Ein Bett brennt, ebenso ein Elektroschrank. Über die Treppe gelingt auch keine Flucht, denn auch dort schlagen den Feuerwehrmännern Flammen entgegen. Hinzu kommt ein Flashover – eine Rauchgasdurchzündung – die sich über den Köpfen der freiwilligen Einsatzkräfte ausbreitet. Feuerwehren der Laichinger Alb kämpfen in einem Brandcontainer gegen die Flammen an. Der Container des Energieversorgers ENBW steht in dieser Woche auf dem Gelände der Feuerwehr Laichingen bereit und bietet die Möglichkeit für die ehrenamtlichen Helfer zum Üben.

Julian Weber steht in einer kleinen Kabine und lenkt die verschiedenen Einsatzszenarien. Er ist konzentriert. Per Kameras hat er den Trupp – immer bestehend aus zwei Personen – im Brandcontainer genau im Blick. Hinzu kommen Gas- und Temperatursensoren, die die Übung zusätzlich absichern. „Damit nichts passiert“, sagt das Mitglieder der Feldstetter Abteilung.

Viele kleine Knöpfe blinken auf. „Der Container stellt einen Brandraum mit Treppenhaus dar“, erklärt Weber. Je nach Knopfdruck steht ein Bett oder auch ein Elektroschrank in Flammen. Auch der Zugang über die Treppe kann per Feuer blockiert werden. Im nächsten Moment breitet sich der Flashover über den Köpfen der Feuerwehrmännern aus. Was wann passiert, wissen diese nicht. „Der Ablauf kann sich immer ändern“, so Weber und bedient das nächste Tastenfeld.

Ein Trupp macht sich bereit

Ein Trupp Atemschutzgeräteträger steht vor der Tür zum Container – und startet den Löschangriff. Die Tür wird aufgezogen, ein Wasserstrahl schießt ins Innere, die Tür wird wieder geschlossen. Das Ganze wiederholt sich. Erst dann dringen die Feuerwehrmänner ins Innere vor. Mehrere Übungen sind vorgesehen. Als erstes wird der Elektroschrank gelöscht. Das Strahlrohr kommt zum Einsatz. Dabei gilt der richtige Gebrauch. Sprüh- oder Vollstrahl? „Der Trupp ist zwischen fünf und sechs Minuten im Container. Das Miteinander ist dabei wichtig und dass sie sich gegenseitig absichern“, zeigt der Feldstetter Feuerwehrmann auf und beobachtet weiter. Die freiwilligen Einsatzkräfte sind auf ein Plüschtier gestoßen. „Das kann beispielsweise auf Kinder in einem Haus hinweisen“, erklärt Weber. Es gebe also viel zu beachten.

„Feuer schwarz“, tönt es aus dem Container. Soll heißen: Es ist kein Feuerschein mehr zu erkennen. Der Trupp bewegt sich in Richtung Treppe. Auf dem Container findet eine Absicherung statt, dann geht es wieder hinein. Zwei Durchläufe gibt es pro Trupp. „Sonst gibt es keinen Lerneffekt“, verdeutlicht Johannes Häberle, der bei der Feuerwehr Laichingen für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Jene Feuerwehrmänner, die frisch vom Atemschutzlehrgang kommen, absolvieren sogar drei Durchgänge. „Es geht darum, ein Gefühl für die Schutzkleidung und für die Wärme zu bekommen. Dann geht es auch darum, Vertrauen aufzubauen und die Kommunikation zu üben“, erzählt Häberle weiter. Im Container herrschen auf Arbeitshöhe 200 Grad. Übung sei wichtig: „Letztlich geht es darum, dass wir selbst alle wieder gesund nach Hause kommen“, so der Laichinger.

Gesetzliche Richtlinien

Dem stimmt Julian Weber zu. Außerdem gebe es für die Atemschutzgeräteträger gesetzliche Richtlinien. Ein Mal im Jahr müssen diese die Belastungsstrecke in Ehingen bewältigen. Hinzu kommen eine ärztliche Untersuchung sowie die Heißübung – also die einsatznahe Brandübung. Nach der Übung klatschen die Männer ab. Dann gibt es noch eine Art Nachbesprechung. Mit dabei ist nämlich auch immer ein Beobachter.

Laichingen, Hausen ob Urspring, Westerheim, Suppingen und Oppingen: Die Wehren nutzen die Möglichkeit für die Übung. „Es ist immer anstrengend, dient aber einfach auch dazu, sich selbst zu prüfen“, erklärt Ulrich Scheifele von der Oppinger Abteilung. Das Zwischenfazit nach dem ersten Durchgang im Container: Heiß und nass.

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