Bachs legendäre „d-Moll-Toccata“ im Münster Obermarchtal

 Andreas Jetter
Andreas Jetter (Foto: privat)
Schwäbische.de

Bachs legendäre „d-Moll-Toccata“ ist am 25. September, 17 Uhr, im Münster Obermarchtal zu hören. Gleich zu Beginn werde die Orgel mächtig aufbrausen und eruptive Dreiklangsketten und Tonkaskaden in den Münsterraum schicken, heißt es in der Ankündigung Bachs so orgiastische wie visionäre „Toccata und Fuge d-Moll, BWV 565“ ist wahrhaft berüchtigt und das nicht erst seit Heinz Rühmann. Wer kennt nicht den Beginn: „Dadldaaa – dadldadl daaa-da“? Genauso fulminant wird das Konzert auch beschlossen, nämlich mit der „Fantasie und Fuge g-Moll“ (die „Kaffeewasser-Fuge“). Beide Werke gehören zum „Stylus phantasticus“, welcher originelle Einfälle und völlig unvorhersehbare Entwicklungen liebt, mit Überraschungen spielt und sich symphonisch gebärdet.

„Symphonisch“ ist mit dem Titel dieses siebten Konzertes des Bach-Zyklus Obermarchtal aber auch dessen inhaltliche Ausrichtung zu nennen: „Wir glauben all an einen Gott“. Zu diesem erhebenden Choral hören wir gleich drei Orgelbearbeitungen Johann Sebastian Bachs, dazu solche zu Chorälen wie „Ein feste Burg ist unser Gott“ oder „Gott ist mein Heil, mein Hilf und Trost“. Mitteninne befindet sich ein unglaublich quirliges Werk, die Triosonate c-Moll. Zart und hell registriert unterhalten sich hier drei Flötenstimmen zunächst feenhaft tänzerisch, dann nymphenhaft träumerisch, schließlich sagenhaft kämpferisch.

Die Vita des Gastkünstlers Andreas Jetter ist beeindruckend. Er beendete sein sechsjähriges Musikstudium im Tschaikowski-Konservatorium in Moskau mit Auszeichnung und bespielte seither als gefragter Solist bedeutender Orchester berühmte Bühnen der Welt – als Pianist! Konzertreisen als Organist führten ihn u.a. in die Pariser Kathedrale Notre-Dame, die Londoner St. Pauls Kathedrale, die Kathedrale von Antwerpen, in den Kölner Dom, den Wiener Stephansdom, in die Dome und Kathedralen von Berlin, Bremen, München usw. Andreas Jetter ist Domorganist und Domkapellmeister an der Kathedrale von Chur (Schweiz).

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