Sie reitet ins Kutschenwagen-Museum ein

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Gabriele Kärcher reitet in das Kutschenwagen-Museum ein.
Gabriele Kärcher reitet in das Kutschenwagen-Museum ein. (Foto: Scholz)

Der zweite Teil der Reportage „Die Reise durch die Welt der Pferde“ von Gabriele Kärcher ist für Freitag, 5. Oktober, geplant. Los geht es um 20 Uhr im Kutschenwagen-Museum in Berghülen. Weitere Informationen gibt es unter der Telefonnummer 07344 / 8980.

Gabriele Kärcher hat ein Funkeln in ihren Augen – und auch ein bisschen Stolz ist in diesen zu erkennen. Ihr Auftritt im Kutschenwagen-Museum wird nämlich ganz besonders eröffnet. Die freiberufliche Fotojournalistin reitet durch ein großes Tor in das Museum hinein. Lässig sitzt sie ab und beginnt mit ihrem Vortrag. Es soll um Pferde gehen. Das ist klar. Aber nicht ausschließlich: Gabriele Kärcher möchte ihren 80 Zuhörern vermitteln, wie unterschiedlich die Beziehungen zwischen Mensch und Tier sein können. Dazu bereiste sie zwei Jahre lang jeweils zwei Länder auf allen Kontinenten.

Den Pferdevirus

„Ich hatte den Pferdevirus schon als Kind im Blut“, erzählt sie im Kutschenwagen-Museum Berghülen. Doch sie habe auch das Glück, die private Leidenschaft mit dem Beruf verbinden zu können. „1986 habe ich die Wendy, das Pferdemagazin für Mädchen, konzipiert und zehn Jahre lang geleitet“, so Kärcher. Dann sei es ihr aber „zu eng“ geworden. „Ich habe nämlich noch eine zweite große Leidenschaft: das Reisen“, berichtet sie weiter. Montana in den USA habe es ihr besonders angetan, sei ihre zweite Heimat geworden. Dort traf sie auf das America Curly Horse. „Das ist übrigens für Pferdeallergiker geeignet. Ich habe die Tiere zehn Jahre lang auf meinem Hof im Schwarzwald gezüchtet“, zeigt die Fotojournalistin auf. Doch dann zog es sie wieder auf Reisen. Zwei Länder pro Kontinent sollten es sein – immer mit einem Bezug zwischen Mensch und Pferd.

Erste Station ist Neuseeland

In Neuseeland ging es los. „Ich habe immer bei privaten Familien gewohnt. So hatte ich das richtige Lebensgefühl“, erzählt sie ihren Zuhörern und garniert diese Geschichten mit Bildern und Musik. Sie berichtet vom elitären Sport in Neuseeland, vom Mut und der Sicherheit der Menschen, mit den Pferde umzugehen und von den Wildpferden, die geschützt auf einem militärischen Gebiet leben. „Ich bekomme immer wieder Herzklopfen, wenn ich eine neue Herde entdecke“, sagt Kärcher. So sei es ihr auch in den USA ergangen – im Land der Cowboys und Indianer. „Es sind diese endlose Weite, die Freiheit und die Zeit, beim Reiten einfach alles zu vergessen“, schwärmt Kärcher. In Montana würden die Tiere für den Viehtrieb gebraucht. Die dortigen Wildpferde, die Mustangs, seien allerdings stärker an den Menschen gewöhnt und kein Vergleich zu jenen in Neuseeland.

Immer wieder spricht Gabriele Kärcher von der Magie, die sie spürt, wenn sie auf Reisen ist und Mensch und Pferd in Aktion erlebt. Die 59-Jährige versteht es, diese Magie an die Gäste im Kutschenwagen-Museum weiterzugeben. Es sind nicht nur ihre Erzählungen, sondern vor allem die Bilder und die Musik aus jedem Land, die die Zuschauer zum Staunen bringen.

Faszination Indien

Eine weitere Station ihres Vortrags liegt in Indien. „Ich machte die Reisen immer alleine, um keinerlei Beeinflussung zu haben. Indien hat mich absolut begeistert“, sagt Kärcher. Pferde, so berichtet sie, seien aus den Tränen der Götter entstanden. Daran glauben die Inder und außerdem: „Nur ein glückliches Pferd trägt seinen Reiter“. Bei den Sichel-Ohren der Pferde schmunzeln viele der Besucher. Sie erinnern die Inder an flirtende Papageien-Schnäbel. Exotisch geht es weiter. In Indien zählt auch der Elefant als Reittier. Kärcher zeigt, wie stark die Dickhäuter in den Alltag der Menschen eingebunden sind. Argentinien, Spanien und südliches Afrika: Immer wieder überrascht Gabriele Kärcher mit Fotos, die neue Einblicke in die Welt der Pferde ermöglichen.

Nächster Reportagenteil kommt

„Die Leute waren begeistert“, freut sich Museumschef Helmut Fried und zeigt sich zugleich erstaunt: „Die Gäste sind teilweise sogar aus Biberach oder Ravensburg gekommen.“ Dieses gute Feedback ermögliche, was Kärcher und Fried schon angedacht hatten: Die Fotojournalistin wird zu einer weiteren Reportage in das Berghüler Kutschenwagen-Museum kommen. Dann steht nämlich Teil zwei auf dem Programm – mit Ländern wie Marokko, Großbritannien, Kanada, Australien, Chile und der Mongolei.

Der zweite Teil der Reportage „Die Reise durch die Welt der Pferde“ von Gabriele Kärcher ist für Freitag, 5. Oktober, geplant. Los geht es um 20 Uhr im Kutschenwagen-Museum in Berghülen. Weitere Informationen gibt es unter der Telefonnummer 07344 / 8980.

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