Erst im Wasserhochbehälter, dann zum Kutteln-Essen

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Werner Staudenmaier im Eingang zum Wasserhochbehälter.
Werner Staudenmaier im Eingang zum Wasserhochbehälter. (Foto: Scholz)

Ein kleines Häuschen mit viel Geschichte: Der Wasserhochbehälter Schwachstedt in der Gemarkung Nellingen wurde am Sonntag „wiedereröffnet“. Er ist zwar außer Betrieb, wurde von fleißigen Helfern allerdings komplett restauriert und wieder hergerichtet. Dafür gab es ein großes Lob von Nellingens Bürgermeister Franko Kopp (CDU).

Geschichte sichtbar machen

„Die Geschichte sichtbar zu machen, ist wichtig“, sagte Kopp. Der Wasserhochbehälter wurde 1876 in Betrieb genommen und diente der Albwasserversorgungsgruppe II als unterirdischer Wasserspeicher für Nellingen und Aichen. 1976 wurde dieser außer Betrieb genommen; der Hochbehälter an die Gemeinde Nellingen verkauft. Zu dieser Zeit wurde der damals neue Wasserturm in Machtolsheim in Betrieb genommen. Dass sich jetzt 20 Freiwillige bereit erklärt hatten, das Häuschen wieder herzurichten, ist laut dem Gemeindeoberhaupt ein Beispiel für eine funktionierende Dorfgemeinschaft. Außerdem dankte er dem Gemeinderat, dass dieser den Prozess begleitete und grünes Licht für die Finanzierung von Materialien gab.

Mit von der Partie waren maßgeblich Werner Staudenmaier und Jochen Ströhle. Zudem unterstützen hiesige Firmen mit Know-how und Material – sowie Förster Timo Allgaier und die Mitarbeiter des Gemeindebauhofs. Ein Dank gehe zudem an die Interessengemeinschaft für Geschichte und Brauchtum Merklingen (IGM). Werner Staudenmaier erklärte auch die Gründe dafür: „2004 kam Jakob Salzmann und forderte, das Häuschen für die Nachwelt zu erhalten.“

Einstige Vorratskammer

Der Behälter rage zu zwei Dritteln aus dem Erdreich hinaus. 256 Kubikmeter Inhalt kann der Wasserhochbehälter fassen, diente er doch bis 1976 als Vorratskammer. Im September vergangenen Jahres erfolgte der Abriss. „Eigentlich wollte ich das alte Häusle behalten“, erinnerte sich Staudenmaier zurück. Doch beim Abbruch habe sich gezeigt, dass dieses in einem desolaten Zustand war. 450 freiwillige Arbeitsstunden wurden investiert. Innerhalb von zwei Tagen wurde das Häuschen abgerissen und ein neues an der Stelle erbaut. Es gibt einen Handlauf für die Treppen und eine Hilfe für den Zugang in den zweigeteilten Behälter.

Den schauten sich die Besucher auch gleich an, suchten sich den Weg über Leitern in das Erdreich und zeigten sich daraufhin beeindruckt. So auch Jakob Salzmann von der Interessengemeinschaft in Merklingen: „Das ist nachhaltig. Meine Hochachtung für das, was ihr da geleistet habt.“

Kutteln als kulinarisches Angebot

Während es beim Wasserhochbehälter, der von Wald umgeben ist, noch angenehm kühl war, ging es beim Dorffest in der Ortsmitte schon hitzig her. Viele der Besucher radelten von der Gemarkung zum Platz am Rathaus und stärkten sich dort. Zum 41. Mal wird das Dorffest vom Musikverein Nellingen organisiert. „Früher war noch die Sportgemeinde mit dabei. Da haben wir zwei Tage gefeiert. Das hat sich dann auf einen Tag reduziert“, erinnerte sich Manfred Böttinger, der beim Musikverein für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Klar sei: Um einen solchen Event zu stemmen, brauche es den Vereinszusammenhalt. Das Besondere am Nellinger Dorffest? „Unser kulinarisches Angebot“, sagte der Vorsitzende im Bereich Veranstaltungen, Markus Duckeck, schmunzelte und fügte an: „Es gibt Kutteln. Diese locken die Besucher aus Nah und Fern an. Zudem bieten wir den Nellinger Rettich an.“ Duckeck stimmte Böttinger zu: Der Zusammenhalt im Verein sei stark, deswegen bereite es auch Freude, das Dorffest auszurichten.

Während die Besucher unter Sonnenschirmen schwatzten, begeisterten die Mitglieder der Jugendkapelle die Zuhörer. Später traten zudem der Harmonika-Club Nellingen sowie zum Ausklang der Musikverein Feldstetten auf.

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