Das sind die Pläne zur Expansion bei der Firma Puren

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 Die Anlagen von Puren mit den Münstertürmen im Hintergrund: Laut Denkmalpflege müssen die Türme auch nach der Erweiterung weite
Die Anlagen von Puren mit den Münstertürmen im Hintergrund: Laut Denkmalpflege müssen die Türme auch nach der Erweiterung weiterhin sichtbar bleiben. (Foto: Hog)
Friedrich Hog

Die Firma Puren benötigt weitere Flächen für die Produktionserweiterung. Die geplante Betriebserweiterung wird sowohl auf den Flächen der bestehenden Bebauungspläne „Erweiterung Innere Bergäcker und Innere Bergäcker VI“ als auch im Bereich des neu aufzustellenden Bebauungsplans „Innere Bergäcker Süd“ erfolgen. In seiner Sitzung am Donnerstag hat der neu gebildete Gemeinderat den Auslegungsbeschluss für den Bebauungsplan Gewerbegebiet „Innere Bergäcker Süd“ gefasst, und für geplante Puren-Neubauten das Einvernehmen der Gemeinde hergestellt.

Clemens Künster vom Ingenieurbüro Künster stellte den Gemeinderäten und der Öffentlichkeit zunächst das Bebauungsplanverfahren vor. Der aus dem bestehenden Flächennutzungsplan entwickelte Bebauungsplan war im Januar beschlossen worden. Hierin wurden neben der geplanten Nutzung insbesondere die Themen Eingriff in die bestehende Natur, Schallschutz, Geruchsbelästigung durch landwirtschaftliche Emissionen, Artenschutz und Wasser behandelt. Das wasserrechtliche Verfahren läuft noch. Berücksichtigt wurde der geplante künftige Verlauf der Bundesstraße B311. Durch Hinzukauf von Flurstücken südlich der bestehenden Betriebsgebäude hat die Firma Puren ihr Grundstück vergrößert, 80 Prozent dürfen nach den Regelungen im Bebauungsplan überbaut werden.

Bedenken wegen Bauhöhe

Das Amt für Denkmalpflege hatte Bedenken geäußert wegen der Höhe der Gebäude. Damit das Münster sichtbar bleibt, sollten die künftigen Gebäude nicht höher ausfallen als die bestehenden. Wegen einer Maschine müsse jedoch, so Künster, von drei bis vier Meter höheren Gebäuden ausgegangen werden, was den Blick auf das Münster nicht wesentlich verschlechtern würde. Da bisher schon Lärm vom Firmengelände ausgehe, hätten sechs Anwohner Anregungen ins Verfahren eingebracht, was den künftigen Lärm angeht. Die Lebensqualität vor Ort, so Künster, solle erhalten bleiben, insbesondere gesunde Wohnverhältnisse.

Abschirmende Wirkung

Das erweiterte Puren-Werk besteht aus insgesamt neun Hallenteilen, die teilweise so angeordnet sind, dass sie eine abschirmende Wirkung Richtung Ortsmitte haben. Im Freien stehende Ventilatoren, insbesondere Abluftöffnungen wirken sich jedoch ungünstig aus. Die Schallimmissionsprognose käme dennoch auch für unmittelbare Anlieger zu dem Ergebnis, dass die Werte unterhalb der Grenzwerte liegen. Die insoweit nach der Öffentlichkeitsbeteiligung geplanten Maßnahmen würden in den Bebauungsplan als Festsetzungen aufgenommen und sind daher verbindlich umzusetzen.

Hierzu gehörten unter anderem Schalldämpfer für Ventilatoren und eine Doppeltoranlage zur Durchfahrt. Ferner müsse die Nordfassade geschlossen bleiben, also die Fassade in Richtung Ortskern. Der Gemeinderat fasste zur Weiterführung des Bebauungsplanverfahrens „Innere Bergäcker Süd“ und des Verfahrens zu den Örtlichen Bauvorschriften den einstimmigen Beschluss, dass die zu den Vorentwürfen vorgebrachten Stellungnahmen entsprechend der Tischvorlage behandelt werden. Der Entwurf des Bebauungsplans wurde mit der Begründung einschließlich Umweltbericht gebilligt. Gleiches gilt für den Entwurf der Örtlichen Bauvorschriften.

Pläne vorgestellt

Hiernach stellten der Geschäftsführer Andreas Huther und der Obermarchtaler Betriebsleiter Martin Munding die Firma und die Ansichten der geplanten Gebäude vor, ebenso die Raum- und Ablaufplanung. Die Firma war vor 71 Jahren in Überlingen gegründet worden und wird inzwischen in der dritten und vierten Generation als Familienbetrieb geführt. Der Standort Obermarchtal war vor 30 Jahren durch die Übernahme der Firma Endele hinzugekommen. Hergestellt werden Hochleistungsdämmstoffe für Gebäude, den Fahrzeugbau und den Schienenverkehr. Ziel aller Produkte sei Nachhaltigkeit, insbesondere durch Energieeinsparung.

Starker Wachstum

Aufgrund starken Wachstums müssten die Kapazitäten erweitert werden, da der Standort Obermarchtal beibehalten werden solle. Die Hauptzufahrt werde künftig über die Bergäcker erfolgen. Für ankommende Lastwagen seien sechs Stellplätze geplant. Der Gemeinderat stimmte dem Antrag auf Baugenehmigung der Werkserweiterung zu. Die anwesenden Anlieger machten im Nachgang zur Sitzung klar, dass sie grundsätzlich nichts gegen die Anlage hätten, ihnen aber wichtig sei, dass angesichts der großen Maßnahme alles getan werde, um die Lärmbelästigung möglichst gering zu halten. Offengeblieben war für sie die Frage, weshalb die geplante Maschinenhalle nicht tiefergelegt wird, um den Blick auf das Münster nicht zu beeinträchtigen.

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