Diagnose Blutkrebs: 20-Jährige sucht dringend Stammzellenspender

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Eva in Winterjacle und Schal vor einem See
Die 20 Jahre alte Eva aus Oberdischingen sucht einen passenden Stammzellenspender. (Foto: DKMS)
Schwäbische Zeitung
Die DKMS hat auch ein Spendenkonto eingerichtet: Bei der Commerzbank mit der IBAN: DE53 7004 0060 8987 0001 04 mit dem Verwendungszweck: Eva.

Eine schlimme Nachricht hat die 20-jährige Eva aus Oberdischingen vor wenigen Wochen erhalten: Sie leidet an Blutkrebs. Das Leben der jungen Krankenpflegehelferin wurde seit der Diagnose vollkommen auf den Kopf gestellt.

Klar ist: Ihre einzige Chance sind die Stammzellen eines passenden Knochenmarkspenders. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Oberdischingen organisiert mit der DKMS eine Registrierungsaktion am 21. Juli in Oberdischingen.

Eva hat im März dieses Jahres ihre Ausbildung zur Krankenpflegehelferin abgeschlossen und wollte endlich richtig durchstarten. „Ich war happy, dass ich es geschafft hatte. Auch mit der Festanstellung an der Uni Ulm hat es geklappt, und im April standen die Einstellungsuntersuchungen an“, erzählt sie.

„Bei dieser Untersuchung wurde entdeckt, dass mein Blut nicht in Ordnung ist. Nach unzähligen weiteren Untersuchungen habe ich dann Ende April die schockierende Diagnose ,schwere erworbene aplastische Anämie' – eine Erkrankung des blutbildenden Systems – erhalten.“

Kurz erklärt: Wie funktioniert eine Stammzellenspende?
Wer an Blutkrebs erkrankt, für den gibt es oft nur noch eine Möglichkeit, geheilt zu werden: Eine Stammzellenspende. Diese ist nicht kompliziert, die Suche nach dem genetischen Zwilling aber schon. Das müssen Sie über die Typisierung wissen.

Um den Blutkrebs besiegen und ein normales Leben führen zu können, braucht Eva nun eine Stammzelltransplantation. Da die größte Wahrscheinlichkeit, einen passenden Spender zu finden, unter Geschwistern besteht, wurden Evas Geschwister auf eine mögliche Übereinstimmung der Gewebemerkmale getestet. Doch sie kommen nicht als Spender infrage. Deshalb muss nun weltweit nach einem Menschen gesucht werden, der Evas „genetischer Zwilling“ ist.

Seit ihrer Kindheit ist sie bei uns im Verein aktiv und sehr engagiert. Jetzt können wir ihr etwas zurückgeben.

Ramona Dopfer, DRK Oberdischingen

„Als wir davon erfahren haben, war allen sofort klar: Wir sind dabei und versuchen, Eva zu helfen“, sagt Ramona Dopfer, Bereitschaftsleiterin beim DRK Oberdischingen. „Seit ihrer Kindheit ist sie bei uns im Verein aktiv und sehr engagiert. Jetzt können wir ihr etwas zurückgeben.“

Der Verein erklärte sich bereit, in Zusammenarbeit mit der DKMS eine lokale Typisierungsaktion zu organisieren. „Von der Gemeinde bekommen wir hierfür die Gemeindehalle kostenlos zur Verfügung gestellt“, sagt Ramona Dopfer.

Welle der Solidarität und Hilfsbereitschaft

Doch damit nicht genug: Schon kurz nach der Veröffentlichung der Aktion in sozialen Medien breitete sich eine erste Welle der Solidarität und Hilfsbereitschaft aus. „Die Resonanz ist groß. Einige Vereine haben nicht nur ihr Kommen zugesagt, sondern auch ihre Mithilfe bei der Organisation der Registrierungsaktion in Aussicht gestellt“, berichtet Ramona Dopfer.

Das zeigt, dass diese Menschen das Herz am rechten Fleck tragen

Ramona Dopfer, DRK Oberdischingen

Die Laupheimer Sängerin Marina Marx hätte gerne die Schirmherrschaft übernommen, da sie am 21. Juli aber keine Zeit habe, habe sie versprochen, unter ihren Fans und Kontakten die Nachricht von der Aktion zu verbreiten. Dem Verein und auch Eva sei zwar bewusst, dass die Wahrscheinlichkeit gering sei, einen passenden Spender zu finden, „aber die Hilfsbereitschaft von allen Seiten macht ihr und uns Mut. Das zeigt, dass diese Menschen das Herz am rechten Fleck tragen“, sagt Ramona Dopfer. „Und deshalb überwiegt bei uns allen die Hoffnung.“

Ich würde mich freuen, wenn auch du dir überlegst, dich registrieren zu lassen. Durch deine Registrierung rettest du vielleicht mir oder einem anderen Betroffenen das Leben.

Eva

Eva selbst sagt über die Solidarität: „Das ist für mich eine tolle moralische Unterstützung.“ Und sie richtet ihren Appell direkt an mögliche Spender: „Ich würde mich freuen, wenn auch du dir überlegst, dich registrieren zu lassen. Durch deine Registrierung rettest du vielleicht mir oder einem anderen Betroffenen das Leben.“

Die Registrierungsaktion für Eva findet am Sonntag, 21. Juli, zwischen 13 und 17 Uhr in der Mehrzweckhalle in Oberdischingen statt.

Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahren alt ist, kann helfen. Die Registrierung selbst geht einfach und schnell: Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung wird beim Spender ein Wangenschleimhautabstrich mittels Wattestäbchen vorgenommen, damit seine Gewebemerkmale im Labor bestimmt werden können. Wer sich bereits in der Vergangenheit bei einer Aktion hat registrieren lassen, muss nicht erneut mitmachen. Einmal aufgenommene Daten stehen auch weiterhin weltweit für Patienten zur Verfügung.

Wie lange die Registrierung für jeden Einzelnen dauert, hängt von der Beteiligung ab. „Normalerweise muss man mit zehn bis 15 Minuten rechnen“, erklärt Ramona Dopfer.

Eine Viertelstunde, die Leben retten kann.

Die DKMS hat auch ein Spendenkonto eingerichtet: Bei der Commerzbank mit der IBAN: DE53 7004 0060 8987 0001 04 mit dem Verwendungszweck: Eva.
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