Auf Entdeckungstour durch den Nellinger Wald

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Der Waldlehrpfad in Nellingen wird vom ortsansässigen Schwäbischen Albverein gepflegt.
Der Waldlehrpfad in Nellingen wird vom ortsansässigen Schwäbischen Albverein gepflegt. (Foto: Scholz)
Schwäbische Zeitung

Die Ortsgruppe Nellingen wurde im Jahr 1935 gegründet. Seither ist der Verein fester Bestandteil der Gemeinde. Die Hauptaktivität sei das Wandern. Das Wegenetz um Nellingen umfasse insgesamt 27 Kilometer Wege, die instandgehalten und beschildert werden. Dazu gehören laut Verein drei Rundwanderwege der Gemeinde und ein Einstiegsweg zum Hauptwanderweg des Schwäbischen Albvereins. Zudem werden Trocken- und Feuchtbiotope, etliche Vogelnistkästen und auch der Waldlehrpfad betreut und gepflegt.

Weitere Informationen gibt es unter nellingenalb.albverein.eu

Es geht ein leichter Wind. Die Sonne scheint. Der Wald spendet Schatten und Ruhe. In Nellingen gibt es für Spaziergänger eine Besonderheit: den Waldlehrpfad. Den Rundgang mit Hinweisschildern auf die Natur und Tiere sowie Aktionsstationen gibt es seit dem Jahr 2006. Der Nellinger Tino Allgöwer hat den Waldlehrpfad im Rahmen seiner Projektarbeit als Forstwirtschaftsmeister angelegt. Seither kümmern sich die Mitglieder des Schwäbische Albvereins Nellingen um die Pflege. „Zwei Mal im Jahr machen wir es“, erzählt Herbert Röder. Er ist seit mehr als zehn Jahren Wegewart des Schwäbischen Albvereins in Nellingen und kennt das Gebiet genau. Doch wenn es um den Waldlehrpfad geht, dann ist er nicht alleine. „Man macht einen Rundruf und dann helfen wir alle mit“, sagt er. Das sei gar keine Frage.

Im Mai oder auch Juni sei es wieder soweit. „Wenn dann das Gras gewachsen ist, dann schneiden wir zurück, schauen, dass die Bäume frei sind“, erklärt Röder. Mit von der Partie sei auch die Gemeinde. Die mulche die Wege. „Wo die Gemeinde nicht ran kommt, sind wir dann wieder im Einsatz“, zeigt der Wegewart die Unterstützung auf.

Nach dem langen Winter lässt sich der Waldlehrpfad nun wieder begehen. Los geht es an der Albvereinshütte. Dort gibt es die Möglichkeit, zu parken. Ein großes hölzernes Schild weist auf den Waldlehrpfad hin und den Spaziergängern die Richtung. Der Wiedererkennungswert ist gegeben, denn an den Abzweigungen sind wieder Schilder zu finden, die die Waldbesucher lotsen. Doch noch etwas sticht ins Auge: eine Vielzahl von kleinen Schildern. Sie sind wie komprimierte informative Erklärstücke und zeigen beispielsweise auf, was den Spitzahorn vom Berg- oder auch Feldahorn unterscheidet oder wie Eiche, Linde, Birke, Douglasie, Fichte, Lärche, Weißtanne, Rotbuche, Erle und Esche aussehen. Nicht nur für Kinder sei der Waldlehrpfad geeignet. „Sondern auch für Erwachsene. Viele können doch heute die Baumarten nicht mehr unterscheiden“, merkt Herbert Röder an. Der Waldlehrpfad sei so eine gute Gelegenheit, um der Natur ganz nah zu sein, gleichzeitig wichtige Informationen zu erhalten und den eigenen Wissensschatz zu erweitern.

Schilder am Wegesrand

Beim Waldlehrpfad geht es aber nicht nur um Baumarten. Wer dem Weg von der Albvereinshütte folgt, passiert zunächst eine gepflasterte Raststelle. Danach geht es tiefer in den Wald hinein. In einer Rechtskurve liegen die Federn einer Elster. Vielleicht hat sie diese im Kampf verloren. Weiter geht es eine leichte Steigung hinauf. Erstmals tauchen die kleinen Schilder rechts und links vom Wegesrand auf. „Das Kleinbiotop“ lässt sich auf einem Schild lesen. Was auf den ersten Blick wie ein Haufen aus nutzlosem Reisig erscheint, sei in Wirklichkeit ein Lebensraum für viele Kleinlebewesen. Und tatsächlich: Wer genauer hinschaut, kann einen Käfer und Insekten erspähen oder auch eine Maus schimpfen hören.

Auf einem der nächsten Erklärstücke ist das Wort „Totholz“ zu lesen. Abgestorbene Bäume werden laut der dort angegebenen Definition als Totholz bezeichnet. Doch manche Bäume würden ganz bewusst nicht aus dem Wald entnommen, weil auch sie wiederum Kleinstlebewesen wie Käfern, Insekten oder Würmern einen Unterschlupf bieten. Außerdem diene der Baum anderen Tieren wie dem Specht als eine Art Vorratskammer.

Versteckte Tiere entdecken

Wieder andere Schilder weisen auf die Tierarten, deren Beutetiere und pflanzliche Nahrung hin. „Passend dazu sind dann auch Wildtiere versteckt“, verrät Röder und gibt einen Tipp: „Beispielsweise sind ein Reh, ein Feldhase, ein Dachs und ein Wildschwein zu entdecken.“ Wer den gut einen Kilometer langen Rundweg in Nellingen in Angriff nimmt, könne also eine Menge erleben.

„In diesem Jahr müssen wir uns auch unbedingt um die Schilder kümmern. Manche sind leicht kaputt“, weiß Herbert Röder. Dennoch sei das derzeit kein Hinderungsgrund für Besucher, den Waldlehrpfad zu erkunden. Baumsorten, Tiere, Naturereignisse: „Spaziergänger, ob Klein oder Groß, können den Wald richtig kennenlernen“, sagt Röder und freut sich, dass es dieses Angebot gibt. Der Waldlehrpfad sei eine tolle Ergänzung und ein sinnvolles Angebot – gerade auch für Familien. Die Strecke ist leicht zu bewältigen.

Wer den Rundgang geht, hat immer wieder einen Blick auf Nellingen. Große Kräne sind am Horizont zu erkennen. Im Neubaugebiet werkeln die Häuslebauer. Ein Kleinflugzeug ist am Himmel zu erkennen. Die Krähen warnen mit ihren Rufen. Ansonsten ist nur das Rauschen des Windes zu hören. Die ersten Buschwindröschen strecken ihre Blüten der Sonne entgegen.

Zurück an der Albvereinshütte angekommen, laden Holzbänke zum Verweilen ein. Erste Tiere können beim Insektenhotel bestaunt werden. Und auch dort ist er wieder gegeben: der Blick auf Nellingen.

Die Ortsgruppe Nellingen wurde im Jahr 1935 gegründet. Seither ist der Verein fester Bestandteil der Gemeinde. Die Hauptaktivität sei das Wandern. Das Wegenetz um Nellingen umfasse insgesamt 27 Kilometer Wege, die instandgehalten und beschildert werden. Dazu gehören laut Verein drei Rundwanderwege der Gemeinde und ein Einstiegsweg zum Hauptwanderweg des Schwäbischen Albvereins. Zudem werden Trocken- und Feuchtbiotope, etliche Vogelnistkästen und auch der Waldlehrpfad betreut und gepflegt.

Weitere Informationen gibt es unter nellingenalb.albverein.eu

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