Der Altheimer Adalbert Pitz begann 2008 mit seinem Nachbau einer Boeing 747, er Erstflug erfolgte im Juni. Solche Modelle sind
Der Altheimer Adalbert Pitz begann 2008 mit seinem Nachbau einer Boeing 747, er Erstflug erfolgte im Juni. Solche Modelle sind (Foto: pr)
Schwäbische Zeitung
Ilja Siegemund
Redakteur

Fliegende Schätze sind an diesem Wochenende auf dem Segelfluggelände des Nellinger Teilorts Oppingen zu sehen, wenn die Fliegergruppe Gingen/Fils dort ihr drittes internationales Airlinertreffen ausrichtet. Die Modellflugzeuge sind teilweise mehrere zehntausend Euro wert und wecken sogar das Interesse vermögender Sammler aus dem arabischen Königreich Dubai.

„Das ist das weltweit einzige Treffen dieser Art“, betont Hauptorganisator Adalbert Pitz aus Altheim/Alb. „So etwas gibt es sonst nirgends.“ Bei dem Treffen seien nur sogenannte Airliner zu sehen. Mehr als 60 Modellbauer aus der gesamten Bundesrepublik, aus Österreich, der Schweiz, Frankreich, Großbritannien, der Türkei, Russland, den USA und Südafrika hätten ihr Kommen zugesagt.

Im Gepäck haben sie originalgetreue Nachbauten von Flugzeugen, die wie die Originale durch die Luft fliegen können. Darunter befindet sich auch ein Nachbau der Junkers JU 52, ein dreimotoriger Passagierflieger aus dem Jahr 1932. Obwohl es sich nur um ein Modell handelt, sind die Maße beeindruckend, verfügt es doch über eine Flügelspannweite von sechs Metern. Außerdem lassen die Modellbauer drei Nachbauten des Typs Concorde fliegen und zwei Messerschmitt Me 323 (das größte landgestützte Transportflugzeug des Zweiten Weltkriegs), wobei eines eine Spannweite von sieben Metern hat. Auch diverse Modelle es Typs Boeing 747 gehen in die Luft, unter anderem huckepack mit einem Space-Shuttle.

Jahrelange Bauzeit

Eines dieser Boeing 747-Modelle hat Adalbert Pitz seit 2008 in mühevoller Kleinarbeit gebaut. Beim vergangenen Airlinertreffen im Jahr 2013 konnte er den Zuschauern seinen Flieger nur als Modell zeigen. Nun lässt er ihn mit einer Flügelspannweite von 4,95 Metern und einer Rumpflänge von 5,43 Metern erstmals in die Lüfte steigen. Angetrieben wird der Flieger von vier Turbinen.

Die Modellbauer dürfen ihre Flugzeugmodelle übrigens nicht einfach so abheben lassen; sie benötigen dafür das Okay des Luftfahrt-Bundesamts. Schließlich handelt es sich bei den Modellen nicht um kleine Spielereien, sondern um sogenanntes Luftfahrgerät.

Und die bis zu 100 Kilogramm schweren Modelle sind heiß begehrt: Zwischen einigen hundert und zehntausend Euro sind sie wert. Auch Adalbert Pitz hätte seine Boeing schon verkaufen können. „Es lag ein Angebot aus Dubai vor, aber ich habe abgesagt.“ Dem 57-Jährigen, der seit 30 Jahren Modellflugzeuge baut, geht es nicht darum, Geld zu verdienen. „Es reizt mich einfach, ein solches Projekt durchzuziehen“, ergänzt er. Viele der Teile stellen die Bastler selbst her. Wenn sie dann ihre Modelle fertiggestellt und die Prüfungen des Luftfahrt-Bundesamts bestanden haben, steht der Moment an, auf den sie lange hingearbeitet haben, sagt Adalbert Pitz: „Es ist toll, wenn das Flugzeug fliegt – das ist eine riesige Bestätigung der eigenen Arbeit.“

Das dritte internationale Airlinertreffen beginnt am Samstag, 11. Juli, um 13 Uhr. Die Piloten zeigen ihre Modelle auf dem Boden und in Aktion in der Luft. Abends öffnet die Fliegerbar im Hangar des Segelfluggeländes zu Live-Gitarrenrock von Carlo Haggard. Den Abschluss bildet ein Feuerwerk, untermalt mit Musik.

Weiter geht es am Sonntag, 12. Juli, um 9.30 Uhr mit einem Gottesdienst im Grünen, den die Kirchengemeinden Nellingen-Oppingen und Scharenstetten abhalten. Danach ist eine Flugshow, unter anderem mit Turbinenhelikoptern und Kunstfliegern, zu sehen. Für Familien hat die Fliegergruppe an beiden Tagen einiges im Angebot: Bonbonabwurf, Hüpfburg, Popcorn- und Eisstände sowie ein Segelflugzeug zum Probesitzen. Oldtimerfreunde aus der Region können an einer Sternfahrt teilnehmen.

Für Essen und Getränke ist gesorgt. Die Fliegergruppe Gingen/Fils spannt einen Fallschirm als Sonnen- oder Regenschutz auf.

Der Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren ist frei, Erwachsene bezahlen drei Euro. Kostenlose Parkplätze gibt es vor Ort.

Für die Teilnehmer beginnt das Treffen schon am Freitagnachmitag, 10. Juli, mit einem Trainingsflugbetrieb. Für die Modellpiloten veranstaltet die Firma Weatronic, die Fernsteuerungsanlagen anbietet, am Samstag und Sonntag jeweils um 14 Uhr einen Piloten-Workshop.

Weitere Infos und eine Anfahrtsbeschreibung gibt es im Internet auf: www.airlinertreffen.com

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen