Segelflugzeuge und Ultraleichtflugzeugs dürfen in Oppingen starten

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Auch Ultraleichtflugzeuge dürfen auf dem Flugplatz Oppinger Au bald starten und landen. (Foto: Archiv)

Das Segelfluggelände in Oppingen darf neuerdings von „eigenstartfähigen Segelflugzeugen“ genutzt werden. So dürfen in der Oppinger Au künftig Motorsegler und Ultraleichtflugzeuge starten und landen. Einem entsprechenden Antrag der Fliegergruppe Gingen/Fils stimmte der Gemeinderat Nellingen zu. Im Vorfeld hatte bereits der Ortschaftrat aus Oppingen seine Zustimmung erteilt.

Die Fliegergruppe Gingen/Fils hatte den Antrag auf Erweiterung gestellt, um aufgrund des Freizeitverhaltens der Mitglieder den Verein auf zukunftsfähige Füße zu stellen. „Segelfliegen ist ein enorm zeitaufwendiges Hobby. Als Eigenstarter erhält man mehr Flexibilität, da man nicht auf die Hilfe der Windenfahrer oder Schlepppiloten angewiesen ist“, erläuterte Tobias Eberhardt, Vorsitzender der Fliegergruppe, den Räten. Der Platz sei 1981 als reines Segelfluggelände zugelassen worden, so ist es nach Meinung des Vereins nicht mehr zukunftsfähig. Es würden sich aufgrund dieser Betriebserlaubnis keine neuen Mitglieder anwerben lassen, die Jugendarbeit werde erschwert.

Mit der Erweiterung sollen in Zukunft alte Motorsegler durch moderne Geräte ersetzt werden, die neben mehr Sicherheit für den Piloten auch kleinere Motoren mit geringerem Spritverbrauch aufweisen. Auch an den Kauf eines Ultraleichtflugzeugs sei gedacht. „Im Bezug auf Umweltverträglichkeit setzen Ultraleichtflugzeuge Maßstäbe“, führte Eberhardt aus. Derzeit sind die ersten rein elektrisch betriebenen Modelle erhältlich.

Die umliegenden Vereine haben bereits ihre Platzzulassung erweitert und die entsprechenden Modelle gekauft, informierte Eberhardt: „Aus dieser Situation heraus stehen wir in Konkurrenz zu den umliegenden Vereinen. Eine Existenzsicherung kann aus unserer Sicht nur gelingen, wenn wir unseren Mitgliedern ebenfalls zukunftsweisende Möglichkeiten anbieten können.“ Der Segelflug befinde sich im Wandel, zunehmend suchen Piloten die Möglichkeit mit eigenstartfähigen Segelflugzeugen unabhängig in die Luft zu kommen und das heraus klappbare Triebwerk auch als Heimkehrhilfe zu verwenden.

Lärmbelästigungen durch ein zurückkehrendes Schleppflugzeug entfielen, weite Autofahrten zum Zurückholen der Flieger würden vermieden. „Grundsätzlich erwarten wir durch die Erweiterung keine wesentliche Veränderung der Starterzahlen, vielmehr gehen wir eher von einer Reduzierung aufgrund des Wegfalls der zurückkehrenden Schleppflugzeuge aus“, meinte der Vereinsvorsitzende.

Der Gemeinderat Nellingen konnte sich den Argumenten der Fliegergruppe anschließen und genehmigte die Erweiterung. Er lässt nun eigenstartfähige Segelflugzeuge, sowie Luftsportgeräte wie Ultraleichtflugzeuge, Gleitschirme mit und ohne Antrieb und Tragschrauber in der Oppinger Au zu. Das Regierungspräsidium Tübingen hatte ebenfalls keine Einwände und billigte den Antrag.

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