Mehrere Bauvorhaben sind in Obermarchtal Thema

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Beim Thema Braugrunduntersuchung zog der Gemeinderat einige Pläne zur Beratung hinzu.
Beim Thema Braugrunduntersuchung zog der Gemeinderat einige Pläne zur Beratung hinzu. (Foto: Hog)
Friedrich Hog

Eine Reihe kommunaler und privater Bauvorhaben waren Thema einer Gemeinderatssitzung in Obermarchtal am Dienstag. In fast allen Angelegenheiten konnte das Gremium sein Einvernehmen erteilen. Beim Baugesuch für ein Wohnhaus mit Doppelgarage sah Bürgermeister Martin Krämer jedoch zwei erhebliche Abweichungen vom Bebauungsplan.

Nach Vorstellung der Maßnahme durch Axel Leute vom Ingenieurbüro Knab hat das Gremium die Baugrunduntersuchung Mittenhausen-Rechtenstein für 9700 Euro vergeben. Leute stellte auch gleich die geplante Einrichtung einer Abwasserversorgung für den Ortsteil Mittenhausen vor – einschließlich Pumpwerk und Wartung, Einzelpumpwerke, Druckluftspülanlage zur Verhinderung von Geruchsbelästigung und Stromversorgung der Begleitheizung für kalte Tage. Nach zwei Informationsabenden für die Einwohner habe man sich für eine von drei denkbaren Varianten entschieden. Demnach soll das Abwasser aus Mittenhausen ins Abwassernetz von Rechtenstein eingeleitet werden. Bürgermeister Martin Krämer sicherte zu, dass im Zuge der Maßnahme auch der Backbone-Ausbau fürs schnelle Internet von Mittenhausen nach Rechtenstein erfolgen wird, da dies zusammen kostengünstiger sei. Damit bekämen die Haushalte in Mittenhausen die Möglichkeit, Glasfaserkabel ins Haus legen zu lassen. Die Baugrunduntersuchung wird im November erfolgen, das Genehmigungsverfahren soll im März 2020 abgeschlossen sein und im April folgt die öffentliche Ausschreibung. Im Juni soll die Vergabe der Ausführungen stattfinden, die Bauausführung ist für September bis November 2020 vorgesehen. Am Ende werden die Einzelpumpwerke an die Grundstückseigentümer übergeben.

Eine Anfrage auf Anschluss eines mit geschlossener Sickergrube im Außenbereich bereits genehmigten Betriebsleiterwohnhauses an die Kanalisation hat das Gremium positiv beschieden. Manfred Walter vom Verbandsbauamt der Verwaltungsgemeinschaft Munderkingen bezifferte die Kosten auf 30 000 Euro. Die Kosten der Maßnahmen teilen sich Bauherr und Gemeinde, mit einer Deckelung bei 15 000 Euro für den Bauherrn. Die Gemeinde stellt den Randstreifen zur Verlegung der Rohre zur Verfügung und wird die Leerrohre für die Breitbandversorgung gleich mitverlegen.

Da Martin Krämer in den Planungsunterlagen für den geplanten Neubau eines Wohnhauses mit Doppelgarage zwei deutliche Abweichungen vom Bebauungsplan festgestellt hat, wurde auf Anregung von Susanne Stöhr die Entscheidung über das Einvernehmen auf die nächste Sitzung vertagt. Bürgermeister Krämer bittet das Architekturbüro um weitere Erläuterung, damit der Rat in die Lage versetzt wird, sich über die Auswirkungen der Überschreitungen ein Bild zu machen und um über eine eventuelle Befreiung von den Vorschriften des Bebauungsplans zu entscheiden. Krämer verwies auch darauf, dass der Bebauungsplan aus dem Jahr 2008 stammt, und man sich Gedanken machen müsse, ob man die damaligen Vorschriften heute so noch durchsetzen wolle. Das Gremium warf zudem die Frage auf, ob im Falle der Erteilung eines Dispenses Ansprüche weiterer Antragsteller entstehen könnten.

Einstimmig erteilt hat der Gemeinderat sein Einvernehmen für den Bau eines Einfamilienhauses, das den Abriss eines bestehenden Gebäudes im nicht beplanten Ortskern vorsieht. Bürgermeister und Rat hatten keinen Zweifel, dass sich das geplante Bauvorhaben in die nähere Umgebung einfügt.

Der teilweisen Umnutzung eines landwirtschaftlichen Gebäudes in der Oberwachinger Straße stimmte der Rat zu. Die Eigentümerin möchte dort eine behinderten- und seniorengerechte Ferienwohnung einrichten, Bürgermeister Krämer bezeichnet die Maßnahme als Beitrag zur Attraktivität der Gemeinde beim Tourismus.

Für die Errichtung eines Wohnhauses am Ortsrand von Reutlingendorf lag die Zustimmung des Ortschaftsrats bereits vor. Ortsvorsteher Ralf Schrodi sagte, es habe bei der Entscheidung nichts gegen das Bauvorhaben gesprochen. Als Einzelfallentscheidung erließ der Gemeinderat die zur Schaffung des Baurechts notwendige Satzung und war sich einig, dass das geplante Vorhaben sich ins Ortsbild einfügen wird. Rainer Ebe begrüßte die Maßnahme als Zukunftssicherung des landwirtschaftlichen Betriebs, Manuel Köberle ergänzte: „Wer nachhaltige Landwirtschaft betreibt, sollte dort auch wohnen können.“

Bürgermeister Krämer gab am Ende der Sitzung bekannt, dass für die Kleinkinderbetreuung im Kindergarten eine Tagesmutter als Urlaubs-/Krankheitsvertretung und Springerin eingestellt wurde, ferner eine Reinigungskraft.

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