„Der Umgang ist beschämend“

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Die Wirtschaftsvereinigung in Nellingen hat sich im Gasthof „Krone“ getroffen und ist die Zahlen des Jahres 2010 durchgegangen. Bürgermeister Franko Kopp legte den Gemeindehaushalt offen und der Landtagsabgeordnete Karl Traub MdL referierte zur Landespolitik.

Franko Kopp legte den Mitgliedern der Wirtschaftsvereinigung die Zahlen des Haushaltsjahres 2010 vor. Ihnen zufolge weist die Gemeinde eine gute wirtschaftliche Situation auf, auch dieses Mal sei es gelungen, aus eigenen Mitteln wirtschaften zu können. Die neue Turnhalle konnte ohne die Aufnahme neuer Kredite gebaut werden. „Aus jedem Euro, den wir an Fördermitteln erhalten haben, konnten wir das acht- bis zehnfache wieder investieren“, so Kopp.

Neben der Neugestaltung der Ortsmitte sowie des Rathauses und des Kindergartens habe es im Rahmen des Landessanierungsprogramms auch einige Abrisse und Neubauten gegeben. „Bürgermeister Franko Kopp zeigt hervorragendes Engagement in seinem Amt. Man sieht, dass er seine Gemeinde stts voranbringen möchte“, lobte Traub. Das sei nicht überall der Fall.

Traub verteidigt S21

Traub sprach über mehrere Themen der aktuellen Landespolitik. Dabei nahm er auch Stellung zum derzeitigen Großthema Stuttgart 21. „S21 muss kommen. Für das Land hat es enorme Vorteile: Zum Beispiel die Verkürzung der Reisezeit. Und wenn Bahnchef Rüdiger Grube bauen möchte, dann tut er das auch. Wenn nicht in Baden-Württemberg, dann eben woanders“, befürwortete der CDU-Politiker das Projekt.

Traub sprach auch das Thema Arbeitslosenquote in der Region an. Der aktuelle Durchschnittswert von 4,3 Prozent sei eine positive Entwicklung, „den Dreier vorne wollen wir aber auch noch schaffen“. Traub lobte die Modelle des achtjährigen Gymnasiums und der Werkrealschule und hatte noch Worte zum Thema „Ärztemangel auf dem Land“ übrig: „Die Situation auf dem Land muss für junge Ärzte attraktiv gestaltet und gehalten werden.“

Bei der anschließenden Diskussionsrunde stand Traub den Mitgliedern der Wirtschaftsvereinigung für Fragen zur Verfügung. Es kam eine Wortmeldung, wonach mit dem Bürger „nicht gut umgegangen“ werde: „Ich war bei der Preisfindungskonferenz zum Verkauf von Land für die ICE-Trassen. Wie man dort mit uns umgegangen ist, war beschämend. Da behandeln einen die Träger von Aktenkoffern wie den dummen Bauern vom Land“, machte ein Vertreter des Gremiums seinem Ärger Luft. Man müsse sich angesichts dessen nicht über die flächendeckende Politikverdrossenheit wundern.

Weiterer Gegenstand der Diskussion war die „Ungläubigkeit der Politiker“. Auf der einen Seite subventioniere man alternative Energien, auf der anderen Seite werde die Laufzeit der Atomkraftwerke verlängert. „Schon vor der letzten Wahl war ersichtlich, dass sich die CDU für eine Verlängerung aussprechen wird. Man denke dabei nur an die Brennelemente-Steuer, die sehr viel Geld in die Kassen bringt“, verteidigte Traub den Kurs seiner Partei.

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