Landwirtschaftliche Hofstelle weicht Wohnungsbau

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Im Bereich der Ortsmitte in Nellingen entsteht ein Neubau mit insgesamt neun Wohnungen.
Im Bereich der Ortsmitte in Nellingen entsteht ein Neubau mit insgesamt neun Wohnungen. (Foto: Scholz)

Zwei ehemals landwirtschaftliche Hofstellen in der Ortsmitte Nellingens weichen nun dem Wohnungsbau. Im Kurvenbereich der Merklinger Straße und der Aicher Straße ist der große Komplex zu erkennen. Neun Wohnungen sollen entstehen.

Die Gemeinde Nellingen erwarb Grund- und Boden im Rahmen des Landessanierungsprogramms im Jahr 2010. Das dortige Gebäude auf den zwei Hofstellen war baufällig und wurde abgerissen, erklärt der Nellinger Bürgermeister Franko Kopp. Auf dem 1670 Quadratmeter großen Grundstück entstehen nach der Bauvoranfrage beim Landratsamt und dem Bescheid nun insgesamt neun Wohnungen sowie Garagenkomplexe an der Straße.

Abbruch der Bestandsgebäude

Den Bau im Blick hat das Ingenieurbüro für Bauwesen „Innoplan“ in Nellingen. Diplom-Ingenieur Karl-Heinz Kurz berichtet, dass der Abbruch der Bestandsgebäude in zwei Abschnitten erfolgte – und zwar in den Jahren 2010 und 2011. Der Bauantrag wurde dann im Sommer 2016 gestellt. „Die Baugenehmigung haben wir Ende 2016 erhalten“, berichtet Kurz. Baubeginn war im Mai 2017 und die geplante Fertigstellung ist für April dieses Jahres vorgesehen. „Die Wohnungen werden im April dieses Jahres fertig gestellt, die ersten Mieter und Eigentümer werden dann voraussichtlich im Mai einziehen“, gibt Kurz einen Blick auf den Zeitplan. Einen globalen Investor gebe es nicht. Die Wohnungen würden alle einzeln verkauft.

Das Wohnhaus besitzt drei Geschosse mit Erd-, Ober und Dachgeschoss. Eine Putzfassade in weiß und teilweise farblichen Absetzungen sind laut dem Diplom-Ingenieur geplant. Die Wohneinheiten haben Größen von 59 bis 105 Quadratmeter. „Überwiegend ist es eine Größenordnung von 80 Quadratmetern“, zeigt Kurz auf. Zu jeder Wohnung gehöre jeweils ein Garagen- und ein Außenstellplatz. Wichtig sei zudem, dass in allen Geschossen auf die Barrierefreiheit geachtet werde. Ein Aufzug ist deswegen vorhanden. Sobald die Baumaßnahme abgeschlossen ist, sollen auch Anpflanzungen in Form von Grünflächen, Hecken und vereinzelten Bäumen vorgenommen werden.

Bürgermeister Franko Kopp freut die erfolgreiche Umsetzung des Vorhabens. „Es war jahrelang eine Steinwüste dort“, sagt das Gemeindeoberhaupt. Das Terrain sei damals sehr unübersichtlich gewesen. „Wir sind froh, dass nun eine Ersatzbebauung erfolgen kann“, so der Nellinger Bürgermeister. Das sei gar nicht so einfach. In Nellingen gebe es viele ehemalige Hofstellen, die gesetzlich derzeit einfach nicht einer anderen Bauweise zugeführt werden dürften. Das sei schwierig, weil der Ortskern auszusterben drohe. „Wir wollen die Ortsmitte aber beleben“, sagt Kopp. Das Gemeindeoberhaupt fügt an: „Wir brauchen den Wohnraum zudem auch.“ Deswegen sei die Kommune bemüht gewesen, eine Anschlussnutzung zu erreichen. „Wir als Gemeinde müssen die Arbeit leiste und städtebauliche Punkte setzen“, meint der Bürgermeister. Dazu gehöre, zu schauen, welche Projekte angegangen werden können. Im Falle des Grundstückes im Kurvenbereich sei das Vorhaben geglückt. Die Gemeinde legte vor, kaufte Grund- und Boden und übergab die Maßnahme. Dass alle Wohnungen bereits vor der Fertigstellung vergeben sind, sei ein ebenso gutes Zeichen.

Den Ortskern beleben: Das ist das Ziel Nellingens. Die Kommune achte darauf, Angebote für jede Generation bereitzuhalten. Jüngst wurde die Betriebserlaubnis für weitere fünf Plätze in der Kleinkind-Betreuung erteilt. Zudem soll ein Seniorenzentrum in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt (AWO) entstehen. „Nicht nur die Kinder, sondern auch die Senioren gehören in unsere Mitte“, so Franko Kopp beim gemeinsamen Neujahrsempfang der Gemeinden Nellingen und Merklingen im Merklinger Backhaus. Senioren sollen nicht „abgeschoben“ werden oder nur im Außenbereich der Kommune leben, sondern inmitten der Gesellschaft.

Angebot an das Land

Der Komplex in der Abzweigung Merklinger Straße und Aicher Straße sei ein guter Anfang und wichtiger Schritt. Dieser Bereich war es auch, den die Kommune bereits dem Land zum Kauf angeboten hatte, um die Landesstraße 1230 besser auszubauen. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde über die Straßenbreite in Verbindung mit der Ausbaumaßnahme diskutiert. Dabei ging auch hervor, dass das Land Baden-Württemberg kein Interesse an diesem Grundstück gezeigt hatte. Nun habe die Gemeinde selbst reagiert.

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