Kinderbuchautor besucht Schüler in Oberdischingen

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TINO (links) wird von Schulleiter Reinhard Allgaier begrüßt.
TINO (links) wird von Schulleiter Reinhard Allgaier begrüßt. (Foto: SZ- Somm)
Elisabeth Sommer
Freie Mitarbeiterin

Kinderbuchautor TINO hat in Oberdischingen am Donnerstag ein Gastspiel an der Josef-Karlmann-Brechenmacher-Schule gegeben. Der Schulförderverein ermöglichte den Besuch des Autors, der nur unter seinem Vornamen in der Öffentlichkeit auftritt. Der Nachname sei französischer Herkunft und würde sowieso nur falsch geschrieben, begründet der 56-jährige Karlsruher seinen Künstlernamen.

TINO machte nach der Begrüßung von Schulleiter Reinhard Allgaier durch sein erzählerisches und zeichnerisches Talent die Veranstaltungen zu einem kurzweiligen Event. Der Autor las aus dem Buch „Meine beste Freundin“. Zuerst gestattete der Gast aber den Schülern, ihm alle möglichen Fragen zu stellen, die ihnen zu einem Autor und Illustrator einfallen, um diese Neugier mit Geschick und Witz zu befriedigen.

Das Malen liegt in der Familie, erfuhren die Kinder, weil einige männliche Verwandte von TINO Kunstmaler oder auch Kunstlehrer sind oder waren. Wie lange er für seine Bücher brauche, lautete eine der Kinderfragen. In 30 Jahren habe er 30 Bücher verfasst und 15 illustriert. Zehn seien in fremde Sprachen, sogar ins Chinesische, übersetzt worden, wobei er ein Büchlein einst in zwei Stunden schuf, um seinem damals kleinen Sohn etwas zu bieten. Sein Lieblingsbuch „Pippi Langstrumpf“ habe er allerdings nicht geschrieben, dafür nenne er sein Haus zumindest ähnlich, nämlich „Villa Wundertüte“. Selbst die Frage, wie viel er verdiene, beantwortete der Karlsruher, ohne ins Stocken zu geraten. Er gehöre zur Mittelschicht, sei ja auch mittelgroß und habe dazu ein mittelgroßes Auto.

Kleinigkeiten animieren ihn oft für neue Geschichten. Mehrfach reiste TINO nach Indien. Er brachte einen Turban von dort mit nach Oberdischingen und ein kleines Schatzkästchen mit einer glitzernden Muschel, die im Buch „Meine beste Freundin“ eine entscheidende Rolle spielt, womit er auf die Lesung überleitete, die aber unkonventionell per Headset, im Stehen und mit Projektor zur Darstellung der Hauptpersonen des Buches ablief. Das sind die beste Schwimmerin der Klasse, Alexandra, die langsamere Lea und deren beste Freundin, die immer zu ihr hält, gerade wenn die Siegerin stark angibt.

TINO malte noch ein freches Fantasiebild durch Zurufe der Kinder. So entstand ein Schweinebild mit vielen irren Details. Der Gast ermutigte die Zweit- bis Viertklässler, die mit ihren Lehrern Ulrich Spies, Kerstin Heinze und Bettina Gaal im Mehrzweckraum anwesend waren, sich selbst auf einem Stück Papier fantasievoll auszuleben. Die Kinder hatten dafür extra ihre Mäppchen mit Buntstiften mitgebracht – und bald schon waren die 60 Minuten für den Besuch von TINO um. Die Erstklässler besuchten in der Zeit übrigens die Stadtbücherei Erbach.

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