Künstler aus Blaubeuren und Laupheim stellen im Petrushof aus

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Dieter Gassebner und Ursula Sihler-Steidl zeigen Bilder und Skulpturen im Petrushof in Obermarchtal.
Dieter Gassebner und Ursula Sihler-Steidl zeigen Bilder und Skulpturen im Petrushof in Obermarchtal. (Foto: Sz- kö)
Schwäbische Zeitung
Barbara Körner

Skulpturen und Bilder von Dieter Gassebner aus Blaubeuren und Ursula Sihler-Steidl aus Laupheim waren ein Anreiz für viele Kunstfreunde zu einem Besuch auf dem Petrushof in Obermarchtal bei Galeristin Maria Faulhaber.

Martin Mäntele, der in die Ausstellung einführte, erinnerte an die vielen Künstler und Handwerker aus allen Bereichen, die bei dem Bau des Münsters vor 332 Jahren mitgewirkt haben, besonders an die Stuckateure aus der Wessobrunner Schule. „Ähnlich wie sie nur wenig Zeit hatten den Stuck zu formen, bleibt Dieter Gassebner nur kurze Zeit, um die Schläuche mit der Gussmasse zu füllen und in die gewünschte Form zu bringen“, sagte der frühere Leiter des Archivs der ehemaligen Hochschule für Gestaltung in Ulm.

Gassebner, wie seine Kollegin Sihl-Steidl, ist Autodidakt, seine Materialien holt er sich aus dem Baumarkt. Die Betonskulpturen entstehen wie Luftschlangen, die Gassebner schräg oder im rechten Winkel anschneidet, um ihnen die gewünschte Standfestigkeit zu verleihen. Aus dem Baumarkt stammt auch das Material für seine ganz anders und filigran wirkenden Skulpturen aus vielen Metallwinkeln, die der Künstler zusammenfügt, bis gitterähnliche Strukturen entstanden sind, mit Autolack bekommen sie Farbe. „Nervöse unter Spannung stehende Gebilde“, bezeichnete Mäntele diese Arbeiten.

Wenn es draußen für die Arbeiten mit dem Beton zu kalt wird, nimmt Gassebner Zuflucht zur Malerei, erzählte Mäntele. Ruhe und Stille gepaart mit Eleganz und vollendeter Ästhetik zeichnen dies Art der Arbeiten des Dieter Gassebner aus. „Die Ästhetik hat Vorrang. Meine Arbeiten sind kommentarlos, sollen nichts erklären, erfordern keine Interpretation“, sagte der Künstler in seinem Flyer.

Ursula Sihler-Steidl sagte von ihren Werken: „In meiner Arbeit lege ich Wert darauf, ein Motiv nicht vordergründig klar und mühelos zugänglich auf Papier oder Leinwand zu bringen. Sprödigkeit, das Aufblitzen einer wieder verworfenen Idee, die Schönheit des nicht Perfekten, eine offene Frage, das sind für mich wichtige Dinge.“ Gefäße sind ihr bevorzugtes Thema, das Spiel von Flächen und Linien bestimmen ihre Arbeiten. Mäntele verglich sie mit einem Billardspiel, nach dem Auftragen einer ersten Farbfläche entstehen von der Bande die nächsten Spielzüge. „Meine Arbeiten dürfen geheimnisvoll wirken, sind leicht spielerisch und spontan“, sagte die Künstlerin.

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