Walter Stützle trat nicht an, nachdem er sich überrumpelt gefühlt hat, wie er sagte. Bei zwei Gegenstimmen und einer ungültigen Stimme wurde Wilhelm Schrodi zum neuen Vorsitzenden gewählt. Ihm folgt als Stellvertreter der 24-jährige Obermarchtaler Student Michael Klocker, der im sechsten Semester Landschaftsarchitektur studiert, und VG-Vorsitzender der Jungen Union ist. In ihren Ämtern bestätigt wurden Schriftführer Helmut Geiselhart und Schatzmeister Claus Stöhr. Die bisherigen Beisitzer Elmar Mößlang, Karl Faad sen., Herbert Meggle und Martin Burgmaier wurden durch den neu gewählten Ausschuss Wolfgang Buck, Karl Faad sen., Alfons Forderer und Walter Stützle ersetzt. Elmar Mößlang äußerte seine Enttäuschung darüber, dass keine Gemeinderäte und keine der Gemeinderatskandidaten anwesend waren. Lediglich Bürgermeister Martin Krämer gab sich die Ehre.

Zuvor berichtete Schriftführer Helmut Geiselhart aus den Jahren 2017 und 2018. Höhepunkte waren in beiden Jahren das Kinderferienprogramm. Der Jahresempfang von Manuel Hagel in der Turn- und Festhalle, und eine Abendveranstaltung mit Ronja Kemmer im Adler gehörten ebenso zu den herausragenden Ereignissen wie die Teilnahme am Bürgerfest im Landtag. Eingestellt wurde 2018 der traditionelle Christbaumverkauf. Schatzmeister Claus Stöhr konnte einen leicht gestiegenen Kassenbestand im fünfstelligen Bereich vermelden, die Rechtensteiner Bürgermeisterin Romy Wurm nahm die Entlastung des Vorstands vor, die einstimmig ausfiel.

Mitglieder werden geehrt

Anton Röller ehrte den nicht anwesenden 96-jährigen Paul Burgmaier für 60 Jahre Mitgliedschaft in der CDU, und den anwesenden Hermann Branz für 50 Jahre, den er als den Gründungsvater des Ortsverbands bezeichnete. Hermann Branz durfte einen Geschenkkorb in Empfang nehmen. Wilhelm Schrodi dankte Anton Röller für seine 27 Jahre an der Spitze des Verbands, und überreichte ihm einen Reisegutschein, seiner Frau Hildegard einen Blumenstrauß. Auch der Kreisvorsitzende Paul Glökler würdigte die Verdienste von Anton Röller für den Ortsverband, und überreichte im Namen der CDU eine Verdienstmedaille, sowie eine Urkunde, die neben seiner Unterschrift auch jene von Annegret Kramp-Karrenbauer und Thomas Strobl trägt.

Ronja Kemmer verdeutlichte im Vorfeld der Europawahl, dass das Europaparlament den Menschen Verbesserungen gebracht habe, wie Senkung von Handygebühren bei Nutzung im EU-Ausland oder Stärkung der Verbraucherrechte bei Bus, Bahn und Flugzeug. Die CDU stehe nicht für ein Vaterland Europa, sondern für ein Europa der Vaterländer. Zwar sei sie für eine gemeinsame Außen- und Verteidigungspolitik, aber nicht für eine gemeinsame Arbeitslosenversicherung. Frontex müsse zur Sicherung der EU-Außengrenzen gestärkt werden. Sie begrüßte die Grundrente bei Bedürftigkeitsprüfung. Manuel Hagel sprach die Wichtigkeit des Ehrenamts an, und das christliche Menschenbild, das gebiete, auch Hauptschülern reale Chancen einzuräumen. Abschließend stellten sich die Kandidaten für den Kreistag vor. Romy Wurm, die auf Platz 1 der Liste steht, bedauerte es, dass im Obermarchtaler Vorstand keine Frau vertreten sei. Karl Hauler freute sich, dass Obermarchtal bei der Regio-S-Bahn Donau-Iller teilnimmt, und äußerte Vertrauen in das Projekt, das aus Gründen des Klimaschutzes Zukunft habe. Zur Frage, ob Bürgermeister in den Kreistag gewählt werden sollten, sagte er, „Kreispolitik wird ohne Bürgermeister nicht besser“. Michael Klocker möchte eine Stimme für die Jugend sein, Kevin Wiest steht für klare und ehrliche Worte, auch wenn diese manchmal unbequem seien, zudem sei er ein Teamplayer.

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