CAP-Mitarbeiter Werner Knew (von links) hilft Wilfried Wagner (Lebenshilfe) und Mirjam Wiedemann (Neue Arbeit) beim Tragen der S
CAP-Mitarbeiter Werner Knew (von links) hilft Wilfried Wagner (Lebenshilfe) und Mirjam Wiedemann (Neue Arbeit) beim Tragen der Spendentüten.. (Foto: Michael Böhm)
Schwäbische Zeitung
Michael Böhm

Sie sollen Menschen mit Behinderung dabei helfen, am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen – und stehen dabei selbst unter großem Konkurrenzdruck: die CAP-Supermärkte, von denen die Lebenshilfe Donau-Iller in der Region zwei Stück betreibt. Während am Standort in Jungingen derzeit die Angst umgeht, es könnte sich ein zweiter Lebensmittler im Ort niederlassen und dem CAP-Markt die Kunden wegnehmen, geht man in Neu-Ulm in die Offensive.

Wie Wilfried Wagner von der Lebenshilfe gestern erklärte, werde derzeit darüber nachgedacht, die Räumlichkeiten in der Marienstraße künftig nicht mehr nur zu mieten sondern gar zu kaufen.

Hintergrund ist die voraussichtlich im Mai anstehende Renovierung des Ladens. Zwischen 100 000 und 200 000 Euro werde die Lebenshilfe die Modernisierung des Geschäftes wohl kosten. „Wenn man so viel Geld reinsteckt, ist es fast logisch, dass man auch über einen Kauf nachdenkt“, sagte Wagner. Die Gespräche mit dem Vermieter würden derzeit laufen. Eine Entscheidung stehe in den nächsten Tagen an.

Ein Kauf wäre gleichzeitig ein deutliches Signal dafür, dass die Lebenshilfe trotz der vor einem Jahr durch die Glacis-Galerie drastisch größer gewordene Konkurrenz auch langfristig mit dem Neu-Ulmer Standort plant.

Eine andere Entscheidung ist derweil bereits gefallen: Die Landmetzgerei Unseld wird voraussichtlich ab 1. Juni im Neu-Ulmer CAP-Markt eine Filiale eröffnen. Die Fleisch- und Wursttheke steht seit Ende des vergangenen Jahres leer, nachdem der vorherige Betreiber seinen Betrieb nach eigener Aussage aufgrund Personalmangels eingestellt hatte.

Mit der Wiedereröffnung der Theke durch die Metzgerei Unseld erhofft sich die Lebenshilfe wieder mehr Kundschaft im eigenen Markt. Unter anderem mit dem gleichen Ziel hat sie vor wenigen Wochen auch die Spendenaktion „Gemeinsam Mensch sein“ gestartet. „Wir wollen Menschen, denen es gut geht, dazu ermuntern, Menschen zu helfen, denen es eben nicht ganz so gut geht“, erklärte Wagner.

Seit Mitte Februar können Kunden der CAP-Märkte für fünf Euro Lebensmitteltüten kaufen und diese sogleich wieder an wohltätige Einrichtungen in der Region spenden. Gestern fand die erste Übergabe statt. 105 Tüten mit Essig, Öl, Spätzle und diversen Lebensmittel in Dosen wurden dem gemeinnützigen Sozialunternehmen „Neue Arbeit“ überreicht. Dieses betreibt zwei Second-Hand-Läden, in denen rund 40 Langzeitarbeitslose und vier Asylbewerber beschäftigt sind.

Spendenaktion läuft bis Ende des Jahres

„Mit den Lebensmitteltüten können wir unsere Mitarbeiter unterstützen und Menschen, die regelmäßig zu uns kommen und die Hilfe auch gut gebrauchen können“, freute sich Mirjam Wiedemann, Projektleiterin bei „Neue Arbeit“. Die Spendenaktion in den CAP-Märkten läuft noch bis Ende des Jahres. Jeden Monat kommen andere Einrichtungen in den Genuss der Spendentüten. Als Nächstes ist der Verein Obelin für pädagogische Jugend- und Familienhilfe an der Reihe.

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