Schweinestall für knapp 1500 Tiere in Obermarchtal geplant

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 Im neuen Obermarchtaler Schweinestall sollen die Tiere mehr Platz und Frischluft bekommen.
Im neuen Obermarchtaler Schweinestall sollen die Tiere mehr Platz und Frischluft bekommen. (Foto: Bernd Wa¬astneck)

Vor allem über die Teilaussiedelung eines Schweinemaststalls in Obermarchtal hat der Gemeinderat am Dienstag diskutiert. Eine Entscheidung hat das Gremium allerdings nicht getroffen, dafür sollen erst die emmissionsrechtlichen Gutachten abgewartet werden.

Ein Obermarchtaler Landwirt plant einen Schweinemast-Stall mit 1480 Liegeplätze von seinem Hof auszusiedeln. Die entsprechende Bauvoranfrage hat der Obermarchtaler Gemeinderat am Dienstag diskutiert. Entstehen sollen im Außenbereich sogenannte Pigports, wie es sie bereits beim Kloster Untermarchtal gibt. Die beiden Stallgebäude werden, anders als bei der konventionellen Tierhaltung, von Frischluft durchströmt und nicht mit einer Lüftungsanlage mit frischer Luft versorgt werden. Damit komme der Landwirt dem Wunsch der Verbraucher nach, erklärte er in der Sitzung. Jedem Schwein stünden in dem neuen Stall anderthalb Quadratmeter zu. Die Zufahrt zum neuen Stall soll über die Oberwachinger Straße erfolgen.

Geruch könnte zusätzliche Belastung sein

Bürgermeister Martin Krämer hat über das Vorhaben bereits mit Kreisbaumeister Karl Seitl gesprochen. Vor einer Genehmigung wird die Behörde prüfen, ob alle Bestimmungen eingehalten werden – beispielsweise was die Emmissionswerte anbelange. „Das Gebiet befindet sich im Außenbereich, deshalb ist das Vorhaben grundsätzlich genehmigungsfähig“, erklärte der Schultes, der in seiner Entscheidung für oder gegen das Projekt nicht ganz sicher war. Zum einen sei es wünschenswert, wenn örtliche Unternehmer erweitern, zum anderen könnte der Geruch aus dem Stall eine zusätzliche Belastung für die Bürger sein. Krämer erklärte, dass die Zahl von 1480 Liegeplätzen bewusst gewählt sei. „Sonst würde das Vorhaben von der Landesbauordnung ins Umweltamt fallen.“

Warum er den Stall nicht auf seinem bestehenden Grundstück plane, wollte Ratsmitglied Manuel Köberle vom anwesenden Bauherren wissen. „Dort ist schließlich genügend Platz und das ist geradezu unberührtes Gebiet.“ Der Landwirt erklärte, dass die einzuhaltenden Emmissionsradien bei solchen Frischluftställen größer seien als bei konventionellen Stallungen. Diese Radien könnten auf dem bestehenden Hof nicht eingehalten werden.

Bürger sollen sich wohlfühlen können

Ratskollege Lothar Gaupp gab zu bedenken, dass schon die Geruchsbelastung durch die bestehenden Schweineställe für die Anwohner ziemlich hoch sei. „Je nach dem, wie der Wind steht, fühle ich mich manchmal schon gestört, wenn ich auf der Terrasse sitze und das betrifft nicht nur mich, sondern auch andere Bürger“, betonte er. Bei allem Verständnis für das Vorhaben müsste auch darauf geachtet werden, dass sich die übrigen Bürger im Ort weiter wohlfühlen können. Deshalb schlug Gaupp vor, die Entscheidung über die Bauvoranfrage zu verschieben und auf die Ergebnisse des Landratsamtes zu warten.

Ratsmitglied Hans-Peter Eller merkte an, dass der Gemeinderat ein solches Bauvorhaben nicht verhindern könne. Wenn das Landratsamt keine Bedenken äußere, könne das Gremium sein Einvernehmen nicht verweigern. „Sonst könnten uns Schadensersatzforderungen drohen“, mahnte Eller.

Dennoch entschied der Gemeinderat einstimmig, sein Votum vorerst aufzuschieben.

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