Obermarchtaler Kinder lernen das Helfen

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Rebecca Mayer (l.) und Sonja Faad leiten die Jugendrotkreuz-Gruppe in Obermarchtal.
Rebecca Mayer (l.) und Sonja Faad leiten die Jugendrotkreuz-Gruppe in Obermarchtal. (Foto: Sz- eis)

Im zweiwöchentlichen Rhythmus wollen sich die Obermarchtaler Jugendrotkreuzler künftig dienstags um 16.30 Uhr zur Gruppenstunde im DRK-Heim treffen.

Zum ersten Mal seit Jahren hat sich in Obermarchtal wieder die Jugendrotkreuz-Gruppe getroffen. Zwölf Kinder waren zur Schnupperstunde gekommen und wollen gemeinsam lernen, was das richtige Verhalten im Notfall ist. Geleitet wird die Gruppe von Sonja Faad und Rebecca Mayer.

„Ich finde es toll, dass so viele gekommen sind“, sagt Sonja Faad bei der Jugendrotkreuz-Schnupperstunde im Obermarchtaler DRK-Heim. Jetzt, da es wieder viele Kinder im Ort gibt, haben sich die Ersthelferin und ihre Tochter Rebecca Mayer überlegt, wieder eine Nachwuchsabteilung des Roten Kreuzes in der Gemeinde einzurichten. Rebecca Mayer ist selbst in Obermarchtal beim Jugendrotkreuz ausgebildet worden. Aber 2011 musste die Gruppe aufgelöst werden, weil Zeit und Interesse fehlten.

Bisher nur Pflaster aufgeklebt

Los ging’s bei der Schnupperstunde mit einem DRK-Song. „Erste Hilfe kennt ein jedes Kind oder es lernt sie geschwind“ heißt es im Text. Viel hatten die Grundschüler, die gekommen waren, aber noch nicht in Sachen Erste Hilfe gelernt. Einige hatten schon mal ein Pflaster aufgeklebt, aber mehr mussten die Kinder bisher noch nicht tun. Auch deshalb nutzen viele von ihnen das neue Angebot im Ort. „Wir wollen lernen, was man tun muss“, war die einhellige Meinung. Aber auch gemeinsame Spielenachmittage, Ausflüge und kleine Feste erhoffen sich die Kinder.

All das wollen die beiden Frauen auch anbieten, dennoch wird die Erste Hilfe bei den Gruppennachmittagen im Mittelpunkt stehen. „Denn auch Kinder können schon ganz viel helfen“, erklärte Sonja Faad den Jungen und Mädchen. Wenn die Grundkenntnisse erstmal sitzen, seien sogar Wettkampfteilnahmen möglich.

Im Notfall da sein

Die meisten der Kinder haben selbst schon mal erlebt, dass eine Freundin oder ein Freund zum Beispiel mit dem Fahrrad gestürzt ist und vielleicht geblutet hat oder sie sich selbst verletzten haben. „Wichtig ist im Notfall nicht nur, dass man genau weiß, wie man den Verletzten verarzten muss, sondern auch, dass man da ist und nicht einfach wegläuft“, erklärt die Gruppenleiterin. Deshalb sollen die Kinder in der Gruppe beispielsweise auch lernen, ruhig zu bleiben und mit Notfallsituationen umgehen zu können. „Oft reicht es schon zu wissen, wo man Hilfe bekommt“, sagt Sonja Faad.

Noch vor der Rettung des Verletzten stehe der Eigenschutz, betonte Rebecca Mayer. Niemals dürften sich die Kinder beim Versuch, anderen zu helfen, selbst in Gefahr bringen, fügte sie hinzu. Dabei erklärte sie den Teilnehmern auch, dass Ersthelfer immer Einmalhandschuhe dabei haben, um sich vor ansteckenden Krankheiten zu schützen.

Das nächste Gruppentreffen in zwei Wochen könnte bei gutem Wetter auf dem Spielplatz bei der örtlichen Feuerwehr stattfinden. „Dann können wir uns vor Ort anschauen, was passieren kann und wie ihr helfen könntet“, kündigt Sonja Faad an.

Im zweiwöchentlichen Rhythmus wollen sich die Obermarchtaler Jugendrotkreuzler künftig dienstags um 16.30 Uhr zur Gruppenstunde im DRK-Heim treffen.

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