Keine Windkraft in Nellingen

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Windräder werden sich nicht auf Nellinger Gemeindegebiet drehen. Diesen Wunsch lehnte der Regionalverband endgültig ab. (Foto: dpa)
Schwäbische Zeitung
Ilja Siegemund
Redakteur

Nellingens Gemeinderäte können sich keine Hoffnungen mehr machen, auf der Gemarkung der Albgemeinde Flächen für Windkraftanlagen auszuweisen. Das wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung deutlich. Bürgermeister Franko Kopp informierte über ein Schreiben des Regionalverbands Donau-Iller, in dem dieser die beiden von Nellingen vorgeschlagenen Flächen ablehnt. Die Argumente des Regionalverbands stießen so manchem Gemeinderat sauer auf.

„Das stinkt mir dermaßen, wenn ich das lese“, ärgerte sich beispielsweise Herbert Bühler über die aus seiner Sicht nicht logische Argumentation. Der Regionalverband begründet seine Ablehnung für eine Fläche in Richtung Geislingen damit, dass der Abstand von etwa fünf Kilometern zum Wetterradar des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Türkheim zu gering sei. Dadurch sei Ärger mit dem DWD vorprogrammiert, da die Windräder die Messergebnisse des Wetterradars beeinträchtigen könnten. „Wieso darf Aufhausen dann seine Flächen ausweisen?“, wunderte sich Herbert Bühler. Schließlich habe es die Nachbargemeinde mit zwei Vorrangflächen in die Teilfortschreibung des Regionalverbands geschafft – und das, obwohl sich diese noch näher am Wetterradar befinden als die Nellinger Flächen.

Weiter weg vom Radar gibt es ein weiteres Areal, auf der die Gemeinde Nellingen gerne Windkrafträder sehen würde: am Ortsrand in Richtung Bad Ditzenbach. Doch auch diesen Vorschlag lehnte der Regionalverband wegen des möglichen Konflikts mit dem Wetterradar ab. Außerdem befinde sich diese Fläche im Einzugsgebiet des Flugplatzes bei Bad Ditzenbach. Windräder könnten neben dem Wetterradar auch den Flugbetrieb beeinträchtigen, argumentiert der Regionalverband.

Was den Ausbau der Windkrafträder angeht, werden die Gemeinden in der Region Donau-Iller auch vom Land ausgebremst. Künftig wird Nellingen keine Chance mehr haben, auf seiner Gemarkung Windkraftanlagen bauen zu lassen. Denn der Staatsvertrag zwischen Baden-Württemberg und Bayern besagt, dass Flächen, die nicht ausdrücklich für die Nutzung von Windkraft ausgewiesen werden, für den Bau von entsprechenden Anlagen ausgeschlossen sind. Nur das Bedauern bleibt

Letztlich blieb Nellingens Gemeinderäten nichts anderes, als diese Argumente „mit Bedauern“ zur Kenntnis zu nehmen.

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