Nellingens städtebauliches Entwicklungskonzept steht

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 Das Nellinger Rathaus.
Das Nellinger Rathaus. (Foto: Schneider)
ksc

Nach 2018 will Nellingen in diesem Jahr einen zweiten Versuch starten, mit einem ausgearbeiteten Entwicklungskonzept für den Ort in Landessanierungsprogramm zu kommen: Bewerbungsschluss ist bereits der 31. Oktober, doch die Gemeinde hat bereits eine Vielzahl von Entscheidungsprozessen durchlaufen, einschließlich eines Gemeindratsbeschlusses im September 2018 so dass der Antrag sicherlich nicht an formalen Hürden scheitern sollte.

Grund für die Ablehnung im vergangenen Jahr sei die „erhebliche Antragsflut und mehrfache Mittelüberschreitung“ beim Landessanierungsprogramm gewesen, sagte Nellingens Bürgermeister Franko Kopp. Bereits 2006 und 2015 habe Nellingen 63 Sanierungsmaßnahmen in einem solchen Landesprogramm realisiert. „Für uns ist entscheidend, dass wir ins Förderprogramm hineinkommen“, betonte Kopp bei der Gemeinderatssitzung am vergangenen Dienstag.

Zentrum aufwerten, mehr Wohnraum bereitstellen

Nun hat der Gemeinderat bei jener Sitzung dem abgeänderten Entwurf des sogenannten Gesamtörtlichen Entwicklungskonzepts (GEK) und des gebietsbezogenen integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept einstimmig zugestimmt. In einem Vortrag der LBBW-Immobilien Kommunalentwicklung GmbH sind den Ratsmitgliedern die Eckpunkte des Vorhabens erklärt worden. Sanierungsziel der insgesamt 374 Gebäude in Nellingen, die ins Konzept aufgenommen wurden, ist Aufwertung und Modernisierung der Bausubstanz.

Dazu gehören vorteilhafte energetische Maßnahmen sowie Abruch von Bauwerken, die nicht mehr benötigt werden. Zugleich beabsichtigt die Gemeinde, gewisse landwirtschaftliche Grundstücke zu entwickeln, zum Beispiel die Umnutzung von leeren Höfen mit Hilfe eines Bebauungsplanes. Ebenso könnte sich die Gemeindeverwaltung vorstellen, gewisse Immobilien zeitweise zu erwerben, um auf diese Weise besseren Einfluss auf den Städtebau zu haben. Auch Wohnraum soll entstehen. Potentialflächen seien der Steingert, Meierweg und die Wehrgasse. In letzterer Straße plant die Gemeinde einen Kindergarten-Neubau sowie den Bau von Wohnhäusern. Hier sind 40 barrierefreie Wohneinheiten in Planung. Der öffentliche Raum soll hier neugestaltet werden.

Darüber hinaus hat sich die Kommune vorgenommen, mehr Fußwege, einen sicheren Schulweg sowie Parkplätze bereitzustellen. An zahlreichen Gebäuden im Zentrum sind Modernisierungen vorgesehen, einschließlich der Gaststätte Krone. „Das Programm bietet viel Spielraum“, kommentierte Franko Kopp.

Für die achtjährige Laufzeit des Programms kalkuliert die Gemeinde mit einer Gesamtsumme der Ausgaben von 4,157 Millionen Euro, der benötigte Förderrahmen betrage 3,857 Millionen Euro, teilte Manuela Bader von der LBBW-Immobilien KE mit. „Am Anfang wird es eine Anschubfinanzierung geben, damit die Gemeinden in dem Landessanierungsprogramm mit der Sanierungsarbeit beginnen können.“

Anschließend wird Stück für Stück weiteres Geld für die Einzelprojekt überwiesen. Nellingen erwartet Landesfinanzhilfen von 2,314 Millionen Euro. Die Quote förderfähiger Kosten des Gemeindeanteils an dem Programm beträgt 40 Prozent. Jetzt hoffen Nellingens Kommunalpolitiker und Bürger, im Jahr 2020 positive Nachrichten vom Wirtschaftsministerium aus Stuttgart erhalten und vom Förderprogramm profitieren.

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