Hagel fordert Ruck nach vorn für die CDU

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Manuel Hagel auf dem Podium in Obermarchtal. Für die musikalische Unterhaltung sorgte der Musikverein Obermarchtal.
Manuel Hagel auf dem Podium in Obermarchtal. Für die musikalische Unterhaltung sorgte der Musikverein Obermarchtal. (Foto: SZ- Eileen kircheis)
Leiter Lokalredaktion Ehingen

Mit seinem Jahresempfang in der Halle Obermarchtal hat der CDU-Landtagsabgeordnete Manuel Hagel am Mittwochabend die Tradition seiner Vorgänger im Amt fortgeführt. Allerdings hat Hagel erstmals keinen politischen Redner zu Gast gehabt, sondern mit Anselm Grün einen Benediktinerpater, dessen Rede sehr viel Lob von den Zuhörern geerntet hat.

Gleich zu Beginn seiner Rede stellte Manuel Hagel eine Frage, mit der sich die CDU seit geraumer Zeit beschäftigen muss. „Wie können wir Volkspartei bleiben und wie können wir, dort wo wir es nicht mehr sind, wieder Volkspartei werden?“ Und die Antwort darauf versuchte Manuel Hagel auch gleich den Zuhörern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in der voll besetzten Halle zu geben. „Wir müssen als CDU weiterhin eine Flächen- und Kommunalpartei sein. Das hat uns Konrad Adenauer mit auf den Weg gegeben, das ist die Ur-DNA der CDU. Wir als CDU leben davon, dass die Menschen bereit sind, Verantwortung für die CDU zu übernehmen“, so der Abgeordnete.

Anonymisierung ist der Strudel er Zeit

„Wir leben in bewegten und stürmischen Zeiten“ – dieser Satz sei laut Hagel seit Jahrzehnten ständig bei politischen Reden zu hören. „Doch dieses Mal stimmt es wirklich. Es ist ein Sturm in unsere Zeit geraten. Die Gesellschaft gerät geistig in Bewegung, die Anonymisierung ist der Strudel unserer Zeit“, betonte Hagel, der für Deutschland und Europa eine zentrale Fragestellung sieht: „Wie geht es weiter? Betreiben wir eine Politik der Offenheit oder der Abschottung?“ Eine Frage, auf die Manuel Hagel mit einer Antwort reagiert, die die Geschichte hervorgebracht hat. „Immer dann, wenn Mauern gebaut wurden, ging es abwärts mit der Gesellschaft.“

Auch deswegen sieht Manuel Hagel als Generalsekretär der Landes-CDU die deutschlandweite Diskussion darüber, ob die CDU einen Ruck nach links oder rechts brauche, als unnötig und nicht zielführend an. „Die CDU braucht einen Ruck nach vorne. Und das gelingt uns mit unserer Vorstellung von einem christlichen Menschenbild, bei dem niemand Angst haben muss.“

Und zu diesem christlichen Menschenbild passe auch die Definition von Heimat, die laut Hagel in besonderer Weise im Alb-Donau-Kreis gelebt werde. „Heimat ist mehr als der Ort zum Wohnen und Arbeiten. Heimat ist eine Geisteshaltung, eine Vorstellung von gutem gesellschaftlichen Miteinander.“ Und genau dieses Miteinander, das in der Region vor allem von der Arbeit der vielen Ehrenamtlichen ausgefüllt werde, nutzte Hagel, um auf den Referenten des Abends, Benediktinerpater Anselm Grün, überzuleiten. „Was wir für eine gute Zukunft brauchen, ist die Renaissance der Werte. Und darüber muss nicht ein Politiker sprechen, sondern Pater Anselm Grün.“

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