Narren ziehen durch Obermarchtal

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Karl-Heinz Burghart

Traditionell ist am Fasnetsmedig der Hausumzug der Obermarchtaler Narrenzunft durchs Dorf gezogen. Wie immer haben originelle Gruppen dem bunten Treiben das typische Obermarchtaler Narren-Flair gegeben.

„Feuer und Flamme“ waren die Kindergartenkinder, die als lodernde Flammen und eifrige Feuerwehrleute gemeinsam mit der heimischen Musikkapelle den Umzug anführten. Im Gefolge des Schlossgeistes zogen Narrenräte, Turmfratzen, Klosterklemmer, Fledermäuse und Hexa vom Schtoi an den Zuschauern vorbei. Und nach der Ehinger Narrenzunft Spritzenmuck begann der bunte Reigen der originellen Narrengruppen.

Wasserversorgung thematisiert

Aus Rechtenstein hatten die Felsenschlotzer närrische Weintrauben, aus denen leckere Tröpfchen gekeltert werden können, nach Obermarchtal geschickt. Schnitzer’s Wasserversorgung war genauso Narrenthema, wie das „Gasthaus-Sterben auf’m Stoi“.

Hier schlugen die Narren eine mobile Wirtschaft vor, die unter dem Motto „Miet mich“ bei verschiedensten Gelegenheiten zum Einsatz kommen könnte. Als „bestechliche Wahrsagerinnen“ waren die „Fasnetsschätzla“ unterwegs und als quietschbunte Badeenten streckten die „Schnäddrakischda Frauen“ zu „Alle meine Entchen“ ihre Schwänzchen in die Höh.

Aufwändig kostümiert und mit gepanzertem Rücken zogen „d’Lausmädla“ als Schildkröten durch Obermarchtals Straßen, während der Biertraditionsclub BTCO ihr Hockeyspiel mit „zerdatschte Bierdosa“ ausgetragen hat und neben der Strafbank zwei Cheerleader tanzen ließ.

Dass in der Donau nicht nur Müll, sondern auch Perlen zu finden sind, zeigten die Gsälzbära. Die Ferkel der „Schnäddrakischda-Männer“ machten Obermarchtal zu einem „Duft-Kurort“ und verteilten „Sau de toilette“ gegen den „fiesa Saua-Gschtank“.

Die Jedermänner behaupteten anschließend, dass Rotkäppchen lügt und erzählten das Märchen in völlig neuer Version und die Astronauten der Bachbarone wollten mit ihrer Weltraum-Rakete hoch hinaus. Für närrische Töne sorgten die Musikkapelle aus Reutlingendorf und der Obermarchtaler Fanfarenzug. Traditioneller Schluss des Obermarchtaler Hausumzugs war wieder der Bauwagen aus Emeringen, mit dem Asterix das Dorf erobert haben soll.

Nach dem bunten Treiben im Umzug wurde in den Lokalen, der Halle, in Besenwirtschaften und auf den Straßen gefeiert. Die Schlossgeistverbrennung musste am Montagabend jedoch aufgrund des Sturms abgesagt werden.

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