Das Peter-und-Paul-Fest gibt es dieses Jahr direkt zuhause

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 Fabian Tress freut sich auf das Fest, wenn auch in abgespeckter Form.
Fabian Tress freut sich auf das Fest, wenn auch in abgespeckter Form. (Foto: Hog)

Mit der Aktion „Peter und Paul bei Dir zuhause“ schnürt der Musikverein ein besonderes Festpaket 2020. Da aufgrund der Coronaverordnung das Fest nicht wie gewohnt stattfinden kann, haben die Musiker ein abgewandeltes Programm entwickelt. Unter anderem sollen Grillpakete ausgeliefert werden. Und den traditionellen Festgottesdienst wird es trotzdem geben.

Als Großveranstaltung kann auch das traditionelle Heimatfest Peter und Paul dieses Jahr wegen der Coronaverordnung nicht wie gewohnt im Festzelt neben dem Museum stattfinden. Der Musikverein hat sich in den vergangenen Wochen Gedanken gemacht, wie trotzdem Feststimmung aufkommen kann. Dabei hat er für Samstag, 27. Juni und Sonntag, 28. Juni zwei unterschiedliche Ideen in die Tat umgesetzt.

Samstag gibt es ein Paket

Für Samstag hat der Verein, dem durch den Ausfall des Zeltfestivals praktisch die kompletten Jahreseinnahmen wegfallen, „Dein Peter-und Paul-Paket“ ins Leben gerufen. „Da Du nicht auf das Fest kommen kannst, kommt das Fest zu Dir“, heißt es auf dem diesjährigen Peter-und Paul-Flyer der Musikkapelle.

Die Musiker liefern am Samstag von 13 bis 15 Uhr die Pakete aus, in denen für 15 Euro jeweils drei Rote Würste und zwei Steaks aus der Metzgerei Buck sowie zwei Wecken der Bäckerei Engler enthalten sind, ferner zwei Getränke nach Wahl von der Zwiefalter Klosterbrauerei. Insoweit sind Bier, Spezi oder Apfelschorle wählbar. „Da die rohen Fleischwaren vakuumiert sind und das Wetter sommerlich sein wird, ist unser Paket der ideale Bestandteil für eine schöne Grillparty im Garten mit Nachbarn und Freunden“, sagt Tress, und freut sich, dass auf diese Weise das Fest trotzdem irgendwie stattfinden kann.

Festgottesdiesnt am Sonntag 

Am Sonntag gibt es um 9.30 Uhr im Münster den traditionellen Festgottesdienst, heuer allerdings ohne das Antreten der Vereine. „Bereits um 6 Uhr spielt die Musikkapelle wie jedes Jahr die Tagwache. Das wird wie immer mit Kanonenschüssen eröffnet“, so Tress. Von der Turnhalle aus läuft die Kapelle durch die Siedlung und durch das Dorf.

„Dabei halten die Musikanten einen Abstand von zwei Metern ein“, verspricht Tress. Er macht deutlich, dass dies für die Kapelle eine besondere Herausforderung darstellt. „Nach drei Monaten Zwangspause fand am Freitag erstmals wieder eine Musikprobe statt, im Freien auf dem Parkplatz des Musikerheims. Es fühlte sich für die Musikanten total anders an als gewohnt, denn auch bei der Probe hielten sie zwei Meter Abstand voneinander“, berichtet Tress. „Diese Woche gibt es zur Vorbereitung der Tagwache bei deutlich wärmeren Temperaturen nochmals eine Probe im Freien, und das setzen wir bis zu den Sommerferien fort“, freut er sich.

Mittagessen to Go

Zwischen 11.30 und 13 Uhr geben die Musikanten am Festsonntag an den gewohnten Scheunentoren des Festplatzes hinter dem Museum ein „Mittagessen To Go“ für neun Euro aus, entweder Braten mit Spätzle, Gemüse und Soße, oder Geschmälzte Maultaschen mit Kartoffelsalat und Soße. „Das Mittagessen gibt es im biologisch abbaubaren Karton“, so Tress. „Wichtig ist, dass man sich wieder getroffen hat“, nennt er als den für ihn wichtigsten Punkt um das diesjährige Fest und dessen erste Musikprobe. „Das stärkt den Zusammenhalt im Verein und verhindert, dass die Leute irgendwann abspringen.“

Doch Tress betont auch, dass durch die geplante Festvariante die üblichen Einnahmen nicht erzielt werden können. Vielmehr müsse man auf die Rücklagen zurückgreifen, insbesondere auch bezüglich einiger neuer Musikeruniformen, die man im Dezember bestellt habe, und die nun ausgeliefert würden. „Wir haben heuer ein Loch in der Kasse. Unsere Jugendarbeit unterstützen wir dennoch weiterhin“, versichert Tress.

Im vergangenen Vierteljahr haben sich die Vereinsmitglieder über eine WhatsApp-Gruppe unterhalten. „Wir machen bei verschiedenen kreativen Wettbewerben mit, wie der Klopapier-Challenge“, verrät Tress und ergänzt: „Einige von uns haben per WhatsApp ihr Lieblingsbier vorgestellt.“ Offenbar sind der Vereinsführung und den rund 60 aktiven Musikanten zwischen 16 und fast 60 Jahren die Ideen nicht ausgegangen. Alle freuen sich auf das Heimatfest und hoffen auf die damit verbundene Unterstützung von Bürgern. Bis einschließlich Donnerstag, 25. Juni, können die Pakete und die Mittagessen bestellt werden, per E-Mail an vorsitzenderfestbetrieb@mv-obermarchtal.de oder per Telefon: 07375/95042 73 oder 0174/648 43 62.

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